Warum kümmerst du dich um den Splitter im Auge deines Bruders und bemerkst nicht den Balken ...

15 Antworten

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Die vermeintlichen Fehler der Anderen fallen immer mehr auf als die Eigenen. Selbst deren kleine Verfehlungen werden im Gegensatz zum eigenen größerem Fehlverhalten überbewertet.

Ich versuchs mal wissenschaftliche. Bei der Wahrnehmung von Eigenschaften differenzieren wir sehr stark zwischen unterschiedlichen Quellen, obwohl die Eigenschaft die gleiche bleibt.

Als Beispiele wäre zum Beispiel arrogantes Verhalten, das uns bei anderen stört, wir bei uns aber nicht bemerken.

Schuld daran sind zwei Mechanismen, der eine davon heißt perzeptuelle Salienz. Salienz bedeutet in etwa Aufmerksamkeit und bezieht sich darauf, inwiefern etwas in unserer Aufmerksamkeit steht.

Da wir uns selbst in unserem Verhalten nicht beobachten können, andere aber schon, fallen uns deren Verhalten und deren Eigenschaften viel eher auf. Obwohl wir unseren eigenen Taten vermeintlich näher sind, stehen diese außerhalb unserer Wahrnehmung. Experimente mit Kameras haben bewiesen, dass wir unser Verhalten völlig anders bewerten, wenn wir dieses auf Film sehen.

Der zweite Mechanismus nennt sich Projektion. Hierbei handelt es sich um die Tatsache, dass wir eigenes, ungewolltes Verhalten auf andere projezieren und and diesen kritisieren. Wenn wir selbst etwa Leute in betrügerischer Absicht hintergehen, so nehmen wir von anderen automatisch an, dass diese dies auch vorhaben und rechtfertigen bzw. relativieren uns somit selbst.

Das gleiche gilt natürlich auch in positiver Richtung, auch positive Eigenschaften sind salienter an Anderen bzw. werden projeziert.

Soviel also zur wissenschaftlichen Sicht.

Es ist ein bisschen schade, dass vielen, die sich hier mit einem Zitat auseinandersetzen, die Psychologie und deren Terminologie nicht geläufig sind und sie sich dem Problem nur aus ihrer eigenen Erfahrung heraus nähern können. Trotzdem danke für den interessanten Beitrag.

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Ich kenne dieses Zitat nicht und auch die Geschichte dazu nicht. Bin nicht gerade jemand, der sich mal eben die Bibel durch ließt.

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Mich wundert es, dass hier alle von Fehlern sprechen, denn ich interpretiere dieses Zitat etwas anders.

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Bei einem Splitter muss ich an Schmerzen denken. Und wenn sich jemand einen Splitter eingefangen hat, würde ich ihm gerne helfen, den zu entfernen. Funktioniert aber nicht, wenn mein Auge selbst beschädigt ist und vielleicht sogar einen größeren Schaden verkraften muss. Zum einen kann ich zwar versuchen dem anderen zu helfen, aber ich werde nicht genau erkennen können, was ich dort tue. Ich könnte sogar größeren Schaden anrichten.

Zum anderen habe ich eben selbst einen gewaltigeren Schaden, den ich ignorieren möchte, was aber nicht hilfreich für den anderen ist.

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Sprich: Es gibt Menschen, die anderen Menschen gerne helfen möchten. Sie haben so was wie einen Mutterinstinkt. Das Problem ist nur, dass sie nicht wirklich dienlich jemandem helfen können, weil sie sich erst einmal mit ihren eigenen Problemen auseinandersetzen müssen. Bevor sie jemand anderem helfen können, müssen sie erst mit sich selbst ins Reine kommen und ihre Probleme bewältigen.

Die zweite Variante sind einfach Menschen, die helfen möchten, um ihre eigenen Probleme zu verdrängen. Und es kann dabei gut sein, dass der Gegenüber vielleicht gar keine so große Unterstützung benötigt wie sie von dem Helfenden eingeschätzt und gegeben wird.

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Vielleicht spreche ich hier von einer Minderheit, aber ich bin genügend Menschen begegnet, die Hilfestellung geben wollten (entweder für Kinkerlitzchen oder für schwerwiegendere Fälle), es aber nicht konnten oder es übertrieben oder eben falsche Hilfe gaben, weil sie selbst schwere ungelöste Probleme hatten. Das gilt nicht für alle Menschen.

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Jetzt aber im Nachhhinein finde ich die Interpretation mit den Fehlern schon ziemlich zutreffend, da wir diese ja auch irgendwie als Schaden beim anderen wahrnehmen. Wir sind schon ziemlich vorurteilsbelastet und und lenken dabei sehr gerne von uns ab. Es geht eben um das Recht des Stärkeren. Wer seine Gegner und Schwächere in Grund und Boden tritt, ist angesehener, auch wenn er ähnliche Schwächen wie sein Opfer besitzt, die durch seine Taten aber unbemerkt bleiben.

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Ich denke, zwischen den Menschen von gestern und heute gibt es keinen Unterschied. Ob es sich nun um den Menschen mit Mutterinstinkt handelt oder um den, der die Fehler lieber beim anderen sucht als bei sich selbst. Das gab es früher und wird es auch in Zukunft noch geben. Wir sind nun mal so ausgerichtet.

Ich danke dir, dass du diesen Aspekt reinbringst. Ich denke, du siehst das sehr richtig- das mit dem Fehler ist halt die gängige Auslegung der Kirche.

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Ich denke, es hängt das Eine mit dem Aderen zusammen. Im Grunde ist doch Kritik auch eine Art von Helfen-wollen. Nur wird daraus keine Hilfe, solange ich selbst mit der gleichen Schwäche belastet bin.

Das hiesse also, wer anderen Menschen sinnvoll helfen will, muss erst mal an sich selber arbeiten, um nicht womöglich noch grösseren Schaden anzurichten

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@gamine

Stimmt, du hast recht. Es kann wirklich miteinander zusammenhängen.

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Nur muss man dabei auch beachten, dass manche Menschen ihre Schwächen ihr Leben lang nicht ablegen können, auch wenn sie noch so sehr daran arbeiten. Sollten sie deswegen den Drang danach, Hilfe geben zu wollen, ablegen?

Außerdem gibt es ja in einigen Fällen auch Menschen, die gerade dadurch, dass sie Schwächen haben, die ihrem Gegenüber ähnlich sind, bessere Hilfestellung geben können als jemand, der unbeteiligt Hilfe zur Verfügung stellt. Und manchmal kann das Freilegen einer Schwäche auch zu einer Stärke werden.

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Nur weiß man nie genau, wie sich die Hilfe von jemandem auswirken wird, der selbst mit einer großen Schwäche belastet ist. Denn diese kann sich sehr schnell in eine Art Gegenteil wandeln.

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@JackySmith

Ach ja.... Bitte ;) Dieser Aspekt war das Erste, was mir einfiel. Aber mir ist beim Schreiben aufgefallen, dass beides enger mit einander verflochten ist als ich dachte. Dennoch sind beim Flechten hier und dort ein paar Fehler unterlaufen, wodurch es nicht vollkommen zusammenhängt.

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@JackySmith

Die Menschen,die ihre Schwächen nicht besiegen können, haben aber doch auch Stärken. Vielleicht müssen wir darauf achten, in den Bereichen zu helfen, wo wir stark sind. Es kann durchaus sein, dass wir dort besonders stark sind, wo wir unsere Schwäche erkennen - klingt paradox -

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Wo zwei Menschen mit der gleichen Schwäche aufeinander treffen, ist es sicher wichtig klar zu sehen, dass beide einander helfen. Wenn sich einer als Helfer aufspielt, sind wir wieder beim Balken und Splitter.

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Naja, ich weiss auch nicht. Es macht Spass, mit dir zu philosophieren ;-)

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@gamine

@JackySmith:

Zitat:"Bin nicht gerade jemand, der sich mal eben die Bibel durch ließt"Zitat Ende

Das geht nicht! Die Bibel kann man sich nicht mal eben durchlesen!

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@gamine

Ich danke dir. Hat mir mit dir auch eine Freude bereitet :-) Aber jetzt ziehe ich aus der Frage zurück, weil ich ein paar Tage nicht da bin.

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Ok, ich kenne dieses Zitat nicht und weiß auch nicht welche Geschichte dahinter steckt, aber ich würde den "Splitter" nicht zwangsläufig als einen Fehler sehen.

Könnte der Splitter den nicht für einen "Schaden/Wunde" stehen?

Es könnte doch bedeuten: Warum kümmerst du dich um deinen Bruder der einen kleinen Schaden/Wunde hat, aber bemerkst nicht deine eigenen größeren/tieferen Schaden/Wunde?

Kümmern muss ja nicht nur sich einmischen bedeuten, sondern auch was positives.

Vielleicht möchte man damit sagen, dass man sich genauso wie man sich um seine lieben Mitmenschen kümmert, sich auch um sich selbst zu kümmern hat.

uns stören an anderen kleinigkeiten, aber daß, was wir falsch machen sehen wir nicht

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