Warum kann man sich Fremden teils mehr öffnen als seine eigenen Verwandte?

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10 Antworten

Super Frage.

  • Verwandte kennen Dich, Deine Vorgeschichte und Deine Schwächen. Grosse Offenheit führt zu ,,Urteilen",  die oft ,,Vorurteile" sind.
  • Verwandte werden Dir immer wieder begegnen und sind Anlass zu Befürchtung, dass die erzählten Tatsachen wieder vorgehalten werden.
  • Fremden kennen Dich nicht und werden meistens schnell wieder aus Deinem Blickwinkel verschwinden.
  • Verwandte werden nicht immer sorgfältig zuhören, weil das Interesse am Erzählten nur beschränkt ist.
  • Verwandte sind dazu geneigt, Ratschläge zu geben die nicht nur das Erzählte berücksichtigen, sondern auch das bereits Bekannte.

Reichen diese Argumente aus?

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Kommentar von Weisshelm
23.11.2016, 13:44

Aber fühlt man sich dann auch nicht gleichzeitig dann verpflichtet dieser "fremden" Person auch zuzuhören oder in irgendeiner Weise Danke zu sagen? Es ist mehr als unhöflich und respektlos dann einfach den Kontakt abzubrechen nachdem dieser/ diese dir so aufmerksam zugehört hat meiner Meinung nach bzw. warum ist es so einfach nachdem man so vertraulich wurde , einfach goodbye zu sagen?

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Das hängt glaube ich eher damit zusammen, dass man die andere Person nicht kennt und einem somit die Meinung dieser Person relativ egal ist.

Es ist nun mal etwas anderes, als wenn dich eine außenstehende Person, zu der du keinen Bezug hast, für verrückt hält als deine Mutter. (nur als Beispiel)

Bei einem Gespräch mit einem bekannten versucht man immer "sein Gesicht zu wahren" man wird jetzt also keine Aussagen treffen, welche diese Person, oder Freunde von dieser negativ betreffen. Man wird auch generell immer darauf achten was man sagt, damit man bei seinem gegenüber keinen schlechten Eindruck erzeugt.

All diese Gedanken hast du bei einer Fremden Person nicht, du wirst die Person vermutlich nicht wieder sehen und in so fern ist es dir so ziemlich egal, was diese Person von dir denkt, oder ob sie dich mag oder nicht.

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Das hat einiges mit Lebenserfahrung zu tun, die unbewußt wirkt.

Fremden begegnet man, spricht auch mit ihnen und sieht sie später nur selten wieder (aus den Augen, aus dem Sinn).

Auch Fremde neigen dazu, anderen ihre Ansichten aufdrängen zu wollen. Aber Verwandte neigen (gefühlt) zehn mal stärker dazu, und so etwas mag man für gewöhnlich überhaupt nicht, besonders, wenn im Hintergrund auch noch die Moralapostelei heraushängt.

Natürlich gibt es auch Dinge, über die man möglichst mit niemandem, und wenn doch, ganz bestimmt nicht mit Fremden sprechen will. Doch auch da ist aufgrund von Vorerfahrungen das Mißtrauen gegenüber Verwandten extrem stark, so daß mehr gute Freunde in betracht gezogen werden.

Weiterhin gibt es unter Verwandten den Effekt des gegenseiten übertrumpfen wollens, sei es beim Besitz, bei der Karriere oder bei sonstwelchen Dingen. Da mag man einfach nicht ausgerechnet solchen Verwandten die Munition liefern, mit der sie dann auf einen schießen könnten.

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Das ist hauptsächlich eine Sache der Anonymität. Bei Leuten die du kennst ist es halbwegs wichtig was diese von dir denken, bei einem Fremden hat das aber auf deinen Alltag keine Auswirkungen.

Nun kann man zwar argumentieren, dass du sehr private Informationen mit diesem Fremden teilst und dadurch eher nicht anonym bist, da dieser aber nicht Teil deines sozialen Kreises ist, kennt er dich letztlich nicht und seine Meinung über dich bleibt unwichtig.

Man könnte auch sagen ein Gespräch mit einem Fremden ist wie virtuelle Realität, es keinen Einfluss auf deinen sozialen Kreis und du kannst jemand völlig anderes sein.

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Ich glaube, bei einer fremden Person hat man nicht so große Angst vor Wertungen. Man kann einer fremden Person, eine Situation so verkaufen, wie man gern möchte. Die andere Person kennt die Leute nicht, um die es geht und kann nicht wirklich über die Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit der geschilderten Situation richten.

Oft steht die fremde Person dann auf deiner Seite, da sie nur diese kennt und man diese oft, wenn vllt auch unterbewusst, beschönigt.

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Ich denke, dass viele menschen sich fremden anvertrauen um die eigenen Freunde nicht unnötig zu belasten. Für mich ist es oft leichter mit einer fremden person zu sprechen weil ich nicht vielen menschen vertraue, und mir denke dass diese person meinen Freunden und meiner Familie nichts erzählen kann, da sie diese nicht kennt!

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Ich vermute mal:
Wenn du zum Beispiel etwas möglicherweise "peinliches" erzählst und deine Verwandten dieses weitererzählen könnten, kann das größere (negative) Auswirkungen in deinem Umfeld (z.B. Schule/Beruf) haben, aber bei fremden Menschen wie du hier sagst (Hotline), ist es zum einen der Beruf der Menschen und die hören solche Geschichten x-mal am Tag und es wird irgendwann langweilig so etwas zu erzählen, zum anderen: wenn diese das erzählen ist es zum einen weit weg und zum anderen läuft das Gespräch eigentlich anonym ab.

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Weil die Schamgrenze niedriger ist und diese Personen keine Erziehungsberechtigten sind

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Weisshelm:

Ganz einfach. Weil der Fremde innerhalb kurzer  Zeit aus deinem Radius verschwindet, während die Verwandten dich lebenlang begleiten und "löchern".

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Das liegt daran,dass man zu diesen Fremden anonym spricht und sie keine Vorurteile über dich haben,was bei Verwandten oft der Fall ist,weil sie dich schon vorher kennen.Ausserdem ist es unwahrscheinlich,dass du diese Fremden jemals im realen Leben wieder triffst.Verwandte bleiben halt in deinem Umfeld.

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