Warum lässt man sich konfirmieren, wenn man nicht gläubig ist?

35 Antworten

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  1. Wegen des Geldes

  2. Weil die Familie darauf drängt

  3. Weil es alle machen

(die Reihenfolge dürfte von Fall zu Fall verschieden sein)

Als sich in unserer Klasse alle konfirmieren ließen, haben wir die es nicht taten nur von Konformation geredet.

Das muss eigentlich die beste Antwort werden, weil die drei Gründe komplett richtig sind.

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@Strobery

Diese drei Gründe sind für diejenigen, die schon vor der Konfirmation nicht an die Lehre der betreffenden Kirche glauben sicherlich zutreffend. Würde einer dieser Gründe nicht mehr ausreichen, wäre es möglich, dass man sich gegen die Konfirmation entscheidet.

Bei mir war es allerdings so, dass, obwohl wir in unserer Gemeinde im Konfirmantenunterricht auch die Bibel gelesen und darüber gesprochen hatten, ich leider erst nach der Konfirmation einiges in der "jungen Gemeinde" herausfand, was für mich entsprechend den Aussagen der Bibel zwar meinem Glauben an einen liebenden Gott und der Fülle des Evangeliums entspricht, was aber mit der Lehre der Kirche nicht mehr viel zu tun hatte. Da ich bei einigen entsprechend diesbezüglichen Ereignissen derselben Kirche mit dabei war, konnte ich das leider nur allzu gut erkennen. Dadurch verlor ich nicht meinen Glauben an Gott, wohl aber den an dieser Kirche.Ich sehe nicht, dass mich das zu jemanden macht, der sich unangemessen hat konfirmieren lassen, denn ich glaubte damals schon an Gott und zudem an eine Kirche, von welcher ich mich betrogen fühlte, da deren Evangelium nicht der Fülle des Evangeliums der Bibel entsprach - und das in so einiger Hinsicht, wie ich im Laufe der Zeit herausfand.

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@JTKirk2000

Dann traf das "...wenn man nicht gläubig ist" ja nicht auf Dich zu, Kirk.

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So ist es!

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Diese Frage ist sehr gut und die sollte sich eigentlich jeder ernsthaft stellen, der sich konfirmieren lassen will. Vielleicht sollten die Pfarrer, Gemeinden und Familien anbieten, dass es trotzdem eine Feier und das Geld plus die Geschenke gibt, auch wenn das Kind sich gegen eine Konfirmation entscheidet. Das wäre auch jeden Fall ehrlicher als etwas zu tun, hinter dem man gar nicht steht.

Was sind also die Gründe: - Geld/Geschenke; - Weil die anderen das auch so machen; - Familie/Eltern wollen das; - Man macht sich einfach keine Gedanken darüber, worum es eigentlich bei der Konfirmation geht.

Das verstehe ich ganz gut. Man begeht ein harmonisches Familienfest mit gutem Essen, netten Verwandten, die auch noch Geschenke bringen. Und von den Gästen machen das auch die meisten nur so aus Spaß mit. Warum soll man alles im Leben so verbiestert sehen? Eine Weigerung würde für die betroffenen doch nur Ärger bringen! In der ehemaligen DDR bot man den Jugendlichen die profane "Jugendweihe" dafür an.

Was glaubst Du, wie viele Ungläubige sich mit viel Trara in der Kirche trauen lassen um der schönen Zeremonie wegen? Und wenn die Leute auf dem Lande zur jährlichen "Kirchweih" (heute meist "Kerwe" genannt) ziehen zum Essen Trinken, Tanzen und Schwofen, dann haben die doch auch alles andere im Kopf als ausgerechnet die "Weihe ihrer Kirche"! Sollten deshalb alle Ungläubigen einsam zu Hause bleiben? Hier handelt es sich um Kultur und Traditionspflege, die von fast allen mitgetragen wird, und um einen religiösen Überbau, zu dem Jeder ein anderes Verhältnis hat.

Du hast vollkommen recht, das das nicht richtig ist. Allerdings machen es viele aus Unkenntnis oder Unreife heraus und auch, weil es tatsächlich mit gesellschaftlicher, familiärer und monetärer Achtung entlohnt wird. Das es um dies alles garnicht geht, ist vielleicht vielen nicht wirklich bewusst oder man ignoriert es. Wenn du zu der Sorte Mensch gehörst, die diese Dinge bewusst erleben, bewusst ja sagen und bewusst ihren Glauben leben, dann allerdings würde ich mich über den Rest nicht ärgern: Du hast das schönste Geschenk bereits erhalten, welches man weder mit Geld, noch mit anderen Dingen irgendwo kaufen könnte. ;)

Die Firmung ist eines der Rituale, die Menschen mitmachen, weil dies nun einmal Tradition ist für Mitglieder der katholischen Kirche. Dass viele, die da mitmachen, gar nicht wirklich gläubig sind, steht auf einem anderen Blatt.

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