Warum lassen sich Landwirte von Supermarkt - Ketten ihre Preise diktieren?

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3 Antworten

Dass geht mit kleinen Mengen auf dem Lande ganz gut, aber so grosse Mengen bekommt man dort nicht weg. Zudem hat sich das EInkaufsverhalten der Menschen geändert. Man wird kaum jemanden dazu bekommen, zehn Höfe abzuklappern um sich zehn verschiedene Dinge zu kaufen und anschliessend noch in den Supermarkt zu fahren, um sich die restlichen Dinge des Lebens zu kaufen, die man so braucht. Dann ist da noch die Entfernung zwischen Kunde und Erzeuger. Die Hälfte der Menschen in D lebt heutztage in Grosstädten. Ich kann hier in Niedersachsen zur Genossenschhaft fahren um mir einen Sack Kartoffeln zu kaufen. In Berlin oder Duisburg geht das nicht.

Zumal hinter allem immer der Wille des Verbrauchers steht. Wenn der billige Lebensmittel von Aldi oder Lildl will, dann hilft das gar nichts, neben jeden Aldi eine Bauernkooperative zu stellen, solange der nicht günstiger ist.

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Kommentar von AnnaTaliesin
07.11.2015, 14:40

Das stimmt absolut. Zumal tevau auch sehr anschaulich noch das Überangebot mit einbezog. In Berlin (hab ich von Freunden aus Berlin gehört)  gibt es allerdings mittlerweile viele Wochenmarktstände, mit regionalen Produkten.

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1) Landwirte SIND bereits meistens in Kooperativen zusammengeschlossen. Zum Beispiel in Meiereien, die die Milch verarbeiten.

2) Wenn die Nachfrage nach höherwertig produzierter Milch und die Bereitschaft, dafür auch mehr zu bezahlen, nicht da ist, wird der Bauer auch nicht so produzieren. Er produziert das, was er gut absetzen kann, so kostengünstig wie möglich. Das muss er, weil er sich im Markt sonst nicht behaupten kann und untergeht.

3) Dass der Milchpreis momentan unter den Produktionskosten liegt, liegt einfach daran, dass die Bauern zuviel Milch produzieren. Wenn sie die dann loswerden wollen, müssen sie eben bereit sein, den Preis zu senken. In jeder anderen Branche würde keiner danach krähen, wenn eine Überproduktion dafür sorgt, dass die Produzenten ihre Ware nicht loswerden oder verramschen müssen.

4) Der Hofverkauf kann nur für sehr wenige Bauern ein Vertriebsweg sein. Die meisten Konsumenten kaufen lieber ganz praktisch im Supermarkt für weniger Geld, als wenn sie erst zu einem Hof fahren müssten, um dann auch noch mehr zu bezahlen. Dazu gehört schon viel Idealismus, Zeit und Geld.

5) Kaum ein Bauer buttert noch selber oder stellt Käse selber her. Das würde sich für ihn überhaupt nicht lohnen (außer er kann ein paar Nostalgiker davon überzeugen, dass handgemachte Butter irgendwie besser schmeckt oder höherwertig ist als industriell hergestellte). Spezialbetriebe (z.B. die Meiereien) können in viel größerem Maßstab billiger produzieren. 

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Kommentar von AnnaTaliesin
06.11.2015, 17:22

Das ist eine brauchbare Antwort... mit der man auch was anfangen kann!

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Sowas gibt es doch!
Genossenschaften wie die Raiffeisen oder Genossenschaftliche Molkereien wie z.B. die ganze Uelzena.

Funktioniert trotzdem nicht, wegen dem massiven Überangebot an Waren.

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Kommentar von AnnaTaliesin
06.11.2015, 17:08

Ich hab ernsthaft das Überangebot vergessen...trotzdem wird viel Gemüse und Obst in den Raiffeisen Ketten gekauft... nur halt die erwähnten Lebensmittel nicht. Es muss ja nicht gleich Bio sein...aber Produkte vom Landwird des Vertrauens vermehrt zu bekommen, wäre zweifellos besser. WO bekommt man denn Uelzena - Produkte? Sagt mir leider nichts...

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Kommentar von scheggomat
06.11.2015, 19:30

Ich kenne von denen nur Butaris, wenn ich ehrlich bin. Die machen viel für Bäckereien und die Industrie, sowie diese Grundstoffe für Kaffeeautomatenpulver. Nur wusste ich halt, dass es sich bei den Betrieben um eine Genossenschaft der Landwirte handelt.

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