Warum lehrt die Schule widersprüchliche Dinge (Evolution, Schöpfer)?

30 Antworten

Hallo HantelbankXL, 

das ist nur vermeintlich ein Widerspruch, der sich auflöst, wenn Du Dir den Unterschied zwischen Naturwissenschaft und Religion verdeutlichst:

Ich finde, dieser Text, den der Biologe Peter Hess zur Evolution geschrieben hat, bringt es sehr gut auf den Punkt:

"In fact, the "creation or evolution" dichotomy is needless and false, based upon a category mistake. For example, if I held up an grapefruit and asked, "Is this fruit yellow or is it spherical?", the sentence would make no sense, because "yellow" and "spherical" are not contradictory, but complementary descriptions of the fruit.

The question "Do you believe in creation or evolution?" has the same problem. Like color and shape, "creation" and "evolution" do not occupy competing categories, but are complementary ways of looking at the universe. "Creation" is a philosophical concept: it is the belief that the universe depends for its existence upon something or some being outside itself. As a philosophical term, "creation" is an empirically untestable belief that makes no claims about how or when the world came to be, or even whether creation was a determinate "act" or an event in time."

(Quelle: http://ncse.com/religion/god-evolution)

Ich übersetze das mal:

"Tatsächlich ist der Zwiespalt "Schöpfung oder Evolution" unnötig und falsch, denn er entsteht erst durch einen Kategorienfehler. Wenn ich zum Beispiel  eine Grapefruit hochhalte und frage "Ist diese Frucht gelb oder kugelförmig?" dann macht dieser Satz einfach keinen Sinn. Denn "gelb" und "kugelförmig" sind keine Gegensätze, sondern sich ergänzende Beschreibungen der Frucht.

Die Frage "Glaubst Du an Schöpfung oder an Evolution" hat genau dasselbe Problem: Wie Farbe und Form stammen "Schöpfung" und "Evolution" nicht aus konkurrierenden Vostellungen, sondern sind sich ergänzende Wege, das Universum zu betrachten. "Schöpfung" ist ein philosophisches Konzept. Es ist die Überzeugung, dass das Universum seine Existenz etwas oder jemandem zu verdanken hat, das nicht Teil des Universums ist. Als philosophischer Begriff kann "Schöpfung" nicht experimentell überprüft werden und macht auch keinerlei Aussagen darüber, wie oder wann die Welt entstand, ja nicht einmal darüber, ob die "Schöpfung" ein konkreter Akt oder ein zeitliches Ereignis war."

Oder um es noch einmal anders zu formulieren:

Eine religiöse Aussage ist immer eine Deutung der Welt aus der Sicht der persönlichen Glaubensüberzeugung heraus. Eine religiöse Aussage fragt also nicht nach den in der Natur tatsächlich ablaufenden Prozessen, sondern sie deutet die Welt aus dem Blickwinkel der religiösen Überzeugung heraus.

Der Naturwissenschaftler dagegen fragt tatsächlich nach den in der Welt ablaufenden Prozessen. Er fragt danach, was passiert und wie die Ereignisse kausal zusammenhängen. Er überprüft seine Aussagen im Experiment - und kann entsprechend auch keine Aussagen machen über nicht gesetzmäßig ablaufende Prozesse oder Transzendentes.

Der Naturwissenschaftler wird also sagen, dass die Welt nicht so entstanden ist, wie wörtlich in der Bibel (oder anderen religiösen Büchern) wörtlich beschrieben. Doch im religiösen Sinne geht es eben auch gar nicht um das "wie". Es geht um das philosophische Konzept, das Dasein als gottgewollt zu deuten.

Was Du da machst in Deiner Frage, ist der religiösen Beschreibung das Wesen eines historischen Tatsachenberichtes zuzuschreiben. Das ist die Denkweise des Kreationismus. Der Kreationismus macht aber, wie wir gesehen haben, damit einen Kategorienfehler: Er versucht die Bibel wörtlich als Tatsachenbericht zu verstehen, obwohl das ihrer Bedeutung als Glaubenszeugnis schon aus religiöser Sicht in keiner Weise gerecht wird.

Und Du bist im Begriff, denselben Fehler zu machen, wenn Du den Eindruck hast, Deine Lehrer widersprechen sich. Tatsächlich behandelt Ihr verschiedene Blickwinkel auf die Welt in den einzelnen Fächern: In Bio und Physik lernt Ihr, wie die Welt funktioniert, welche Prozesse in ihr ablaufen und durch welche Experimente und Bebachtungen man diese Aussagen überprüfen kann. In Religion oder Ethik (je nach Glaubensüberzeugung) lernt Ihr verschiedene philosophische Deutungen der Welt kennen.

Etwas klarer geworden?

Grüße

Wenn dich das schon erschüttert ...

Mal abgesehen davon, dass der Religionsunterricht wie schon gesagt streng genommen kein staatliches Schulfach ist (aber an sich den Anspruch stellt, ebenso fundiert zu sein wie die staatlichen Schulfächer - sollte er zumindest):

Alle wissenschaftliche Erkenntnis ist von ihrem Wesen her vorläufig. Sogar die Mathematik ist "eine Wissenschaft auf Hoffnung hin" (Prof. G. Ludwig)

Man arbeitet mit Theorien, von denen man weiß, dass sie Näherungen sind (z. B. Newtonsche Mechanik), weil die Näherung immer noch gut genug ist, oder man verwendet Theorien, weil sie halbwegs funktionieren und man noch keine besseren gefunden hat.

Manchmal lacht man auch Leute für neue Ideen aus, die 50 Jahre später an den Schulen gelehrt werden (Kontinentalverschiebungstheorie), selbst wenn diese z. T. durch falsche Annahmen zustande gekommen sind.

Was "glauben" (worauf verlassen) wir uns in welchen Fällen? Nach welchen Kriterien können wir dies unterscheiden?

Lass dich nicht erschüttern, wenn z. B. dein(e) nächste(r) Englischlehrer(in) irgendwas lehrt, was dem, was dein(e) jetzige(r) lehrt, widerspricht.

Weil sie die nötigen Grundlagen ausklammert die nötig sind um die scheinbar widersprüchlichen Dinge angemessen wahrnehmen zu können. 

Religion: Religion lehrt einen Glauben. Glauben ist nicht Wissen. Glauben ist eine Annahme. Zudem sollte zunächst gelehrt werden dass die Glaubenslehre niemals wörtlich zu verstehen ist sondern als ein Bild welches zu einer Zeit erschaffen wurde als die Menschen unter ganz anderen Lebensbedingungen existierten als heute, also einen ganz anderen Verständnishintergrund hatten als wir. Erst wenn ich weiß dass die Schlange für Weisheit steht kann ich die Geschichte mit dem Apfel im Ansatz verstehen. Wenn ich aber in einer Gesellschaft lebe in der mir von klein auf vermittelt wird dass Schlangen gefährlich sind, niedere Tiere - im Gegensatz zum weisen Tier - komme ich natürlich zu einem ganz anderen Verständnis. Logisch. 

Biologie: Hier werden Fakten vermittelt vermischt mit Interpretationen. Und, am liebsten ausgeklammert, mit fehlendem Wissen welches dann eben als Annahme wie Wissen bzw. Fakten vermittelt wird. Wir haben nicht existiert als die ersten Einzeller sich entwickelten. Wir können nur anhand uns heute bekannter Methoden aus gefundenen Artefakten Rückschlüsse ziehen. In Wissenschaft gilt aber der Grundsatz: Das vorhandene Wissen gilt nur so lange bis es als falsch nachgewiesen wurde. In unserer jetzigen Wahrnehmung sind wir also aus den Einzellern entstanden über einen langen Zeitraum von über zwei Milliarden Jahren betrachtet. Das ist eine schier unvorstellbare Größe. 

Beide Fächer vermitteln also schlampig ihre Ansichten. 

Warum? Weil einerseits Politik der Meinung ist Ihr braucht nur einen groben Überblick über die verschiedenen Themen unserer Gesellschaft vermittelt zu bekommen der Euch so weit befähigt dass Ihr eines Tages, wenn die Schule spätestens zuende ist, fähig seid eine Ausbildung auf irgendeinem Niveau absolvieren zu können. Im Rahmen der Ausbildung dann werdet Ihr das ausgesuchte Thema gründlicher kennen lernen.

Bezüglich Religion weil nach meiner Kenntnis fast alle Lehrer die von mir angedeuteten Kenntnisse selbst nicht besitzen. Was ich nicht habe kann ich nicht weiter geben. Aber im Grunde geht es bei Religion nicht um solche "Details" sondern schlicht darum die Auffassung über den jeweiligen Gott darzustellen. Gott als nicht nachweisbares, nicht fassbares, nicht verstehbares Wesen denn Es sprengt unser Sein, nicht nur unseren Verstand. Sie geht weit darüber hinaus. Diese Tatsache macht Glauben an sich aus. 

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