Warum konnten sich die Amerikaner nicht gegen die vietnamesischen kampfmethoden durchsetzen obwohl man mehr Leute hatte?

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5 Antworten

Da gab es viele Probleme. Die Amerikaner waren bis zu dem Zeitpunkt im Glauben, dass große Streitkräfte alles richten konnten. Man hat also auf Masse gesetzt, weil das das Mittel der Wahl in den letzten großen Kriegen war (Korea und zweiter Weltkrieg). Die Nationale Front für die Befreiung Süd Vietnams (der Vietcong) war allerdings eine Guerillaorganisation, die den offenen Konflikt und somit größere Verluste scheute. Der Vietcong hatte nicht die Aufgabe den Krieg zu gewinnen, so wie die Amerikaner, sie durften den Krieg nur nicht verlieren, indem sie durchhielten.

Das hat man damit gemacht, dass man viele US Soldaten mit Sprengfallen getötet und auch verletzt hat, um so die Moral und die Sinnhaftigkeit der Truppe bzw. der Mission immer weiter in den Keller zu ziehen, ohne sich selbst in Massen zu opfern (wobei man das später auch gemacht hat. Ted-Offensive ist das Stichwort).

Dazu kam, dass die militärische Führung vor Ort einfach nur aus desillusionierten Männern bestand, die mit Gottvertrauen und an den Glaube der überlegenen US Streitkräfte glaubte, wenn man immer mehr Männer einfliegt, dann wird sich das Problem schon irgendwie lösen.

Das Land wurde aus der Luft zu Tode gebombt und ab etwa der Mitte des langen Konflikts, geriet der Krieg absolut außer Kontrolle. Unter der "Search & Destroy" Doktrin durchkämmten US Truppen Dörfer, plünderten und zündeten sie an in der Hoffnung, dass man dort Zwischenlager und Sympathisanten des Vietcongs vernichtet. Das ging so weit, dass man irgendwann Free Fire Zones einrichteten, also Gebiete, in der US Truppen auf alles schießen durften, was sie wollten. Frauen, Kinder, Männer...egal... In der Zeit wurde der Begriff "Kill Count" eingeführt. Ging einfach nicht mehr darum den Vietcong zu töten, sondern  nur ums Töten als solches, weil jeder tote Vietnamese in die Statistik als toter Feind mit aufgenommen wurde.

War also ein langer und grausamer Krieg, der auf Grund von fehlender Strategie, Unterschätzung des Gegners und Arroganz zum Scheitern verurteilt war und unglaublich blutig von der Bevölkerung bezahlt werden musste.

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Die Vietnamesen hatten den Heimvorteil. Sie hatten das Wetter und die Natur auf ihrer Seite. Sie kannten die Landschaft. Jede hochgerüstete Armee verliert gegen eine Guerilla, da diese keine Regeln befolgt. Schon in der Römerzeit konnten römische Legionen, die daran gewöhnt waren in offenem Gelände in Schlachtformation zu kämpfen und zu siegen, in einem Sturm und in einem Wald besiegt werden.

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Der Jungel und das Umfeld hat den Soldaten dort schwer zugesetzt, während die Vietmanesen den umraum kennen und sich in dem Biom anpassen können. 

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Die Amerikaner waren in konventioneller Kriegsführung und Kampftechnik ausgebildet, mit den Methoden der vietnamesischen Guerillakämpfer konnten sie nicht mithalten.

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Ich sag mal Heimvorteil. Dasselbe Phänomen haben wir in Afghanistan. :)

Und noch ein nettes Stichwort: Asymetrische Kriegsführung ...

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