Warum kommen viele Autisten mit der Schule nicht klar?

11 Antworten

Wenn du selbst Asperger hast (ich habe teilweise selbst Züge von Asperger, aber nicht alle, kann aber in gewisserweise durch Gemeinsamkeiten meines Erachtens nach recht gut urteilen), dann multiplizier deine eigenen Probleme, die du hattest einfach um ein Vielfaches.

Spezielle Interessen vs. Breitgefächertes Beibringen
Soziale Bindungsschwierigkeiten vs. Klassensystem und Menschenmassen
usw., usw., usw.

Das System ist nicht auf autistische Menschen oder Menschen mit Asperger ausgelegt. Beruflich kenne ich persönlich sogar einige Leute, die Autismus oder Asperger haben, und ehrlich gesagt sind die nicht ein Deut weniger erfolgreich beruflich. Nur spezieller unterwegs. Ich kenne z.B. auch einen Geschäftsführer, der Asperger hat (mittelgroße Firma!), es ist alles eine Frage, wie man sich Lösungen im Leben zusammensucht und eigene Wege findet. Ich halte die Möglichkeiten für Autisten und Asperger vom System her heutzutage für absolut fair und gleichwertig gegenüber neurotypischen Menschen. Gesellschaftlich sind wir da noch nciht ganz so weit leider.

Warum es gesellschaftlich nicht so gut funktioniert? Weil die Gehirne von uns anders ticken als die der Neurotypischen. Wir haben andere Denkweisen, andere Sichtweisen, andere Kategorien, andere Wahrnehmungen. Die meisten Menschen wissen nicht, wie man mit Menschen umgehen sollen, mit denen sie meist gar nichts gemeinsam haben. Das ist doch völlig verständlich. Autisten (und in gewissem Maße auch Asperger) fehlt die soziale Kompetenz, Reaktionen von anderen Menschen zu erkennen, weder in Stimme, noch Gesichtsausdruck oder ähnlichem. Sie nehmen es wörtlich. Nicht persönlich, aber wörtlich. Und sie reden wörtlich, exakt, gerade, direkt. Damit kommen "die Anderen" nicht klar, weil man es gewohnt ist, das Sachen schöner verpackt werden, um Gefühle nciht zu verletzen.

Kurz gesagt: Keiner ist Schuld. Man kann den Neurotypos keinen Vorwurf machen, sich verletzt zu fühlen oder komisch zu reagieren, wenn das Verhalten eines Autisten nicht richtig eingeordnet werden kann. Andersrum kann man Autisten schlecht einen Vorwurf machen, wenn sie etwas nicht verstehen, und sei es nur ein schlechter Wortwitz.

Ich persönlich komme mit Autisten und Menschen mit Asperger super zurecht und habe auch Freundschaften mit einiger diesen Menschen, weil ich sie verstehe und in der Lage bin, "beide Seiten" zu verstehen. Es können genau so wundervolle (oder beschissene) Menschen sein wie andere auch.

Helfen tut auf jeden Fall, wenn man so etwas offen kommuniziert, wenn man es für sinnvoll und angebracht hält, damit sich das Gegenüber immer drauf einstellen kann. In der Schule (niedriges Alter) haben Kinder diese Reife natürlich noch nicht. Das führt dann zu Mobbing/Ausschluss usw.

Ich könnte jetzt noch sehr viel mehr schreiben, aber belasse es erst einmal dabei. Ich hoffe, ich konnte einen gewissen Überblick geben.

Ich bin aber sehr Einfühlsam untypisch für einen Autisten oder?

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@Cerberus89

Einfühlsam kann verschiedene Ausprägungen haben. Kannst du Emotionen sehr schnell erkennen oder fühlst du sie leibhaftig nach?

Ich tippe mal ganz stark auf Ersteres! Das ist zwar nicht häufig, aber auch nicht ganz so besonders, wie du denkst. Lies dir mal den Artikel bei Wikipedia über HSP (hochsensitive Person) durch, das ist sehr interessant, vielleicht findest du dich ja da wieder!:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hochsensibilit%C3%A4t

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@Seegurke89

Ich kann Emotionen sehr schnell erkennen. Ich hab auch kein Problem mehr damit mit Menschen zu reden und mich gut auszudrücken, dies konnte ich alles lernen.

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Das du es lernen konntest ist der entscheidende Vorteil des Aspergersyndroms.

Autismus hat so viele Facetten, da kann man leider nichts pauschalisieren.

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Hallo!

Das dürfte mit dem Normendenken zusammenhängen ------> wer nicht in die Mainstreamschubladen einsortiert werden kann, der fällt für diese Gesellschaft, die viel intoleranter und verbohrter ist als sie es jemals zugeben würde, so richtig durch.. und darin liegt mMn das Hauptproblem begründet.

Ich kannte einen, dem man zumindest nachsagte er habe Asperger-Syndrom, wobei er die Gesellschaft spaltete ------> manche kamen mit ihm nicht klar und hassten ihn, andere liebten ihn und hoben ihn in den Himmel. Beruflich kann auch so jemand sehr erfolgreich werden, wenn er das Glück hat in einem Umfeld zu leben, das ihn nimmt wie er ist & ihn nicht mobbt, sondern zumindest akzeptiert. Das gibt es!

Ich würde nicht sagen, dass Autisten/Asperger sich nicht anpassen könnten sondern es in erster Linie darauf zurückführen, dass sie für die Gesellschaft als "merkwürdige Menschen" gelten die durch die Normen fallen, die Leute überfordern weil sie damit nicht klarkommen und nicht wissen, wie sie mit jemandem umzugehen haben der nicht "so ist wie jeder". Und da ist die aktuelle Zeit intoleranter denn je.

Ich sehe das an einer Freundin (26), die im Rollstuhl sitzt und beidseitig Oberschenkelamputiert ist/keine Prothesen nutzt ------> klar kannste das so nicht vergleichen aber auch bei ihr haben zahlreiche Leute Hemmungen weil sie komplett durch die Norm fällt und viele nicht wissen wie sie mit ihr umgehen sollen. 

Hoffe ich konnte dir helfen!

Beim Autismus hängt es stark davon ab, wie stark er bei jemanden ausgeprägt ist. Bei starken Fällen, wird solch eine Person ein Leben lang auf Betreuung angewiesen sein.

Aber in den normalen/schwächeren Fällen, fällt es den Menschen schwer in der Schule zurechtzukommen, weil sie mit den Schülern nicht klarkommen. Sie sind Außenseiter und werden deshalb oft schikaniert.

Das Problem ist, dass die Spiegelneuronen im Gehirn nicht in dem Maße funktionieren wie bei gesunden Menschen. Diese Neuronen sind dafür verantwortlich, dass man automatisch mitbekommt, wie sich dein Gegenüber fühlt. Und dieser Automatismus ist hat gestört, was dir den Umgang mit fremden Menschen speziell Gruppen sehr erschwert.

Aber wenn du den Menschen besser kennen lernst, ist auch ein Autist in der Lage die Gefühle des anderen mitzukommen. Aber dies funktioniert nicht automatisch. Er muss den anderen sozusagen analysieren und konstant beobachten, was natürlich schwierig ist. Bei fremden Menschen oder Gruppen, hat der Autist keine Chance. Aber selbst wenn du den Menschen kennst und ihn beobachtest, wirst du niemals so gut sein, wie ein gesunder Mensch. Man kann dies aber definitiv trainieren.

Wenn du einen Freund haben solltest, erkläre ihm was mit dir los ist. Denn Unwissenheit der anderen Menschen ist die häufigste Ursache für Ausgrenzung. Denn wenn der andere nicht weiß was mit dir los ist, wird er dich einfach nur für komisch/kompliziert halten und den Kontakt zu dir abbrechen. Du musst lernen dich auf den anderen einzustellen und er muss es bei dir lernen.

Vor allem Asperger gelten als recht intelligent. Wenn du dir das richtige Studium/Job aussuchst, kannst du auch als Asperger sehr erfolgreich sein. Viele Asperger haben großes Talent in Mathematik und Informatik. Ich selbst bin auch Asperger und habe Informatik studiert.


Ich bin "nur" durchschnittlich in Mathematik also nein.

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@Cerberus89

Das kann ja durchaus sein. Ich habe ja schließlich auch nur geschrieben, dass dies auf die meisten Asperger zutrifft. Ausnahmen gibt es natürlich immer.

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Asperger haben nicht automatisch höhere Intelligenz. Es ist zwar wahrscheinlich aber Intelligenz kann wie bei einer neurotypischen Person auch normal oder sogar unterdurchschnittlich sein bzw. Interessensfelder sehr divers ausfallen.

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@Seegurke89

Da hast du natürlich Recht. Asperger zu sein bedeutet natürlich nicht automatisch, dass man intelligenter ist. Es gibt auch weniger begabte Asperger. Jedoch statistisch gesehen trifft meine Aussage trotzdem zu. Aber du hast recht: was besagen schon Statistiken.

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