Warum kreisen Planeten um die Sonne?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Planeten kreisen um die Sonne, weil die Sonne sie zu sich zieht. Zöge die Sonne sie nicht zu sich, dann täten die Planeten das, was kräftefreie Körper, dem ersten Newtonschen Gesetz gehorchend, tun: Sie würden in gleichförmiger geradliniger Bewegung davonfliegen.

Weil die Sonne aber an den Planeten zieht, können sie nicht einfach in gerader Linie weiterfliegen. Ihre Bahn wird gekrümmt. Mit der Sonne kollidieren würden sie, wenn sie langsamer wären. Da sie aber genügend Geschwindigkeit quer zum Bahnradius haben, sind sie immer schon zu weit dafür und fallen an der Sonne vorbei und auf elliptischen Bahnen um sie herum.

Bei Kometen jedoch ist die Geschwindigkeit quer zum Bahnradius viel kleiner als bei den Planeten. Deshalb fallen sie nicht auf kreisrunden, sondern auf schmalen Ellipsen um die Sonne herum, so daß sie der Sonne ziemlich nahe kommen und fast mit ihr kollidieren. Ab und zu passiert es aber auch...

http://www.spektrum.de/news/komet-stuerzte-in-die-sonne/1139619

Und wie sind die Zukunftsprognosen in astronomischer Zeitrechnung? Wenn sich die Drehbewegung ganz langsam verlangsamt, kommt der Planet immer näher und kollidiert irgendwann mit dem Stern, oder es zerfetzt ihn. Stimmt das?

0
@atoemlein

Beim Mond geschieht das Gegenteil: Infolge der Wechselwirkung mit der Masse der Ozeane auf der Erde wird er ganz langsam schneller und entfernt sich um ein paar cm pro Jahr von der Erde. Bei einigen der Monde anderer Planeten tritt etwas Ähnliches auf.

In der deutschen Wikipedia ist das kurz erklärt im Artikel Mondbahn, Abschnitt Säkulare Akzeleration. Genaueres dazu findest Du in der englischen Wikipedia unter: Orbit of the Moon und Tidal acceleration.

Wieweit dieser Effekt auch bei den Planetenbahnen auftritt, weiß ich nicht. Aber hier gibt es jedenfalls eine gegenseitige Beeinflussung, durch die das Planetensystem langfristig chaotisch ist und kaum über längere Zeiträume als ein paar zig Millionen Jahre berechnet werden kann. Siehe engl. Wikipedia unter Stability of the Solar System.

0
@Franz1957

@atoemlein,

@Dreadrasur,

@Franz1957,

Der Mond entfernt sich von der Erde um 3,8cm pro Jahr!

Die Erde entfernt sich von der Sonne um 15 cm pro Jahr!

LG

1

Es gibt eine Zentripetalkraft (durch die Gravitation der Sonne) und eine Zentrifugalkraft (durch die kinetische Energie des Planeten). Man kann auch Drehimpulserhaltung anführen.

Solange diese beiden Kräfte sich die Waage halten, bleibt die Bahn konstant. Überwiegt die Zentripetalkraft, zieht die Sonne den Planeten langsam zu sich. Überwiegt die Zentrifugalkraft, haut das Objekt ab, einfach gesagt. Anders gesagt: die Objekte, die stark von der "ausgewogenen" Situation abgewichen haben, sind schon weg (auf die ein oder andere Art). Das Sonnensystem gibt es ja schon eine ganze Weile.

Die Bahn der Erde war die letzten Jahrmilliönchen recht konstant. Das spricht dafür, dass sie die nächsten auch noch so weitermacht.

Drehimpulserhaltung.

Wenn die Planeten zu nahe an die Sonne oder die Monde zu nahe an ihren Planeten herankommen, müssen sie so schnell umeinander kreisen, dass sie durch die Fliehkraft wieder auseinander getrieben werden.

Warum die höheren Ellipsenanteile gedämpft werden und hauptsächlich die kreisförmige Grundbewegung übrig bleibt, dazu müsste ich auch Astrophysiker fragen.

Warum die höheren Ellipsenanteile gedämpft werden und hauptsächlich die kreisförmige Grundbewegung übrig bleibt,...

...der Jupiter machts. Er nivelliert durch seine Masse alle anderen Planetenbahnen. Glücklicherweise hat seine eigene Bahn bereits von Anfang an eine geringe Exzentrität. Sonst wäre hier in diesem System das blanke Chaos. ;-)

1

Was möchtest Du wissen?