Warum konnten sich die Juden im 2. Weltkrieg nicht einfach als Christen ausgeben?

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es tut mir sehr leid, dass Euch in der Schule die Sachen nicht richtig beigebracht werden.

Die Deutschen haben extrem viel Aufwand betrieben, um Juden als Juden zu identifizieren, und sie hatten viele Spitzel, (wie auch im Fall von Anne Frank), die ihnen dabei gehofen haben.

Der Fall von Anne Frank war eigentlich ziemlich typisch für Holland: dort gab es viele Holländer, die halfen, Juden zu verstecken oder die versteckten Judne halfen, zu überlebne. Andererseits gab es auch viele Denunzianten, so dass 2/3 der versteckten Juden in Holland letztlich von den Deutschen entdeckt und in Konzentrationslager deportiert und mehrheitlich ermordet wurden.

Hier hast du ein Beispiel aus Polen, von Kitty Hart-Moxon. Sie hat dort gefälschte Papiere bekommen, wurde aber trotzdem denunziert und nach Auschwitz deportiert.

https://youtube.com/watch?v=ZL7FjsNk90Q

Hier hast du ein anderes Beispiel von einer Frau, die sich als nicht jüdisch ausgegeben hat und so überleben konnte. sie erzählt aber auch wie gefährlich und stressig das war...

https://www.youtube.com/watch?v=j0mOA1KAZME

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Ja es war im Pass eingetragen, man musste seinen Stammbaum nachweisen, sie mussten ja auch einen Judenstern tragen und die Nazis sind ja auch so weit gegangen dass sie jedem Juden im Pass einen einheitlichen zweiten Namen eingetragen haben. Außerdem konnte man an den Namen der Leute meistens erkennen dass sie jüdisch waren. Namen wie zB Rebekka die jüdischen Ursprungs sind und bildliche Nachnamen wie Goldbaum oä. Außerdem steht man als Gläubige/r zu seiner Religion, auch wenn das Verfolgung bedeutet.

Den Judenstern konnten sie ja abtrennen.

Danke für deine Antwort :)

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@IchHelfeGernXD

Das natürlich, viele Juden haben den auch nicht getragen, aber das geht natürlich nur wenn du nicht allseits als Jude bekannt bist, weil wenn das auffiel gabs massiven Ärger. Außerdem sind da ja noch die anderen, von mir aufgeführten, Punkte.

Gerne^^

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@IchHelfeGernXD

Sogar in der Schweiz hatten die Juden den entsprechenden Stempel im Ausweiss.

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@zetra

Hast du den Artikel, den du hier verlinkt hast, überhaupt gelesen?

Hier steht:

Die Schweiz hat die Pässe von Schweizer Juden nicht selbst speziell gekennzeichnet. 
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@ChoseNaM

Gleich dahinter. Wer mit einem Stempel im Pass angetroffen wurde, dem wurde der Aufenthalt in der Schhweiz verweigert, somit fanden sie keine Zuflucht.

Es gibt noch Berichte, da hat die Schweiz den Stempeleintrag zugestimmt.

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@zetra

Deine Behauptung war, dass Schweizer Juden ein J in ihren Schweizer Pass gestempelt bekamen.

Diese Behauptung ist falsch.

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ja sie bekamen den Zweiten Vornamen Sarah oder Israel

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Einige wenige haben es gemacht, aber erfolgreich davon waren nur die, die nicht "jüdisch" aussahen.

Zum einen waren sie in der Nachbarschaft oder gar behördlich bekannt als Juden, evtl. registriert. Evtl. hatten sie jüdische Namen, die sie verrieten.

Es gab Dokumente, dass sie "mosaischen Glaubens" waren, wie das damals hieß.

Und dann noch zum einen der Stolz "Ich bin stolz, Jude zu sein" oder der Glaube "Ich werde nicht verleugnen, dass ich Jude bin".

Und dann gab es noch die, die gesagt haben "So schlimm wird es schon nicht werden. Wir sind ja Deutsche. Was können die uns schon antun?".

Nun, da man registriert war, war das nicht so einfach. Ein junger Mann konnte sich schon gar nicht als Christ ausgeben, denn dann hätte er nachweisen müssen, warum er nicht Soldat war.

Übrigens nützte es einem Juden gar nichts, wenn er sich als Christ ausgab. Nicht mal, wenn er zum Christentum konvertierte. Die "Jüdin" und konvertierte katholische Christin und Nonne Edith Stein wurde als Jüdin umgebracht.

Habt ihr das wirklich nicht in der Schule gelernt?

Die Deutschen konfiszierten die Meldelisten der jüdischen Gemeinden, man musste Taufscheine vorweisen können, tw. konnte man am Namen erkennen, dass er "jüdisch" war, Männer wurden einfach mitten auf der Strasse aufgefordert, die Hosen runter zu lassen, um zu überprüfen, ob sie beschnitten sind, es gab allenthalben Spitzel, die Juden bei den Deutschen denunzierten.

Nun gab es Länder, wo es bessere Widerstandsnetze gab, und andere, wo man gegen die Boshaftigkeit der Deutschen und der lokalen Bevölkerung keine Chance hatte.

Am besten war Albanien. Albanien wurde ab 1943 von den Deutschen besetzt, und sie haben keinen einzigen Juden ausgeliefert. 1936 gab es dort ca. 200 Juden, am Ende des Krieges ist die jüdische Bevölkerung auf 2000 angestiegen.

Dänemark war auch nicht schlecht, dort hat man den Juden zur Flucht nach Schweden verholfen, übers Meer.

Der Marokkanische König weigerte sich, die Kennzeichnung der Juden zuzulassen, mit dem Argument: Bei mir gibt es keine Juden oder Moslems, ich habe einfach Untertanen.

In Belgien und Frankreich gab es ganz gute Widerstandsnetze, dank denen man Juden verstecken oder ihnen zur Ausreise verhelfen konnte.

In anderen Ländern war es schwieriger. Die relativ höchsten Opferzahlen (in % der jüdischen Bevölkerung) waren  in Jugoslawien, Holland, Balten, Polen, Ungarn, Tschechoslowakei zu vermelden, wo die Deutschen und ihre Kollaborateure 75 bis 95% der jüdischen Bevölkerung ermordeten.

Die Situation war in jedem Land etwas anders: in Holland haben sich viele Juden versteckt (siehe Anne Frank), aber sehr viele wurden auch denunziert. d.h. ein Teil der Bevölkerung wollte helfen, ein anderer Teil kollaborierte total mit den Deutschen.

In Ungarn haben viele ausländische Konsule sich bemüht, zu helfen, (Lutz, Wallenberg) aber der Druck der Deutschen war riesig...

In Polen gab es zwar auch Menschen, die halfen, aber auch viele aktive Antisemiten, die aktiv denunzierten...

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