Warum leiden so viel Hunde an Epilepsie?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Was ist Epilepsie und woher kommt sie?

Epilepsie ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der es zu übermäßiger Aktivität von Nervenzellen und durch Erregungsausbreitung schließlich zu Krampfanfällen kommt. Unterschieden werden:

Die primäre (oder idiopathische) Epilepsie. Bei dieser Krankheit kommt es durch eine vererbte Veranlagung zu einer - im Vergleich zu gesunden Tieren - erniedrigten Reizschwelle für Übererregungen im Gehirn. Bei einigen Hunderassen (z. B. Golden Retriever, Labrador Retriever, Collie, Berner Sennenhund, Beagle und viele mehr) ist sicher nachgewiesen, dass die primäre Epilepsie eine Erbkrankheit ist. Erkrankte Tiere sollten daher prinzipiell von der Zucht ausgeschlossen werden. Die Anfälle fangen durchschnittlich im Alter von eineinhalb bis fünf Jahren an. Katzen erkranken wesentlich seltener als Hunde.

Die sekundäre (oder symptomatische) Epilepsie. Die Krämpfe werden hierbei durchandere Grundkrankheitenhervorgerufen. Dies können einmal innere Krankheiten (z. B. Leber- und Nierenerkrankungen, Störungen im Elektrolythaushalt, Schilddrüsenunterfunktion) oder Krankheiten des Gehirnes (z. B. Tumoren, Entzündungen, Missbildungen) sein. Die Krämpfe können in jedem Lebensalter auftreten, besonders verdächtig sind aber Krämpfe bei sehr jungen oder sehr alten Tieren.

Quelle: http://www.drc.de/gesundheit/epilepsie

Ob die Erkrankung nun heutzutage verstärkt oder häufiger vorkommt - dazu konnte ich nichts finden.

Danke für die ausführliche Antwort.

Wenn es eine Erbkrankheit ist kann man dann bei einer Zuchttauglichkeitsprüfung erkennen ob ein Tier daran erkrankt ist?

0

Hallo,

nur, weil hier immer mal wieder so eine Frage auftaucht, heißt das noch lange nicht, dass Epilepsie bei Hunden stark zugenommen hat.

Du findest hier im GF auch immer wieder Fragen: Hilfe, ich bin 15 und schwanger!. Auch das bedeutet nun nicht, dass immer mehr 15jährige schwanger werden.

Zudem bleibt die Frage: Wer hat die Epilepsie festgestellt? Tatsächlich ein TA oder der Hundehalter selbst? Wahrscheinlich eine Internet-Diagnose?

Unbestritten ist natürlich, das gerade bei Hunden Epilepsie durch Stress, entsetzliche viele Umweltreize, ein eher ungeregeltes Leben ohne feste Strukturen und emotionale Aufregungen ausgelöst wird. Diesen Faktoren sind unsere Hunde heutzutage mannigfaltig ausgesetzt und müssen damit umgehen können.

Dass immer mehr Hunde unter den sogenannten Zivilisationserkrankungen leiden (ebenso wie Menschen), ist allerdings auch kein Geheimnis mehr. Vllt. geht das sogar Hand in Hand mit möglicherweise zunehmender Epilepsie.

 

Es gibt auch durch Gifte und Stoffwechselprobleme ausgelöste Epilepsien. Jeder TA untersucht das als erstes wenn das Thema Epilepsie auf den Tisch kommt.

0
@friesennarr

Na natürlich, Auslöser gibt es viele, sowie es auch diverse Arten einer Epilepsie gibt und nicht grundsätzlich "die Epilepsie".

1

Habe ich in meiner Frage irgendwo behauptet das die Krankheit stark zugenommen hat? 😮

  Davon war in keinster Weise die Rede.   Daher hättest Du Dir Deinen  merkwürdigen Vergleich mit 15jährigen Schwangeren schenken können.

Vielleicht hast Du recht und die Hundehalter die hier davon sprechen das ihr Hund unter Epilepsie leidet haben das einfach nur erfunden. Wer weiß, vielleicht gibt es so etwas wie Epilepsie gar nicht und das sind alles nur Internet Diagnosen 

Ich kann es ja  schlecht nachprüfen.

Bei so manchen Antworten kommt es mir vor als ob man Epilepsie als  etwas ganz normales ansieht und mir meine Frage etwas verübelt.

Vielleicht ist so manchem meine Frage zu unbequem und/oder ich habe da unbeabsichtigt einen Nerv getroffen. Keine Ahnung.

Ich kann mir vorstellen das bei einem Hund der unter Epilepsie leidet Stress durchaus ein Auslöser für einen Anfall sein kann.

Aber ich glaube nicht das Epilepsie durch Stress entsteht.

Da Du in Deiner Antwort überhaupt nichts von Vererbung geschrieben hast scheint das für Dich keine Begründung zu sein.

0
@brandon

Nein, du hast hier einfach mal behauptet, dass "diese Krankheit so weit verbreitet ist" - ohne diese Behauptung zu belegen. Oder sind dir die paar Fragen hier im GF ausreichender Beweis für eine weite Verbreitung? Dann stützt du dich eher auf eine wackelige Basis.

Außerdem solltest du genau lesen: ich habe nirgendwo geschrieben, in welchen Ursachen die Epilepsie begründet liegt, sondern ich habe nur geschrieben, wodurch sie häufig ausgelöst wird - das ist ein Riesenunterschied. Und daher auch auch eine mögliche Vererbung in meiner Antwort nicht vor, denn dies wäre z.B. eine Ursache für die Erkrankung und kein Auslöser.

2

Tja, das kliegt an der Zucht, Hunde sind nun mal Menschenwerk und wenn man der Natur permanent ins Handwerk pfuscht und einzelne Merkmale besonders hochzüchtet, weil man eine bestimmte Fellfarbe, Größe, Körperbau usw. so schön findet, dann kommt es eben auch zu Ausfallerscheinungen und Krankeiten aller Art. Manche Rassen sind dann ganz besonders davon betroffen, besonders anfällig für Epilepsie sind z.B.Schäferhund, Cocker, Setter und Pudel.

Merkwürdig nur, dass es sich bei fast allen Fragen zur Epilepsie bei Hunden hier im GF um Mischlinge handelt ....

3
@dsupper

Alles Mischlinge? Bist Du Dir da sicher?

Dann ist Epilepsie eine Mischlingskrankheit?😆

Fragt sich nur wenn der eine Rassehund keine Epilepsie hat und der Hund einer anderen Rasse auch nicht. Wie ist es dann möglich das deren gemeinsame Nachkommen Epilepsie haben? 😮

0
@brandon

seltsame Debatte - Mischlinge haben logischerweise die größten Chancen gesund zu sein, weil sie nämlich nicht durch Zucht und die damit verbundene Selektion bestimmter Merkmale enstanden sind. Deshalb werden sie auch meistens älter und sind wesentlich widerstandsfähiger, sicher können auch Mischlinge von Epilepsie betroffen sein - keine Regel ohne Ausnahme- aber es ist ganz sicher keine "Mischlingskrankheit" -  Krankheiten, die ganz speziell nur Mischlinge haben, gibts nämlich nicht

0
@dandy100

Bei einem Mischling kann es sehr gut sein, das da der ganze genetische Müll zusammenkommt - genauso wie es sein kann das die ganzen genetischen positiven Eigenschaften vereint sein können. Es kann auch sein, das er die positiven Eigenschaften von der Mutter hat und den Müll vom Vater - oder umgekehrt.

Ein Mischling ist nicht per see ein gesünderer Hund. Bei so ziemlich allen Erkrankungen geben sich Mischlingshalter und Rassehundhalter, die Klinke beim TA in die Hand.

Allerdings ist die Vererbung, der Anlage zu Epilepsie sehr umstritten.

Auch beim Menschen wird nicht jedes Kind das einen Vater mit Epilepsie hat, automatisch auch daran erkranken.

Frauen mit Epilepsie rät man dazu keine Kinder zu bekommen, aber nicht wegen der möglichen Vererbung, sondern wegen den Problemen wärend der Schwangerschaft (Medikamente).

1
@friesennarr

stimmt schon, was Du sagst, dennoch sind erfahrungsgemäß im Großen und ganzen Mischlinge tatsächlich widerstandfähiger als so mancher Rassehund - vielleicht ja auch, weil sie charakterlich stabil sind, denn immerhin mussten sie sich - und müssen es manchmal auch heute noch -  gegen mangelnde Anerkennung durchsetzen. Gibt ja auch heute noch einige Länder, wo ein Mischling nicht viel gilt und sich insofern ganz anders durchsetzen muss; mag sein, dass sie dadurch auch eine kräftigere Gesundheit haben - nur so eine Theorie.

0
@brandon

@brandon - du scheint komische Rückschlüsse zu ziehen? Eine sachliche Argumentation ist dir fremd?

Ich habe geschrieben, dass es hier im GF bei den Epilepsiefragen fast immer um Mischlinge handelt. Daraus deinen Rückschluss zu ziehen, dass ich behaupte, diese Erkrankung gäbe es nicht bei Rassehunden, finde ich schon ziemlich sinnfrei.

Mein Kommentar bezog sich auf diese Antwort, die klar, ohne Einschränkung aussagt, dass die Epilepsie "an der Zucht" liegt - und diese Behauptung ist erstens völlig unwahr, überhaupt nicht belegbar und eben auch durch die Fragen hier im GF nicht gestützt.

Also bitte erst genau lesen, dann nachdenken und dann erst etwas schreiben.



Fragt sich nur wenn der eine Rassehund keine Epilepsie hat und der Hund einer anderen Rasse auch nicht. Wie ist es dann möglich das deren gemeinsame Nachkommen Epilepsie haben


Und wenn du dich mit der Vererbungslehre etwas auskennen würdest, dann wüsstest du auch, dass Erbkrankheiten durchaus auch mehrere Generationen überspringen können. 

Außerdem sind Epilepsien (denn davon gibt es mehrere Varianten, und nicht nur "DIE Epilespie") im engeren Sinne keine erblichen Erkrankungen (von wenigen Ausnahmen abgesehen). Bei Hunden (zum Teil auch beim Menschen) ist die Forschung da aber noch nicht wirklich sehr weit, da es ein extrem komplexes Thema und Krankheitsbild ist.


2
@dandy100

@dandy - dazu würde ich gerne einmal fundierte wissenschaftliche Studien sehen und lesen! Das ist in meinen Augen nur eine landläufige Behauptung, die überhaupt nicht bewiesen ist.

Und die "charakterliche Stabilität" von Mischlingen, "weil sie sich gegen mangelnde Anerkennung durchsetzen müssen", lässt mich - sorry - lächeln, denn mit solchen Dingen beschäftigen sich Hunde mit Sicherheit NICHT! Der Rassismus ist ein rein menschliches Konstrukt, mit dem Tiere nichts im Sinn haben. 

2
@dsupper

Natürlich haben Tiere mit Rassismus nichts im Sinn  - aber Menschen. Und Tiere reagieren natürlich darauf, wenn sie schlecht behandelt werden - so war es gemeint.

Dass Mischlingshunde sich oft in höhrerem Maße um eine gutes Leben bemühen müssen, stelle ich immer wieder fest, denn ich lebe auf dem Land und die Bauern um mich herum, kümmern sich nicht besonders um einen Mischling - das ist eine Tatsache, die ich jederzeit dokumentieren kann. Dem Schäferhund oder Collie wird das Futter hingestellt, denn das ist ja ein Arbeitshund, der Mischling kriegt was ab oder eben nicht, das habe ich auch in anderen Ländern schon so manches Mal gesehen.

Das mag dazu führen - natürlich ist das nicht bewiesen sondern nur ein Gedankenspiel - dass Mischlinge grundsätzlich widerstandsfähiger sind als ein gepflegter Rassehund, den man schon allein deshalb hegt und pflegt, weil er ziemlich teuer war.

Diese Theorie erhebt keine wissenschaftliche Anspruch - das hatte ich aber auch ausdrücklich geschrieben -  das ist hier ja auch kein wissenschaftliches Forum sondern eine Plattform zum Gedankenaustausch

0
@dandy100

und gerade, weil Mischlinge oft "weniger" gut gehandelt werden, weil sie nicht so "wertvoll" sind wie Rassehunde, bekommen sie weniger gutes Futter, weniger Pflege, weniger tierärztliche Betreuung usw. Das macht nicht widerstandsfähiger - das macht krank und verkürzt das Hundeleben ungemein.

Ich habe neben meinen selbst gezüchteten Rassehunden auch Straßenhunde aus Spanien - und glaub mir, meine alten Rassehunde sind immer noch gesundheitlich viel besser dran, als die viel viel jüngeren ehem. Straßenhunde. Deren gesundheitliche Probleme durch lange Mangelernährung etc. sind kaum bis gar nicht mehr zu beheben - nur noch zu lindern.

Leider ist das ein Tenor unserer Zeit - "was nichts kostet, ist auch nichts wert".

0

Was möchtest Du wissen?