Warum können bei uns so viele Erwachsene keine Kinder leiden - sie waren doch selber mal Kinder?

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Ich finde, dass ein trotz seiner Einfachheit sehr tiefsinniges Zitat von Erich Kästner den Kern der Sache sehr gut trifft!

"Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut.  Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt.Früher waren sie Kinder, dann wurden sie Erwachsene, aber was sind sie nun? Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch."

Genau darin liegt mMn die Wurzel: Viele vergessen es einfach, dass sie selber mal KInd waren & später, wenn sie sich vllt. über laute Teenies oder Twens mokieren dass sie auch mal jung waren & selbst gern gefeiert haben etc.! 

Das liegt auch dadran, dass eine gewisse Lockerheit allzu oft einer vorgeschobenen Spießigkeit weicht.. weil man durch gesellschaftliche Denkweisen oft glaubt, man MUSS unbedingt ernsthaft, spießig und "reif" sein ab einem gewissen ALter und dürfe sich keinen Spaß mehr erlauben.. schade!

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Man hat in all den Jahren einiges erlebt.

aber das Kind in uns geht nicht weg. nie

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Ob jemand Vater oder Mutter eines Kindes werden will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Normalerweise bräuchte es zu keiner Abtreibung kommen, da man Schwangerschaften schon im Vorfeld verhüten kann. Eine Abtreibung wäre dann nur in Ausnahmefällen begründbar, z. B. wenn bei der Verhütung etwas schief gegangen ist, wenn das Kind behindert auf die Welt kommen würde und die Eltern sich außer Stande sehen, diese Herausforderung meistern zu können oder wenn die Frau vergewaltigt wurde.

Das hat erstmal nichts damit zu tun, dass die Leute Kinder aktiv hassen. Sie bevorzugen jedoch ein anderes Leben oder wollen mehr Kontrolle über ihre Familienplanung haben. 
Dazu zählt, den Zeitpunkt des Kinderkriegens selbst bestimmen zu können, z. B. um sich vorher finanziell oder von der Wohnlage her abzusichern oder um seine eigene Jugend erstmal genießen zu können.
Auch kann man denen keinen Hass unterstellen, die sich einfach nicht imstande fühlen, ein Kind groß zu ziehen und zu erziehen. Da würde ich schon fast eher sagen: "Respekt vor dieser Selbsteinschätzung." Besser so, als sich zu überschätzen und an der Erziehung zu verzweifeln, wenn das Kind erstmal da ist.

Ich bin weder christlich noch habe ich je das Wort Nächstenliebe in den Mund genommen, da das ein rein religiöses Wort ist, ebenso wie 'Sünde'.

Nur, weil man selbst mal ein Kind war (was man sich zudem nicht aussuchen konnte, man wird auf die Welt gezwungen ohne gefragt zu werden), heißt das nicht, dass man Kinder mögen muss.

Kinder sind laut, Kinder können nervig sein. Das wird dir jede Mutter bestätigen können und heißt nicht, dass sie es nicht lieben. Wenn man allerdings selbst keine Kinder hat, vor allem, wenn man keine will, eventuell sogar aus den genannten Gründen, warum muss man ihnen dann Fremde aufzwingen?
Niemand muss Kinder mögen, wo ist das Problem.

Hey, also ich kenne kaum Leute die keine Kinder mögen. Ich mag aber keine Kinder. Und trotzdem bin ich schwanger. Ich habe verhütet und er hat es irgendwie trotzdem geschafft. Grund zum abtreiben? Nope. Ich freue mich auf ihn. Andere Kinder muss ich aber trotzdem nicht mögen. Ich kann mit kindern einfach nichts anfangen. Ich hasse sie nicht! Nur was soll ich mit einem 4 Jährigen machen? Wenn man mit kindern redet muss man aufpassen. Keine kraftausdrücke, kein Sarkasmus.  Noch dazu sind sie sehr naiv, und sagen oft einfach nicht was sie wollen. Nein es wird rumgedruckst. Ein nein wird auch von gut erzogenen Kindern oft nicht für voll genommen. Was sie als lustigen Spaß empfinden ist für mich einfach nervig. Außerdem verstehe ich die Meisten kids recht schlecht. Kinder reden am Anfang neunmal undeutlich. Das macht mich irre.  Wenn mein junge da ist wird es vielleicht besser, wer weiß aber allein die tatsache das ich mich freue ist ein gutes zeichen :) ich finde es gibt sehr gute Gründe für eine Abtreibung. Z.b SS durch eine Straftat, oder Lebensgefahr für Mutter und Kind, auch Drogensucht der Mutter. Aber ich mag keine kinder zählt für mich nicht. Gibt auch genug die mit 20 abtreiben und dann mit 48 unter Hormon Behandlung noch ein kind bekommen. Das hat dann nichts mit keine kinder mögen zu tun. Und es muss auch nicht jeder kinder mögen! Das sollte aber auch akzeptiert werden. Es mag auch nicht jeder Hunde obwohl das ja der beste Freund des Menschen ist....

Respekt an die Grätsche Einstellung versus Ist-Zustand!
Ich weiß, was ich sage, und ich verspreche Dir: alles wird anders, und Du wirst fluchen auf "das Leben".
Aber: Du wirst es nicht bereuen und für den Entschluss Deinen Weg zu gehen (so wie beschrieben), belohnt werden.

Auch Deine Einstellung zu anderen Kindern wird sich zumindest abkühlen. Könntest Du sie jetzt noch durch die Wand hauen, wirst Du sie irgendwann akzeptieren - schließlich lässt sich ein gewisser Kontakt nicht vermeiden.

Du schaffst es. Vielleicht sogar noch besser als die ganzen "hach, ist das toll!" - Hühner, die im Glücksrausch alles auf sich zukommen lassen und dann von der Realität geohrfeigt ihr Leid bei facebook posten...

Alles Gute!

Grüße, ------>

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mögen muss niemand was. respektieren geht immer

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Ich nehme mal den geschichtlichen Ansatz, denn Geschichte prägt eine Gesellschaft. 

Da fällt mir zunächst mal Caesar ein. Der beschreibt, dass Kinder bei vielen Germanischen Stämmen keinen Wert hatten bis sie mitarbeiten konnten. 

Historiker, welche sich mit relativ neuerer deutscher Sozialgeschichte beschäftigen, beweisen uns heute 

dass wir noch lange nach Beginn der Industriellen Revolution 

Kinder so lange so wickelten, dass sie an einem Haken aufgehängt werden konnten, ihre Exkremte unter sie in einen Topf fielen, damit ihre Mütter nach dem morgendlichen und vor dem abendlichen Stillen arbeiten gehen konnten

dass es bis vor wenigen Jahrzehnten in manchen Gegenden unseres Staates üblich war, kleine Kinder dadurch ruhig zu stellen, dass ihnen Schnaps verabreicht wurde, anstatt nach der Ursache der Lautäußerung zu fragen

Auf dieser Grundlage ist massivst zu bemängeln, dass zum erfragten Thema sich die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten geradezu verfassungsfeindlich verhalten. Ausnahme ist hier dradio. 

Hinzu kommen die anderen Medien, in privater Hand. Einige sogenannte Mütter-Foren habe ich eine Weile beobachtet. Sie wurden von den Betreibern gegründet, um vor allen Dingen Werbung für sinnfreie Sachen betreiben zu können. Dazu wurden dann sogenannte Experten angepriesen. 

Das gleiche Vorgehen erlebe ich hier auf GF. So macht aktuell eine Diät-Firma hier Werbung unter Minderjährigen, obwohl wir den fachlichen Nachweis haben, dass sich damit lebensgefährliche Essstörungen fördern lassen. Hier spielt die Qualität der angebotenen Ware absolut keine Rolle. Eine Rolle spielen die Tatsachen zu menschlicher Entwicklung. 

Aber Geld, Gott Mammon, ist ja wichtiger. 

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Der Mensch ist ein Herdentier. Als solches sind wir rund 1.500 Jahre lang auf größtmögliche Hirnferne konditioniert worden. 

Dennoch haben wir es geschafft

in Westdeutschland die Kinder-Konzentrationslager 2002 abzuschaffen

das Jugendhilferecht massiv zu verbessern

freie und ehrenamtliche Jugendhilfe nicht nur zuzulassen, sondern auch zu beginnen, sie anerkennend zu fördern

Männer, das muss hier besonders betont werden, haben es geschafft, den Anteil ihres Geschlechts in Prozent, welcher sich um Kindererziehung kümmert, von 1% auf 5% zu erhöhen. Dazu waren manche Prozesse bis vor das Bundesverfassungsgericht notwendig. 

Wir haben nicht nur Babyklappen. Wir diskutieren auch immer breiter über deren Notwendigkeit. Ein Anfang. Und eine Unterstützung für 

Jugendämter, von den Gemeinden mehr Möglichkeiten zuerkannt zu bekommen, rechtzeitig, vorzeitig tätig werden zu können

sich ausführlicher und umfassender nach Pflegefamilien umzusehen

Und wir als Gesellschaft sind herzlichst eingeladen, das Deutsche Adoptionsrecht zu verändern. So weit ich mitbekommen habe, gibt es einige Menschen, die daran arbeiten. Du darfst sie online recherchieren, dradio dazu nutzen, und Dich beteiligen. 

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