Warum komme ich immer unehrlich rüber, wenn ich Menschen erzähle was mich innerlich zerfrisst und kaputt macht?

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2 Antworten

Ich fasse mich mal so kurz wie möglich, denn dein Post ist ziemlich lang. Und auch sehr verständlich formuliert übrigens:

WIR HABEN DAS ALLE. Zumindest die meisten von uns. Eckehard von Hirschhausen hat das sogar mal in einem seiner Bücher geschrieben - von dieser Stimme im Kopf, die einen ständig in Atem hält und beschäftigt. Und keiner will drüber reden, weil keiner möchte, dass man ihn für irre hält. Ist klar, oder?

Meiner Meinung nach wäre therapeutische oder meinetwegen psychiatrische Hilfe angebracht - zumindest mal eine anständige Diagnose oder Analyse. Dein Problem ist so komplex und vielschichtig, dass man es garantiert nicht auf einer Internetseite wie dieser abhandeln kann.

Also wäre mein Rat, wenn du denn einen möchtest: lass dich dringend von einem wirklich guten Spezialisten untersuchen. Eine Vermutung dahingehend hast du ohnehin, sonst würdest du nicht so ausführlich darüber schreiben. Oder warum teilt man diese Gedankengänge hier mit? Weil man glaubt, dass hier massenhaft Therapeuten am PC sitzen und deine Fragen beantworten? Wir sind alles ganz "Normale", die dir diese Antworten gar nicht geben können, die du vielleicht benötigst.

Ich würde schon aus persönlicher Neugierde einen guten Psychiater aufsuchen. Oder eventuell eine Hypnosetherapie in Erwägung ziehen, auf diese Art und Weise kann man sich prima mit dieser "Stimme" unterhalten.

Funktioniert. Ich habe es getestet.

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Kommentar von XpressMak123
04.03.2017, 16:50

Ich glaube auch, dass das ein jedermanns Problem ist. Als ich noch depressiv war, kannte ich dieses Problem aber noch nicht, war in meiner eigenen Welt, fühlte mich überall auf Abruf geborgen, war die ganze Zeit müde, und dann in der Nacht sehr traurig. Wahrscheinlich kann ich mit diesem jedermanns Problem einfach schlechter umgehen als andere; Wutausbrüche und Weineskapaden, und massive Flüchtigkeitsfehler in der Realität mit riesen Konsequenzen, sind jetzt fast Alltag...

Und Weineskapaden in jeder Hinsicht: Viel weinen, und viel Wein gegen das weinen. (Weint ein Weinmacher? "WEINen die, die Weine? Tschuldigung, irgend ein Teil von mir findet das lustig)

Panikattacken hatte ich früher extrem - seit ich mein Problem einigermassen und für mich selbst ausdrücken kann, bin ich ein wenig abgehärteter. Aber wenn ich es nur für mich selbst ausdrücken kann, denke ich doch automatisch und die ganze Zeit darüber nach, damit ich es nicht vergesse, oder?

Das sind leider die Diagnosen, die bis heute aufgestellt wurden. "Leider", weil diese widersprüchlichen Diagnosen eben genau eine Folge meines Problems mit dem sich Ausdrücken sind...

Im Alter von...

13: Hypoaktives ADS

14: Depression

16: Schizoaffektive Psychose (Hatte mich selbst in eine Jugendklinik eingewiesen, meine Eltern glaubten ich wolle mich nur von der Schule drücken, dabei traute ich mich nicht vor die Tür)

18: Hyperaktives ADS

19: Gesund aber Suchtanfällig (Hatte mich erneut einweisen lassen)

Und genau deswegen vermeide ich Therapeuten seit längerem. Einem erfolgreichen Psychiater möchte ich das ganze mal per Text erklären - weiss aber nicht ob das nicht total lächerlich rüberkommen könnte.

Dein Buch habe ich nicht gelesen. Ich finde es aber sehr interessant, dass du eine sehr ähnliche Geschichte erzählst, wie ich sie dieses Jahr zu schreiben begann. Meine geht um einen Typen, der sein leben lebt. Und am Schluss stellt man fest, dass die erzählende Stimme stets psychotisch und sarkastisch war. Das hat dann ganz krasse Konsequenzen zur folge.

Leider beherrsche ich nicht einmal mehr die einfachsten Regeln der Grammatik, weswegen ich es aufgegeben habe.

Was ich eigentlich sagen wollte: Sichtweisen "ganz normaler Menschen" sind, was ich suche. Respektive: Dass eine antwortende Person eine Autorin ist, entsprach eigentlich einer meiner unterbewussten Wünschen.

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Kommentar von XpressMak123
04.03.2017, 16:58

Ist es dir schon passiert, dass du mit dir selbst sprachst, und dich selbst als gesamtes Bewusstseinswesen vergasst?

Manchmal, wenn ich einschlafe sind da nicht mehr 1000 Stimmen in meinem Kopf, sondern 2. Ich und noch ein Ich. Und laaaangsam vergesse ich, dass ich die nur Spiele, und bin dann verwirrt, wenn ich wieder ganz bin.

Und wenn es mir ganz gut geht, habe ich nur eine Stimme - den inneren Monolog.

Und würdest du sagen, dass der innere Dialog für manche Menschen zum Bild von Himmel und Hölle führten? Quasi die Zustimmende Stimme und ablehnende Stimme?

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Ich habe heute immerhin festgestellt, dass wenn ich extra alles in Slow-Motion bewege, erledige und tief durchatme, ich mich TOTAL entspannen kann. Ja, es sieht so ungewöhnlich aus wie es klingt. Genau deswegen hilft mir das leider nur bedingt (Öffentlichkeit, Beruf, Schule, Einkaufen, Familie (wohne nicht alleine))

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