Warum keinen Suizid?


19.06.2020, 14:05

Die Frage ist mittlerweile so etwas von veraltet. Die Episode ging vorbei. So viel zu der GF-"Diagnose" ich hätte chronische schwere Depressionen.

27 Antworten

Ich fühle mich nicht wirklich berechtigt auf deine Frage zu antworten, weil ich erst 15 bin und keine Erfahrungen mit wirklicher Antriebslosigkeit oder ernsthaften Depressionen gemacht habe. Ich weiß auch nicht, wie weit deine Antriebslosigkeit reicht, weshalb diese Vorschläge vielleicht absolut nichts bringen werden.

Aber trotzdem hatte ich ein paar Ideen, die deinen Alltag so gestalten könnten, dass er lebendiger wird.

Mein erster Gedanke war, dass du neue Menschen in deinem Leben brauchen könntest. Vielleicht könntest du auf diversen Kennlernportalen mit verschiedenen Leuten chatten. Beim Austauschen übers Internet muss man nicht viel Kraft aufwenden. Man kann dem anderen ehrlich schreiben, was man gerade denkt und, wenn es in die Hose geht, dann ist sowieso nichts verloren, weil man die Person nicht kennt. Ich hatte schon einige wirklich witzige Gespräche übers Internet. Ich denke, Chats sind nicht kräfteraubend und dafür aber meist sehr amüsant. Wenn du vielleicht sogar jemanden gefunden hast, kannst du ja telefonieren, oder die Person bitten zu dir zu kommen anstatt aus dem Haus gehen zu müssen.

Ich weiß, dass schon viele Menschen etwas zum Thema Hobbys geschrieben haben, aber vielleicht wären ja Videospiele was für dich. Sie lassen einen in einer anderen Welt leben und geben einem Ziele, die man versucht zu erreichen.

Zudem würde ich dir das Dichten empfehlen, weil man dabei fast nichts machen muss. Diese Aktivität spielt sich nur in deinem Kopf ab und kann witzig und wunderschön sein. Der letzte Schritt wäre dann nur noch deine Gedichte niederzuschreiben (Dieser ist aber auch optional). Irgendwann kann man sich auch ein eigenes Universum ausdenken und Geschichten darum spinnen. Und das alles kann man gedanklich machen. Vielleicht wäre das etwas für dich.

Eine andere Sache „ohne wirkliche Aktivität“ ist das luzide Träumen, also das steuern deiner eigenen Träume. Um das zu erlernen, reicht es auch aus, regelmäßig seine Hände anzuschauen um seine Finger zu zählen. Falls man es schafft, kann man sich auch an einem Traumtagebuch versuchen. Ich habe zwar keine Ahnung von deiner Krankheit, aber stelle mir gerade die Frage, ob sie auch in deinen Träumen existiert. Es wäre doch unglaublich, wenn du mit dem luziden Träumen im Schlaf aktiv in einer Welt leben könntest, die du kreierst. Du kannst ja mal versuchen im Traum zu fliegen (ich hab es versucht und bin leider nur geschwebt, aber es war einfach unglaublich xD).

Um diese Technik zu erlernen, muss man aber dranbleiben und die Übungen dazu (Gedankliche Realitäts-Checks) immer mal wieder zwischendurch machen. Ich weiß nicht, ob das für dich möglich wäre.

Eine andere Idee ist das Lesen, wofür man aber schon etwas mehr Motivation benötigt. Falls man jetzt aber nicht rausgehen kann, um sich ein Buch zu kaufen, kann man auch online ne Menge ausleihen, oder lesen. Ich kann Internetcomics, WEBTOONs empfehlen. Vielleicht kannst du damit etwas anfangen.

Ich habe irgendwann im Internet auch mal gelesen, dass es wichtig ist, seine Wahrnehmung manchmal zu verändern. Dass man „bewusster“ lebt. Das funktioniert dadurch, dass man seinen Fokus auf jedes kleinste Detail im Alltag legt. Z.B auf den Kaffee. Also, dass man sich darauf konzentriert den Geruch wahrzunehmen und sich jedes Bläschen in dem Getränk anschaut, versucht zu verstehen, wieso es gerade hier ist, wie es entstanden ist. Dass man den Geschmack des Getränks vollständig auseinandernimmt.

Kurzgesagt: Man versucht die Umgebung stärker wahr zu nehmen. Durch diesen intensiven Fokus auf kleines, Selbstverständliches, soll man auch intensiver Empfinden. Ich bin kein Experte was das angeht, aber kann mir vorstellen, dass es hilft.

Grundsätzlich finde ich es am wichtigsten positive Gefühle zu empfinden. Stolz, Freude, Motivation und alles andere. Ich denke, die Chance auf solche Gefühle macht im Leben viel aus. Ich könnte mir vorstellen, dass das einer der Gründe für das Weiterleben ist.

Ich habe mich in meiner gesamten Antwort versucht, eher wage auszudrücken, weil ich mich natürlich schwer in deine Situation hineinversetzten kann. Ich habe keine Ahnung, wie es ein muss sich so zu fühlen, wie du es tust, aber hoffe, dass meine Antwort irgendwie hilfreich war.

LG, Pupsekuchen1

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Auf jeden Fall "Danke" für die ausführliche Antwort. Sie kommt zwar zum Glück zu spät, die Gedanken waren nach einem bestimmten Erlebnis schlagartig weg. Ich werde Deinen Text trotzdem in Ruhe lesen und auch kommentieren.

Mein erster Gedanke war, dass du neue Menschen in deinem Leben brauchen könntest.

Ich könnte nicht nur, ich sollte unbedingt! Deshalb warte ich auch wie ein Irrer auf das Ende von Corona. Ehrenamtliche Tätigkeit in Büros, Sportverein etc. werden erst dann wieder angeboten.

Da die Selbstmord-Gedanken weg sind, kann man davon Ausgehen, daß die Episode schwerer Depressionen vorbei ist. Was natürlich immer noch da ist: meine Dysthymie, eine chronische Form leichterer Depressionen.

Zu der gehört unter anderem meine Antriebsschwäche. Ich hatte das mal für jemanden beschrieben.

Wach werden, nicht ins Bad gehen, Kaffee kochen, dann ablenken mit TV oder Computer oder noch einmal hinlegen, irgendwann nachmittags irgendwas endlich essen, dann die Schlaftabletten nehmen, zurück ins Bett.

Das war jetzt absolut ernst gemeint. Das ist ein normaler Tag bei mir. An etwa 4 Tagen pro Woche. Mo kommt noch der Pflegedienst, um die Tabletten für die Woche zu stellen, Mi und Fr der Betreuungsdienst für die Hauswirtschaft. Einmal die Woche schaffe ich es, mich aufzuraffen, um Einkaufen zu gehen. Das war's.

Um mein Hobby (Gesellschaftsspiele) kümmere ich mich dar nicht mehr. Meine Arzttermine nehme ich auch kaum wahr. Alle 2 - 3 Wochen schaffe ich es zu meinem Therapeuten, alle etwa 6 Wochen zu meiner rechtlichen Betreuerin. Körperpflege besteht fast nur noch darin, daß einmal mittwochs der Pflegedienst kommt, um mich unter die Dusche zu stellen. Oft habe ich dazu keine Lust, dann hilft mir der Satz "Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit" (Friedrich Engels).

Beim Austauschen übers Internet muss man nicht viel Kraft aufwenden.

Das stimmt wohl. Es dürfte ähnlich sein wie GF. Aber ich habe das noch nie gemacht, und ich habe dafür auch kein Programm. Könntest Du mir da Tipps geben? Und wo finde ich passende Chat-Rooms? Es gibt sehr vernünftige Leute mit 15 und eben auch andere. Die anderen haben mich hier schon fast vertrieben.

Ich weiß, dass schon viele Menschen etwas zum Thema Hobbys geschrieben haben, aber vielleicht wären ja Videospiele was für dich.

Spielen ist (war?) für mich ein wichtiges Hobby. Aber nur mit realen Menschen. Mit Compi-Spielen hatte ich nie etwas am Hut. Außer mit M.U.L.E. und Lemmings. Civi 1 war auch noch in Ordnung, ab Civi 2 waren mr die zu überkandidelt.

Eine andere Sache „ohne wirkliche Aktivität“ ist das luzide Träumen, also das steuern deiner eigenen Träume.

Oh, je. Meine Träüme und Fantasien sind ein Thema für sich. Ich kann wohl so etwas Ähnliches bei dem ich relativ bewußt starte, was dann aber oft von alleine weitergeht. Zumindest in den echten Träumen, an sie ich mich erinnere, spielt meine Krankheit keine Rolle.

"Traumtagebuch". Schreibt man da auf, was man geträumt hat? 2 Sekunden nach dem Aufwachen sind die Erinnerungen weg. Länger halten die vielleicht einmal im Monat.

Um diese Technik zu erlernen, muss man aber dranbleiben

Konzentrationsschwäche, Schwierigkeiten bei Dingen, die mehrere Tage andauern.

Bücher? Ich brauche keine Bücher. Ich habe hier zig, die ich noch nicht gelesen habe. Romane, Sachbücher, Fachbücher ...

Geruch, Geschmack. Zum einen habe ich Probleme mit der Nasenscheidewand, ich atme primär durch den Mund. Und durch das Rauchen habe ich mir meine Geschmacksnerven zerlegt. Vor 30 Jahren, als ich noch nicht krank war und eine feste Freundin hatte, fand ich es genial, einfach nur auf einer Wiese zu liegen, und zu schauen, was da wächst und krabbelt. Ich träume davon, daß wieder zu können.

Positive Gefühle. Es gibt ein paar Dinge in meiner Geschichte, auf die ich stolz bin. Aber Nationalstolz und ähnliches sind mir fremd. Ich bin stolz auf selber erreichtes. Da gibt es ein paar Sachen. Freude empfinde ich nur noch sehr selten. Und Motivation habe ich keine mehr. Was könnte mich noch motivieren?

Wage Ausdrücken. Versuche es ruhig konkreter. Dann kann ich mir besser Vorstellen, was Du meinst. Bei meiner Phantasie streikt oft der Anlasser.

Ich würde mich freuen, wieder von Dir zu lesen. Das Alter sagt etwas über Wissen und Lebenserfahrung, aber nichts über Intelligenz, Offenheit im Denken ...

Wenn Dir irgendwelche Fragen durch den Kopf gehen, stelle sie. Damit bekommst Du mich nicht sauer. Da ich je selben entscheide, welche Frage ich wie genau beantworte,

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Das einzige, was mich vom Suizid abhält, ist, daß ich keine brauchbare Idee habe, wie ich es anfangen soll. Das ist natürlich der schlechteste Grund, und auch kein wirklich überzeugender.

Ich finde den Grund durchaus überzeugend. Viele Taten scheitern an der technischen Umsetzung.

Ich kenne zu viele Geschichten von Selbstmorden, die nicht nur das eigene Leben beendet haben, sondern auch sehr viel Leid bei anderen erzeugten. Lokführer werden traumatisiert, wenn sie Menschen auf den Schienen nicht ausweichen können. Beim Sprung aus dem Hochhaus kann man unten Menschen erschlagen, und selbst wenn nicht, muss irgendeiner hinterher sauber machen. Gift im Kühlshrank zu horten kann dazu führen, dass sie Nachbarskinder das klauen auf der Suche nach Süßigkeiten. Eine Bekannte von mir fand als Kind ihren Vater im Keller, der sich selbst erschossen hat, und weil die Polizei damals einfach mit dem Leichnahm wegfuhr und die Mutter zusammen klappte, hat das Mädchen den Keller selbst gereinigt.

Also, wenn du technische Bedenken hast, hat das auch sympathische Seiten.

Du hast hier viele Antworten bekommen. Auch wenn dir einige davon nicht gefallen haben (siehe deine nächste Frage), so haben die Leute sich hier doch Mühe gegeben und Zeit investiert. Keiner hat hier geantwortet: "Langweilig! Spring halt." (Glaube ich zumindest, vielleicht hat der Support es ja gelöscht...) Trotzdem ist es natürlich kaum vorstellbar, dass dir hier eine Antwort wirklich hilft. Das werden schon andere, insbesondere professionelle Psychologen versucht haben.

Was ist also genau deine Frage? Wie kann dir ein Forum voller Laien, die dich nicht kennen, weiter helfen? Welche Möglichkeit habe ich, dir eine Antwort zu geben, die du suchst?

Du hast eine Stoffwechselstörung im Gehirn. Das ist ein echt schweres Problem - naja, also wenn man es so sehen will. Man könnte genauso gut argumentieren, dass alle anderen die Stoffwechselstörung haben und sich mit ihren Endorphinen und dem Dopamin das Hirn zu ballern und dieses gesamte Öde und sinnlose Dasein auf der Erde "toll" finden in ihrem Rausch. Aber was bringt es schon, andere Leute zu betrachten?! Du siehst das Leben halt so, wie du es siehst. Wie wäre dann die Antwort:

"Warum kein Suizid?" - weil es zu viel Aufwand ist. Du müsstest dich für eine Methode entscheiden, irgendwelche Hilfsmittel besorgen und einen Zeitpunkt finden, um das durchzuziehen. Hilfe von anderen kannst du nicht erwarten. Und selbst wenn du das alles in einem heroischen Zusammenreißen hinbekommen würdest, was würde es dir bringen?! Das triste Leben durch den tristen Tod ersetzen. Super! Wenn das nicht motivierend ist...

Es wird eines Tages von alleine passieren. Alles, was du dafür tun musst um zu sterben, hast du bereits im Mutterleib erledigt, nämlich angefangen zu leben. Das geht eine Weile, dann hört es wieder auf. Zwischen Geburt und Tod geht man viel in die Küche, um zu essen, danach auf die Toilette, um das Essen wieder los zu werden, legt sich nach all der Rennerei zum Schlafen ins Bett. Und damit man nicht darüber nachdenkt, wie sinnfrei das alles ist, beginnt man mit der Balz und zeugt Kinder, um die Sinnsuche an die nächste Generation zu vererben. Wieso ist Sex eigentlich so schön, wenn er doch arterhaltend sinnvoll ist?

Was hältst du von der Idee, eine Ausbildung zum Minenräumer zu machen? Es liegen noch hundertausende dieser fiesen Dinger im Boden ehemaliger Krisengebiete. Dort treten Kinder auf die Minen und sterben. Kinder, die keine Depressionen haben. Wenn jemand 1000 Minen wegräumt und dann bei der letzten scheitert, hätte ich vor seinem Einsatz und Mut jede Menge Respekt. 2000 fände ich noch besser, und 3000, usw. Jemand, der eine ruhige Hand hat, weil er keine Angst hat zu sterben.

Es ist schon klar, dass man jede Menge Energie investieren müsste, um das real um zu setzen. Ich frage ja auch nur, wie du die Idee findest.

Keiner hat hier geantwortet: "Langweilig! Spring halt." (Glaube ich zumindest, vielleicht hat der Support es ja gelöscht...)

Doch, sogar das gab es.

Wie kann dir ein Forum voller Laien, die dich nicht kennen, weiter helfen?

Natürlich gibt es hier viele Laien, aber nicht nur. Und die Vorschläge, die ich mit meinem Psychiater bzw. Therapeuten besprechen will, sollte man auch nicht kleinreden. Ein paar Leute hatten also eine Möglichkeit, obwohl (oder vielleicht sogar weil) sie Laien sind. Ein Laie weiß oft nicht, daß etwas nicht funktioniert, und tut es dann einfach.

Welche Möglichkeit habe ich, dir eine Antwort zu geben, die du suchst?

Frage besser die Leute, deren Vorschläge ich weiterverfolgen will.

Das triste Leben durch den tristen Tod ersetzen. Super! Wenn das nicht motivierend ist...

Natürlich ist das motivierend! Nach dem Tod kommt nichts mehr, also auch nichts Tristes.

Den nächsten Absatz habe ich nicht verstanden.

Was hältst du von der Idee, eine Ausbildung zum Minenräumer zu machen?

Wenn ich das umsetzen könnte, wäre das eine hervorragende Idee. Ehrenamtliche Tätigkeiten finde ich sowieso faszinierend. Und das wäre auch noch extrem sinnvoll.

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Letztenendes entscheidest nur du selbst über dein Leben. Aber die Tatsache, dass du den Antrieb gefunden hast diese Nachricht zu tippen und Wildfremde Menschen zu fragen warum du noch weiterleben sollst zeigt mir, dass du nicht sterben möchtest.

Ich vermute du hast keine Familie, die dir Halt oder einen Sinn in deinem Leben geben kann und Freunde scheinen dir diesen Lebenssinn auch nicht zu geben. Die beste Möglichkeit für dich wird es sein sich mal mehrere Tage hinzusetzen und das Internet nach allemöglichen Hobbys und Beschäftigungen zu durchforsten. Vielleicht wirst du so fündig. Dir alles gute.

Ich bin nur total antriebslos. Ich schaffe es nur, einkaufen zu gehen, wenn es allerhöchste Zeit ist. Arztbesuche fallen da aus. Ich kann auch nur etwas mit anderen unternehmen, wenn man mir sagt, wann ich wo sein soll. Einen Tisch im Restaurant zu bestellen, ist mir viel zu viel Aufwand.

Soviel zu Hobbys und Beschäftigungen.

Aber die Tatsache, dass du den Antrieb gefunden hast diese Nachricht zu tippen und Wildfremde Menschen zu fragen warum du noch weiterleben sollst zeigt mir, dass du nicht sterben möchtest.

Zu kurz gedacht. Schau mal auf die Uhr. Ich muß noch etwa 12 Stunden totschlagen.

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@koten

Tja dann schlag die Zeit mit der Suche nach einer lebenserfüllenden Beschäftigung tot. Für das Posten in Foren reicht dein Antrieb ja auch.

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@Milb3

Lebens erfüllende Beschäftigung? Wie oft soll ich das noch zitieren?

Ich bin nur total antriebslos. Ich schaffe es nur, einkaufen zu gehen, wenn es allerhöchste Zeit ist. Arztbesuche fallen da aus. Ich kann auch nur etwas mit anderen unternehmen, wenn man mir sagt, wann ich wo sein soll. Einen Tisch im Restaurant zu bestellen, ist mir viel zu viel Aufwand.

Du hast also keine Antwort für meine Frage, richtig? Warum hast Du dann geantwortet?

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@Milb3
Aber die Tatsache, dass du den Antrieb gefunden hast diese Nachricht zu tippen und Wildfremde Menschen zu fragen warum du noch weiterleben sollst zeigt mir, dass du nicht sterben möchtest.

Der Logik nach stehen die Schreie von jemandem in Todesqualen für dessen Absicht in Todesqualen zu schreien. Allerdings äußern wir unsere Probleme nicht um unsere Probleme zu äußern, sondern weil wir Hilfe bei der Lösung brauchen.

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@Milb3

Der will keine Hilfe , der will nur bemitleiden werden. Vergebene Müh. Ich musste mich gerade aufgrund von Depressionen und Leukämie beschimpfen lassen hier von seinem guten Kumpel caged.

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@caged

Eben, er will Hilfe. Nichts anderes habe ich behauptet. Dein Vergleich wiederum hinkt total, da ein Schmerzensschrei eine vom Körper hervorgerufenes signal ist, welches sich nur mit viel training unterdrücken lässt. Den antrieb aufzubringen sich hilfe zu suchen wiederum war seine eigene entscheidung. Er könnte es auch einfach lassen und seinem leben ein ende setzen. Stattdessen will er Hilfe. Ergo war meine aussage richtig und deine einfach nur ne provokation und darüberhinaus auch noch falsch.

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@koten

Zeit für eine tagesstruktur und einen Psychotherapeuten.

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@Doktor5s

Und wie wärs einfach mal das Internet auszumachen. Und einfach mal rauszugehen

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@Doktor5s

Ein echter Intelligenzbolzen! Schon in der Frage steht:

Seit 20 Jahren bin ich wegen Dysthymie, eine Form chronischer Depressionen, in Behandlung. Medikamente schlagen bei mir nicht an, Gesprächstherapien führen zu keiner wirklichen Verbesserung und für EKT bin ich zu alt.

Ich mache seit 20 Jahren Therapien mit, so oft, wie die Kasse zahlt.

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@Doktor5s

Selbstgespräche haben immer den Vorteil, daß einem keiner widerspricht.

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@koten

Selbstmitleid scheint einer deiner Gründe zu sein. Du sagtest du gehst ja irgendwo hin wenn dir jemand genau Ort und Uhrzeit sagt. Das ist doch schon mal etwas.

Doch von allein kommt niemand, oder höchst selten. Das Glück schon gar nicht. Da muss man etwas nachhelfen. Wir sind übrigens in etwa ein Alter, meine Betrachtung auf das Leben ist jedoch eine andere. Versuch es mit Hobbys. Der Tipp war gut. Je nach Neigung, Sport oder auch Gesang oder es auch immer interessant ist und, ganz wichtig, was dir Freude macht.

Wartest du weiter wirst du nur noch weiter warten.

Also rann, auch wenn der erste Antrieb schwer fallen sollte.

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@Buhujo

Hobbys funktionieren nicht. Ich habe erklärt, warum. Es macht mir auch nicht mehr Freude für mehr als den Moment. Von daher kann ich nicht sehen, was an dem Tipp wirklich gut gewesen sein soll.

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@koten

Wenn du nichts machst dann kommt auch nichts.

Das solltest du verstanden haben.

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@Buhujo

Nach 20 Jahren Therapie ist das natürlich völlig neu für mich. Die Frage bleibt, wie schaffe ich das? Da hast Du ja eine ganz tolle Antwort. Nämlich keine.

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@Buhujo

Ich mag sie, sie ist nur nicht hilfreich. Das ist natürlich nur eine Vermutung, da Du sie noch nicht verraten hast.

Und wo siehst Du Selbstmitleid? Weißt Du, was der begriffe bedeutet?

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@koten

Ja, ich habe eine Sucht in den Griff bekommen. Da kenne ich diese Stufen. Sowohl Selbstmitleid als auch Depressionen wie auch Antriebslosigkeit.

Wenn du da raus willst bist du gefragt und gefordert.

Das soll nicht anklagen oder besserwisserisch klingen, ist halt meine Erfahrung.

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@Buhujo

Aus was denn nun? Aus einer Sucht oder einer chronischen Depression? Oder ist das dasselbe?

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@koten

Das eine bedingte das andere. Was wozu führte ist nicht ganz eindeutig.

Jedenfalls versuch dich zu motivieren. Und sag nicht gleich "das geht nicht" , dann geht es nämlich auch nicht.

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@Buhujo

Bei mir ist zum Glück keine Sucht daraus entstanden. Deine Anmerkung verstehe ich trotzdem nicht, auch wenn eine Dysthymie aus einer Sucht entsteht, ist sie doch etwas anderes. So wie "sich ärgern" und Magengeschwür.

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@Buhujo

Ergänzung, da hier jemand mich darauf hinwies, doch genauer zu sein:

Zusätzlich zur Dysthymie habe ich ab und zu Episoden einer Mittelschweren bis schweren Depression.

Welche Form hattest Du? Die diagnostizierte Depression äußert sich ja meist in einzelnen Episoden, während die Dysthymie chronisch ist.

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@koten

Es waren Depressionen. Hatte dagegen Medikamente bekommen. Aber die habe ich spontan, zum Entsetzen des Psychiaters, abgesetzt. Damit ist man ähnlich einem Zombie.

Dadurch das meine Frau mich verlassen hatte bin ich zu Verstand gekommen. Ich habe die Sucht in Angriff genommen. Das war nicht leicht, aber genau richtig. Meine Frau ist auch zurück gekommen. So wendete sich alles zum Guten.

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@Buhujo

Ich verstehe den Satz immer noch nicht. Fange am besten noch mal von vorne an. Bei

Ja, ich habe eine Sucht in den Griff bekommen. Da kenne ich diese Stufen. Sowohl Selbstmitleid als auch Depressionen wie auch Antriebslosigkeit.
Wenn du da raus willst bist du gefragt und gefordert.

Bevor ich das als anklagend oder besserwisserisch bezeichnen könnte, müßte ich es erst einmal verstehen.

Du hattest also eine Depression, die sich in Episoden äußerte, nicht chronisch war. Und Du hast eine Sucht besiegt. Respekt!

So weit glaube, ich DIch verstanden zu haben. Weiter nicht.

Und wo Du das Selbstmitleid feststelltest, das verrätst Du mir auch nicht. Wie die anderen vor Dir. Mit diesem Hinweis alleine kann er aber nichts anfangen. Daher ist er alles andere als Hilfreich.

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@koten

Ich meine dass jeder zum großen Teil selber für sich verantwortlich ist.

Es ist natürlich leichter zu sagen "macht mal mit mir!" oder "ich armer, keiner hilft mir"! Aber das ist eben nur die eine Seite der Medaille.

Du musst schon selber mit rann!

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@Buhujo

Und was hat das jetzt mit den Fragen aus meinem Kommentar zu tun?

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Deine Familie würde sicher traurig sein wenn du nicht mehr da bist! Ich hatte auch mal so etwas in der Art das ich zu nichts mehr lust hatte und ich habe mich auch von anderen Menschen verngehalten...

So ging das 1 Jahr lang bis ich 13 wurde da habe ich dann herausgefunden das ich mich statt fertiggemacht zuwerden mich einfach von schlechten Personen vernhalte (das ich da nicht früher drauf gekommen bin...). Naja ich mache halt nurnoch etwas mit meiner Familie und meiner besten Freundin und mir geht es jetzt besser^^

Ich hatte aber auch eine Vorgeschichte da ich mit einer Gesichts Lähmung (Fazialisparese) geboren wurde haben Menschen auf mich gezeigt, hinter meinen Rücken geredet und mich angestarrt etc. sowas war halt nicht so toll und später hatte ich eine sozialphobie bekommen ich hatte einfach angst vor fremden leuten weil ich wusste das sie mich anstarren und über mich lästern weil ich nicht so aussehe wie andere.

Wenn du dich vielleicht einsam fühlst kannst du ja rausgehen in einen Park oder sonstiges und einfach mal mit ein paar Leuten quatschen oder du könntest dir ein Hobby suchen wie z.B. zeichnen oder wandern.

Viel Glück :)

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Ich bin nur total antriebslos. Ich schaffe es nur, einkaufen zu gehen, wenn es allerhöchste Zeit ist. Arztbesuche fallen da aus. Ich kann auch nur etwas mit anderen unternehmen, wenn man mir sagt, wann ich wo sein soll. Einen Tisch im Restaurant zu bestellen, ist mir viel zu viel Aufwand.

Soviel zu Deinem letzten Absatz.

Familie habe ich nicht.

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@koten

Hast du vielleicht nette Nachbarn? Du kannst ja zum Psychologen oder zu jemand anderen der dir hilft Dinge zu erledigen

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@koten

Da du beschrieben hast das du nie Lust hast kann der/die jenige ja helfen z.B. mit dir zusammen rauszugehen und einzukaufen oder sonstige sachen und ich würde dir empfehlen mal mit einem Psychologen darüber zureden dafür sind sie ja da^^

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@EinWildesCookie

Bei meinem Psychotherapeuten bin ich alle zwei Wochen. Die Sitzungen sind hilfreich, aber leider nicht bei diesem Problem.

Nachbarn müßte ich ansprechen. Das kann ich nicht. Zum Einkaufen brauche ich zum Glück niemanden (auch während Corona kaufte ich selber ein, obwohl ich zur Risikogruppe gehöre). Erledigen müßte ich meine Arztbesuche. Aber das ist mit Nachbarn schwierig. Die haben ja auch nicht unbegrenzt Zeit. Spazieren gehen wäre toll. Ich habe die "Natur" (Felder sind keine Natur, sondern Kultur) keine 50 m von meiner Haustür entfernt. Aber alleine ist das nicht hilfreich. Nichts, was mich von doofen Gedanken ablenkt.

Du gehört zu den wenigen, von denen ich mich gerade ernst genommen fühle. Kein "tu doch einfach", sondern Fragen und Empfehlungen.

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@koten

Familie kann man aber haben. In denen man mit Leuten redet und sich anfreundet

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@Doktor5s

Das ist ein Freundeskreis, keine Familie.

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@koten

Seit wie lang hast du diese Sinnlosigkeit denn jetzt schon?

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@Doktor5s

Etwa 10 Jahre. Vielleicht länger. Manche Fragen verdränge ich erstmal gerne.

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@koten

Darf ich bei der Natur einhacken? Hinaus gehen und die Blumen, Gräser, Bäume,.. genau anschauen oder studieren? Sich daran erfreuen 2 gleiche oder total verschiedene zu sehen? Oder die Ameise beobachten wie sie von Halm zu Halm wandert? Dazu braucht es nicht viel Kraft und mir hilft es ein bisschen abzulenken und zu tanken

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@Ssabine430

In der Natur spazieren zu gehen, habe ich natürlich in all den Jahren nicht nur einmal probiert. Ich erlebte es als kontraproduktiv. Nichts, was es schaffte, mich vom Grübeln abzulenken. Als es mir noch gut ging, konnte ich "stundenlang" auf dem Bauch auf einer Blumenwiese liegen und schauen. Ich täte es gerne wieder. Aber spätestens nach einer Minute frage ich mich, was ich hier (auf der Welt, nicht auf der Wiese) überhaupt noch will.

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@koten

Anders denken. Was mach diese Ameise jetzt? Wo geht sie hin. Kann ich 2 gleiche Blumen finden. Oder Schönheitsfehler finden? Richtig auf diese Sachen fixieren. Ich kann da dann richtig abgleiten.

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@Ssabine430

Ich leider nicht. Dazu fehlt es an Konzentrationsfähigkeit. Wahrscheinlich auch ein "Erfolg" der Dysthymie. Früher, vor der Erkrankung, habe ich das ja auch anders erlebt und genossen.

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Hört sich jetzt vielleicht erstmal Blöd und plump an, aber wenn ich auf reisen bin fühle ich mich wie ein anderer Mensch. Gerade in sehr weit weg gelegenen anderen Kulturen und Klimata. Vielleicht kannst du dich dazu durch ringen eine Reise zu machen und kannst es damit für dich entdecken um noch eine schöne aufregende Zeit zu haben

Zu Reisen - das bekomme ich durch die Antriebslosigkeit nicht hin.

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