Warum kriegt man keinen Stromschlag?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Deine Überlegung ist zunächst völlig richtig und in beiden Fällen fließt auch kein Dauerstrom.

Allerdings hat der Körper auch eine gewisse Kapazität wie ein Kondensator und kann ohne geschlossenen Stromkreis eine gewisse Menge an elektrischer Ladung aufnehmen. Dabei können kurze Stromspitzen im Nanosekundenbereich auftreten, die dann als kurzer Schlag empfunden werden.

Interessante Antwort und vor allem der Erste, der meine Frage verstanden hat! Das habe ich bisher nicht gehört. Würde heissen, wenn ich auf der Holzleiter stehen würde und den Aussenleiter direkt anfassen würde (In der Hand festhalten würde), würde ich einen kurzen Augenblick einen Schlag spüren, welcher dann aber sofort wieder verschwinden würde und ich ohne weitere Schmerzen den Draht weiterhin festhalten könnte?

Klingt schon irgendwie logisch, nur in der Praxis kann ich mir das nicht wirklich vorstellen...

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@chickennnuggets

Um sich das vorstellen zu können, muss auch mehr drauf haben als nur Widerstande anders anzuordnen.

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@chickennnuggets

Das ist zumindest in der Theorie so. Praktisch möchte ich das aber nicht ausprobieren. Erzähl doch mal deine Erfahrung. ;-)

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@chickennnuggets

"... in der Praxis kann ich mir das nicht wirklich vorstellen..." - Ich auch nicht!

Die Erklärung passt auch nur so richtig zu einem Gleichstromnetz, da kommt nach der einmaligen Aufladung des Körpers der Stromfluss zum Stillstand.

An unserem öffentlichen Stromversorgungsnetz haben wir aber Wechselstrom mit 50 Hz. Da lädt sich dann der menschliche Körper jede Sekunde 50 mal positiv und 50 mal negativ auf, und das empfinden wir schon als Dauerstrom.

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@dompfeifer

Dann hilft es also nur bedingt, wenn man z.B. auf einer Isolierten Matte steht, wenn man was unter Spannung macht? Die matte würde dann dazu dienen, dass der Körper nicht als Leiter dient, sondern nur auf- und entladen wird? Ohne Gummihandschuhe wahrscheinlich lebensgefährlich !? Danke!

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@chickennnuggets

Die Isoliermatte hilft schon ordentlich vor Schmerzen. Der Stromfluss allein durch die Körperkapazität wird nicht gefährlich.

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@dompfeifer

Ich mein ja nur, weil die Isoliermatte theoretisch den gleichen Effekt hat, wie wenn man auf einer Holzleiter steht :D

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@dompfeifer

Es ist halt wirklich schwer für mich zu verstehen, welchen Effekt die Körperkapazität hat, da fast jeder was anderes sagt und doch irgendwie niemand eine eindeutige Antwort liefern kann... Ich werde mal meinen Dozenten fragen und kann gerne seine Antwort hier posten

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Wie kommst auf deine Fragestellung? Erfahrung? Eher nicht.

Wenn du auf der trockenen Holzleiter stehst, nichts anderes berührst und du greifst auf die Phase dann geht es dir wie einem Spatz auf der Hochspannungsleitung. es passiert nichts. Vor allem bei trockenen Händen.

Was anderes ist wenn du mit der anderen Hand dich an der Decke abstützen versuchst. Dann hast ja die Decke die nicht ganz so gut isoliert.

Wenn du statisch geladen bist durch zB einen Gang über einen Teppich kannst dich an der Türschnalle elektrisieren, das sind aber tausende von Volt. Ob 230V ausreichen um das Umladen zu spüren glaub ich nicht, vor allem wechselt dieses Potential 100 mal in der Sekunde. Wenn du das spürst dann muss es auch auf Dauer sein.

Hm, für eine Glimmlampe reicht es. Ich spüre aber nichts. Ich habe sehr trockene Haut. Möglicherweise sind andere empfindlicher, vor allem wenn sie schwitzen.

Die Holzeiter ist ein sehr schlechter elektrischer Leiter mit einem sehr hohen Widerstand und praktisch keiner Kappazität. Wenn der Draht (Aussenleiter) die Leiter berührt findet entsprechend kein Ladungsausgleich statt.

Der Mensch (Erwachener) hat einen Körperwiderstand von ca. 1,5 KΩ und eine übliche Kappazität von ca. 100 pF bis 300 pF.

Berührt nun der Mensch den Draht berührt, findet aufgrund der "besseren" elektrischen Werte ein sehr kurzer Ladungsausgleich (elektrischer Schlag) statt.

Woher ich das weiß:Hobby – Meine Beiträge sind keinesfalls rechtsverbindlich!

Der Strom könnte zu gering sein, als dass er den RCD auslöst. Ansonsten würdest Du im zweiten Fall den Strom auch ohne Überschlag spüren und die Leiter zwangsläufig loslassen wollen.

Wenn Du die Phase direkt berührst, so spürst Du den Spannungsüberschlag. Hältst Du aber die Leiter bereits in den Händen, so gibt es diesen Überschlag nur noch zwischen Phase und Holzleiter, nicht aber zwischen der Holzleiter und Dir.

Es ist also wie mit der statischen Entladung am Auto: Berührst Du das Schloss, dann bekommst Du spürbar "einen gewischt". Hältst Du aber den leitfähigen Schlüssel fest umschlossen in der Hand und berührst damit das Schloss, so siehst Du zwar den Blitz zwischen Schloss und Schlüssel. Du spürst aber den Überschlag nicht, obwohl es der gleiche Strom ist.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Industrieelektriker (Betriebstechnik)

Interessant. Also wenn ich den Aussenleiter festhalten würde, während ich auf der Holzleiter stehe, würde ich kurz den Spannungsüberschlag spüren, kurz danach würde ich aber nichts mehr spüren, obwohl ich den Aussenleiter weiterhin festhalte?

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@chickennnuggets

So ungefähr. Das hängt aber vom Strom ab, welcher dann durch den Körper fließt. Ohne jedoch das ganze mit einem Messgerät zu testen, kann ich auch nur spekulieren.

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wenn die Leiter den unter Spannung führenden Leiter berührt - wohl gemerkt Holzleiter, berührt diese die Ader nur sehr punktuell, dadurch ist der Übergangswiderstand hier ungleich größer, als wenn du mit der Haut den Leiter berührst. Mit Alu-Leiter wär das jedoch gefährlich

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