Warum konnte der Teufel Gott aufreizen?

11 Antworten

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Vielleicht hilft dir dieses Video zum Buch Hiob die Geschichte etwas besser zu verstehen:

https://www.youtube.com/watch?v=Fb0FBrvO7zQ&list=PLElFHqz-rjx6nXfgNai5YuUQbBbOD3pc4&index=27

Dort wird der Inhalt des Buches erklärt und ausgelegt.

Warum der Gott auf den Teufel hörte wird dort nicht erklärt, weil das auch für die Geschichte an sich nicht wichtig ist.

Jedoch, zu dieser Zeit als die Geschichte spielte war der Teufel noch im Himmel geduldet. Gott hielt grade seinen Hofstaat und einer seiner Engel (wie gesagt, der Teufel war damals noch im Himmel geduldet) sagt Gott, dass Hiob ihm nur treu ist, weil er ihn segnet. Gott möchte dem Engel zeigen, dass er falsch liegt. Er könnte auch einfach sagen: "Du liegst falsch, ich habe recht, Ende der Diskussion." Macht er aber nicht, er möchte dem Engel gerne zeigen, dass er unrecht hat, um ihn zu überzeugen.

Also gibt er Hiob in seine Hand, und lässt den Engel (also den Teufel) mit ihm machen was er will (in gewissen Rahmen).

Wie gesagt, die Geschichte geht eigentlich nicht darum zu erklären warum Gott tut was er tut, sondern um zu erklären, dass Menschen gar nicht verstehen können warum Gott tut was er tut, weil Gott das ganze Universum im Blick hat, und der Mensch nur sein eigenes Leben.

Gott möchte dem Engel zeigen, dass er falsch liegt. Er könnte auch einfach sagen: "Du liegst falsch, ich habe recht, Ende der Diskussion." Macht er aber nicht, er möchte dem Engel gerne zeigen, dass er unrecht hat, um ihn zu überzeugen

Und dafür wird ein Unschuldiger geopfert. Wow.

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@Lamanini

ich verstehe es auch nicht, aaaber.. eine Möglichkeit.. er wurde dafür ja später doppelt so gesegnet, als er schon davor war. Und davor hatte er schon ALLES. Am Ende steht: Und er starb Lebenssatt (Positiv nicht Negativ gemeint:)

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@SheriffRomero

Klar. Am Ende hat er neue Kinder bekommen. Aber seine alten Kinder waren immer noch Tod. Darf ich jetzt also Kinder töten, wenn ich danach neue beschaffe?

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@Lamanini

du darfst sie töten, ja, aber was wird Gott dazu sagen?

Der Teufel tötet, nicht Gott. Gott lässt es nur zu, und er weiß auch warum.

Ein Beispiel noch, ich habe vor kurzem in den Nachrichten über einen Kleinflugzeugabsturz gelesen. 2 Piloten, 1 junge Mutter waren tot. Das hat Gott zugelassen. Nur das Baby überlebte unbeschadet, obwohl es eigentlich immer in der Nähe seiner Mutter sein müsste. Gott tötet also auch keine Babys.

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@SheriffRomero

Du zählst es als Pluspunkt für Gott, dass er nur die Mutter umgebracht hat?

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Hiob ist tatsächlich schwierig zu verstehen, vor allem für Christen. Der Teufel ist ja nach christlichem Glauben ein Feind Gottes - trotzdem "treffen" sich die beiden scheinbar und führen friedlich Gespräche miteinander. Gott lässt sich sogar auf einen "Deal" mit dem Teufel ein. Die Geschichte wirkt nicht wie eine epische Konfrontation zweier Todfeinde, sondern wie ein Treffen alter Kumpels, die nach langer Zeit mal wieder zusammen eine Runde Schach spielen und Tee trinken. Das erscheint ziemlich paradox.

Die Lösung liegt darin, dass das Buch Hiob eben kein ursprünglich christliches Werk ist, sondern von der Theologie her eindeutig dem Judentum zuzuordnen ist.

Im Judentum ist Satan/der Teufel nicht die Verkörperung des Bösen, sondern ein Diener Gottes. Er tritt als Ankläger und Verführer der Menschen auf. Mit Gottes Erlaubnis darf er die Menschen auf ihre Rechtgläubigkeit testen. Nach jüdischem Glauben kann es neben Gott gar kein "böses Geistwesen" geben, das sozusagen die "dunkle Seite" verkörpert. Gott ist im Judentum absolut allumfassend. Da ist schlichtweg kein Platz für einen "Teufel".

Vor diesem Hintergrund wird die Geschichte klar: Satan ist gewisserweise schon ein eher "dunkler" Engel, steht aber im Dienst Gottes. Ohne Gottes Erlaubnis darf Satan niemandem auch nur ein Haar krümmen. Er unterstellt Hiob (fälschlicherweise) einen unaufrichtigen Glauben. Gott lässt sich auf das Spiel ein, triumphiert aber am Ende, weil sein Diener ihm trotz Satans übler Taten die Treue hält.

Das Buch Hiob hatte übrigens sehr wahrscheinlich Vorlagen aus anderen Kulturen. Man kennt solche ähnlichen Geschichten von leidenden Gottesknechten auch aus Babylon. Vieles über das Buch liegt bis heute im Dunkeln. Man weiß noch nichteinmal mit Sicherheit, wann es verfasst wurde. Vermutlich wurde es mehrfach überarbeitet und erweitert. Der Urtext muss auf jeden Fall sehr alt sein.

Der Kampf wird immer sein, seitdem der Teufel sich gegen Gott aufgelehnt hat. Dann hat er die Eva versucht, die wiederum dem Adam versucht hat. Seitdem ist die Sünde in der Welt, die Leiden, Krankheiten und Katastrophen nach sich zieht. Durch gewisse Erfahrungen, leider auch schmerzhafte, kann Gott uns lernen, auf Ihn voll und ganz zu vertrauen. Diese Leiden und Katastrophen sind oft durch den Teufel verursacht. Aber Gott hat alles in der Hand und lass nie mehr zu, als was er will. Die verschiedenen Wunder in den Katastrophen zeugen davon.

Die geretteten Leuten in den Trümmer am 11. September 2001 oder die Menschen, die sich wegen einer Gottes Eingabe auf einen Hügel in Puket, am Leben geblieben sind.

Ob man sagen kann, dass Gott wirklich aufgereizt wurde, weiss ich nicht. Ich würde eher sagen, dass Er genötigt wurde, hat Er es aber zugelassen, weil er wusste, dass Hiob ihm vertraute, auch wenn er es nicht verstanden hat. Dadurch hat der Teufel nicht gesiegt.

Woher ich das weiß:Recherche

In der Geschichte Hiob wird genau diese Ungereimtheit des Glaubens verarbeitet, die die Menschen schon immer beschäftigte: Weshalb geschieht Schlechtes, wenn Gott gut ist? Das Buch ist eine Überlagerung mehrerer Bücher und deshalb ist die Antwort auf die Frage auch widersprüchlich. Manchmal kommt Gott gar nicht gut weg, manchmal ist der Teufel der Böse und manchmal wird Hiob kritisiert, dass er sich überhaupt anmasst, diese Frage zu stellen.

Du darfst dir selbst aussuchen, welche Antwort dir behagt. Das Buch Hiob ist gerade wegen dieser Selbstkritik ein gelungener Marketing-Schachzug. Gläubige können nun sagen: "Genau das steht ja auch in der Bibel. Die Frage wird in der Bibel schon behandelt." - Dass die Frage da keineswegs befriedigend beantwortet wird, muss man ja nicht hervor streichen.

Die Frage danach warum Gott Leid zulässt wird dort nicht beantwortet, wohl aber die Frage ob Gott gut und gerecht ist.

Dass Gott Leid zulässt bedeutet keineswegs, dass er böse und irrational ist. Am Ende wird das deutlich. Er fragt Hiob, der ihn deswegen anklagt, ob er da war als Gott die Grundfesten des Universums geschaffen hat, ob er da ist wenn Gott alles Leben versorgt, das ganze Universum lenkt und so weiter. Nein, war er nicht. Hiob (und alle Menschen) haben nur ihren eigenen begrenzten Horizont und sehen nur das was in ihrem Leben stattfindet. Gott aber hat das ganze Universum im Blick und weiß genau was er tut.

Du hast als Mensch keine Ahnung was für Auswirkungen eine Naturkatastrophe und deren Folgen im Rahmen des Universums, des ganzen Lebens hat, wie es Menschen jetzt und in der Zukunft beinflusst. Gott hat jedes Detail der Welt im Blick.

Gott beantwortet die Frage warum er Leid zulässt nicht direkt, sondern sagt: Du kannst es gar nicht verstehen, weil dein Horizont so begrenzt ist. Deine Sicht reicht gar nicht aus um mich deswegen anzuklagen. Er bittet daher um Vertrauen in sein Wesen, dass er Gut und Gerecht ist.

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@Dsingis

Ist eine ziemlich arrogante Antwort, die Gott da gibt, nicht wahr? So doof sind wir ja auch nicht, dass wir nicht sehen würden, wie unnötig viele Leiden sind.

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@diderot2019

Arrogant? Nein. Arrogant ist es von dir zu behaupten du könntest verstehen wie es ist das ganze Universum im Blick zu haben, und das Leben von Milliarden von Menschen zu überblicken. Arrogant ist es zu behaupten du wärest dahingehend gottgleich. Das ist arrogant.

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@Dsingis

Schwache Replik - mit persönlichem Angriff. Die altbekannte Taktik.

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@Dsingis

Ich muss keine Eier legen können, um zu beurteilen, ob ein Ei faul ist. Und ich muss kein Universum schaffen können, um zu beurteilen, dass in unserer Welt hässliche Dinge passieren. Die Menschen verstehen mehr von Humanität als der Schöpfer dieses Universums. Schon Moses musste Gott erklären, was Humanität ist. Und seit Moses sind die von Menschen geschaffenen Gesetze noch wesentlich humaner und gerechter geworden. Deshalb gelten bei uns auch nicht mehr die in den Leviten aufgeschriebenen Gesetze, sondern an die modernen, von Menschen gemachten. Die heutigen Gesetze kommen nicht von Gott. Und sie sind besser.

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@Dsingis

Nur wenige Menschen schaffen es, an grausamen Krankheiten sterbende Kinder als Mittel zum größeren Wohl zu bezeichnen, und dies gutzuheißen.

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@diderot2019

ich glaube, die hauptsache darin liegt, dass wir uns demütigen oder nicht. nur wer sich demütigt, und Jesus als seinen persönlichen Erretter annimmt kommt in den Himmel. Hochmütig zu sein, da hast du verloren. sry für mein Deutsch

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Warum lässt der Weihnachtsmann Knecht Ruprecht Kinder bestrafen und macht das nicht selbst?

Ich denke man muss sehen wie die Geschichten entstanden sind und wer sie aus welchem Grund geschrieben hat.

Satan ist bei deiner Geschichte sicherlich nur ein Symbol für die Verderbnis. Ein Bild für das Böse. Gott ist ein Symbol für das Gute.

Wie kann also das "Gute" etwas "böses" tun? Indem er dazu angestiftet/aufgereizt wird. Gott ist in dem Moment nicht das allmächtige Wesen, welches Satan einfach auslöschen könnte, oder dafür sorgen, dass er nie existiert hätte. Gott ist einfach nur ein Symbol, die Handlungen, alles Symbole.

Es geht darum mit der Geschichte etwas zu vermitteln, nicht, dass alles logisch kohärent mit allen anderen Geschichten sein muss.

Gruß

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