Warum können Vögel auf Stromleitungen sitzen?

11 Antworten

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Weil der Strom sich immer den kürzesten Weg "sucht" und somit weiter durch das KAbel verläuft und nicht durch den Vogel sich quält.....erst bei einer Erdung..Berührung mit dem Boden währe die Situation anders!

ich kenne zwar die antwort auf die gestellte frage und das nötige hintergrundwissen besitze ich ebenfalls doch ... so wie du das beschreibst frage ich dich ma

bekomme ich also keinen schlag wenn ich ne leitung berühre und dabei mit einem bein am boden bin ? immerhin sucht sich der strom ja den kürzesten weg ... :D

das mit dem strom und dem kürzesten weg ist zwar korrekt und ich denke du meinst auch das richtige doch leider ist deine antwort auf diese frage nicht richtig

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@BobLawliet

Du bekommst voll eine gepfeffert weil der Weg durch dich durch zum Boden kürzer ist! Zufrieden jetzt ;)

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Unsinn !!

Der Strom "sucht" sich niemals den "kürzesten Weg". Er "sucht" sich vereinfacht ausgedrückt den Weg des geringsten Widerstandes, auch wenn dieser Weg länger ist als ein kurzer Weg mit einem hohen Widerstand.

Wenn du in einer Parallelschaltung auf einem kürzeren Zweig einen hohen Widerstand hast und auf dem längeren Zweig einen geringeren Widerstand, hast du einen Gesamtwiderstand und einen Gesamtstrom. Durch den geringen Widerstand wird ein höherer Anteil des Gesamtstroms fließen als durch den hohen Widerstand, obwohl der Weg über diesen kleinen Widerstand länger ist.

Ein weiterer Effekt zum Thema "kürzester Weg": In einer Hochspannung Wechselstromleitung entsteht ein Skin Effekt. Die Felder, die durch die bewegten Ladungsträger erzeugt werden, zwingen diese Ladungsträger selbst, nur durch äußere Schichten der Leitung zu fließen. Im inneren Bereich der Leitung fließt fast Nichts, und dies obwohl der Weg durch den inneren Teil der Leitung genau so kurz wäre wie der Weg durch den äußeren Teil. (Dieser Effekt tritt erst bei Hochspannungsleitungen spürbar auf. Bei Haushaltsleitungen mit 230 V ist davon fast noch nichts messbar.)

Wenn der Vogel einen Widerstand besäße, welcher geringer wäre als der Widerstand der Leitung (was aber biologisch und technisch kaum möglich ist), würde sich der Strom sehr wohl durch den Vogel "quälen". Der Vogel, der mit zwei Krallen auf der Leitung hockt, wäre in diesem Fall der Zweig einer Parallelschaltung, die den längeren Weg, aber den geringeren Widerstand hat. Der Teil des Gesamtstroms über den Vogel wäre größer als der Teil des Gesamtstroms über die Leitung. (Dieses Szenario ist aber, wie gesagt, nur Theorie. Mit unseren Hochspannungsleitungen und unsern Vögeln wird es nie passieren.)

Der "kürzeste Weg" gehört ins Märchenbuch.

m f G

Uli

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Diese Frage und auch die Antworten darauf sind vielschichtig.

Meistens wird behauptet, dass der Vogel Zwei "Körper" (2 Leitungen mit unterschiedlichem elektrischem Potential oder eine Leitung und einen Mast oder die "Erde" mit Potential NULL) gleichzeitig berühren müsste, um einen Stromfluss zu ermöglichen.

Das ist nicht ganz falsch, aber nur ein Teil der Wahrheit.

Jeder "Körper", der elektrisch leitfähig ist, also z. B. der Körper eines Vogels, der Körper eines Menschen, eine Stahlkugel usw, besitzt eine elektrische Kapazität. Als Kapazität wird hier die Menge an elektrischen Ladungsträgern (meist Elektronen) bezeichnet, die dieser "Körper" aufnehmen kann. Es gibt auch andere elektrische Ladungsträger als Elektronen, aber die gehören hier nicht unbedingt her.

Wenn ein Vogel eine elektrische Leitung anfliegt, ist sein elektrisches Potential Null. Zwischen ihm und der Leitung (mit elektrischem Potential) besteht eine Potentialdifferenz, die 100-mal pro Sekunde zwischen "positiv" und "negativ" schwankt (also 50 Hertz, zumindest bei deutschen Wechselstromnetzen.) Die Potentialdifferenz zwischen Vogel und Leitung ist also mal positiv, mal negativ. Denn auch die Differenz zwischen "Null" und einem anderen Potential ist positiv oder negativ. Eine Potentialdifferenz wird als Spannung bezeichnet.

Durch das Potential des Vogelkörpers, (welches zunächst "Null" wäre), entstünde also eine Potentialdifferenz gegenüber der Elektro-Leitung, also eine Spannung.

Die Leitung würde nun versuchen, den Vogelkörper auf das gleiche Potential zu bringen, welches sie selbst hat. Dies ist ein ähnlicher Effekt, wie eine leere Batterie (Potential Null), die geladen wird, um sie auf das gleiche Potential wie die ladende Leitung zu bringen. Da sich aber das Potential der Leitung beim Vogel 100 mal pro Sekunde ändert, würden 50 mal pro Sekunde viele Elektronen vom Vogel aufgenommen und 50 mal pro Sekunde Elektronen abgegeben (also große Ströme). Dies würde der Vogel nicht länger als einige Millisekunden überleben.

Aber er braucht diesen Vorgang auch gar nicht überleben, da der Vorgang gar nicht stattfindet. Ein Austausch elektrischer Ladungsträger (hier Elektronen) zwischen Zwei Körpern kann nur stattfinden, wenn zwischen den Körpern, welche Ladungen austauschen wollen, eine elektrische Leitungsfähigkeit besteht. (Nicht ganz richtig, da z. B. auch ein Vakuum elektrische Ladungen übertragen kann, ist aber hier egal). Dies ist aber bei der Vogelkralle (normalerweise) nicht der Fall. Die Kralle wird letztendlich gebildet aus biologischen Fetten, welche fast nicht leitungsfähig sind. Ein Beispiel zur Größenordnung der Leitungsfähigkeit: Kupfer (Material der Leitung) ist ca 100 Millionen mal leitungsfähiger als Fette, bzw dem Material der Vogelkralle. Die Vogelkralle ist also letztlich ein Isolator, ähnlich den Isolatoren, die die Leitung von den Strommasten trennen (Die Isolatoren haben aber immer noch einen Widerstand, der 1 Billionen mal so groß ist wie die Vogelkralle) . Der Vogel wird also nicht ständig aufgeladen und entladen. Eine zu heftige periodische Entladung und Aufladung würde er nicht überleben.

Anders sähe es bei einem Menschen aus. Selbst wenn es keine elektrische Verbindung vom Menschen zur "Erde" (mit Potential "Null") gäbe, würde der Mensch in den meisten Fällen sterben, da seine Leitungsfähigkeit ca 1000 mal so groß ist wie die Kralle des Vogels. (Da er eben keine Kralle hat). Er würde also innerhalb von Millisekunden ständig auf- und entladen, es gäbe also einen ständigen Strom zwischen ihm und der Leitung, mal in Richtung Körper, mal in Richtung Leiter.

(Auweijah, hier müsste man noch ganz andere Effekte wie Lichtbogen usw beachten, aber egal)

Auch der Vogel würde sterben, wenn er sich nicht mit den Krallen auf die Leitung "hocken" würde, sondern sich mit seinem leitungsfähigem "Hintern" draufsetzt.

Des weiteren hocken sich Vögel nie auf Leitungen, die heftige Spannungen führen. Jede stromführende Leitung erzeugt elektrische und magnetische Felder. Der Vogel ist für diese Felder sehr viel sensitiver als der Mensch. 380 kV Leitungen wird er meiden. Die Felder würden ihn "schwindelig" machen. Aber 20 kV kann er locker ertragen. Bei 380 kV würde auch der Vogel mit einer "Isolator" Kralle sterben. Die Potentialdifferenz zwischen ihm und der Leitung würde ausreichen, einen genügend großen Lade- und Entladestrom zu erzeugen.

Fazit: Der Vogel darf sich aufgrund seiner Kralle auf die Leitung setzen, der Mensch würde sterben, wenn er an diese Leitung "dranspringt", auch wenn er keinen Kontakt zu Nullpotential (also "Erde") hat. (Die Ladungen und Entladungen würde es seinem Gehirn unmöglich machen, Muskeln zu steuern usw usw)

Es gibt noch viel mehr Dinge, die man in diesem Zusammenhang erörtern müsste, aber ich hoffe, dies hilft dir schon mal weiter.

Für exaktere Informationen musst du wohl Biologie, Chemie, Neurologie, Elektrotechnik und Physik studieren.

CU

Weil der Strom nur dann sich auswirkt, wenn er irgendwohin fliegen kann. Und da die Vögel in der Regel keine Vebindung zur Erde oder einer zweiten Stromleitung haben.

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