Warum kann man nicht ohne Rezept einen Asthmaspray für das Notfallsett kaufen?

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6 Antworten

Weil solche Notfallsprays rezeptpflichtig sind und jeder Asthmatiker sein Notfallspray dabei haben sollte.

Es wäre fatal, wenn solche Sprays frei verkäuflich wären, denn sie enthalten Inhaltsstoffe, mit denen kein Schindluder getrieben werden sollte.

Sobald bei Dir wirklich Asthma festgestellt wurde, bekommst auch Du ein solches Notfallspray verordnet, welches Du dann immer dabei haben kannst.

Selbst wenn Du in den Bergen einen Asthmaanfall hast, hast Du bestimmt ein Handy, mit welchem man einen Rettungshubschrauber rufen könnte. Und der Arzt, welcher sich im Rettungshubschrauber befindet, hat mit Sicherheit auch ein Asthmaspray bzw. irgendwelche lindernden Medikamente dabei.

Also ... wenn Ihr das nächste Mal in die Berge geht, nehmt bitte ein Handy/Smartphone mit und sobald jemand bemerkt, dass es mit der Luft schlechter wird, sendet Ihr einen Notruf. Normalerweise ist binnen weniger Minuten Hilfe da.

Mal abgesehen davon, kann es durchaus große Probleme machen, wenn man Medikamente in den Erste-Hilfe-Kasten integriert. Das Problem ist nämlich, dass solche Erste-Hilfe-Kästen durchaus mal großer Sonneneinstrahlung oder Hitze ausgesetzt sind. Z.B. wenn es im Auto mal sehr warm wird. Medikamente aber haben alle eine maximale Temperaturbegrenzung von 25°C (die meisten Medikamente vertragen nur noch geringere Temperaturen) und verlieren ihre Wirksamkeit, wenn sie bei höheren Temperaturen gelagert werden.

Ein Asthmaspray ist in der Regel mit Druckluft gefüllt. Wird dieses Asthmaspray in einen Erste-Hilfe-Kasten gelegt und im Auto vergessen, kann es bei starker Hitzeeinstrahlung explodieren und da wird selbst ein so kleines Spray zur gefährlichen Bombe.

Ich wünsche Dir alles Gute und drücke die Daumen, dass Du nie wieder einen Asthmaanfall haben wirst.

Weil das ein Medikament ist, was durchaus auch Nebenwirkungen hat/haben kann wenn Laien damit Experimente machen?

Jemand der zu Asthma neigt, der sollte SEIN Spray immer dabei haben! 

Was dein Freund da gemacht hat war sehr gefährlich, hättest du das Spray nicht vertragen und wärst schlimmstenfalls jetzt tot, dann wäre dein Freund ganz schwer am Popo, denn er ist kein Arzt und darf daher kein verschreibungspflichtiges Medikament verabreichen! 

ramonbenz1 05.07.2017, 11:31

Ohne meinen Freund wäre ich erstickt. Mir war es schon extrem schwindelig und alles. Ich bekam keine Luft mehr. Ein Arzt hätte wohl mindestens 45 Minuten bis zu diesem abgelegenen Ort gebraucht und da ich im Begriffe war, das Bewusstsein zu verlieren, wäre ich heute tot, hätte er nichts gemacht.

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Repwf 05.07.2017, 11:31
@ramonbenz1

Das mag durchaus sein, trotzdem hat er sich strafbar gemacht! 

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ramonbenz1 05.07.2017, 11:33
@Repwf

Ich bin Jurist und kann dir bestätigen, dass er sich NICHT strafbar gemacht hat. Es handelt sich um eine rechtfertigende Notstandssituation.

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Sternenmami 05.07.2017, 11:39
@ramonbenz1

Wenn Du wirklich Jurist wärest, dann hättest Du diese Frage nicht gestellt. Ein Jurist weiß, wieso Medikamente nicht im Erste-Hilfe-Kasten enthalten sind.

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Repwf 05.07.2017, 11:51
@Sternenmami

@ramon...

...in der er verpflichtet war 1. Hilfe im Rahmen seiner Möglichkeiten zu leisten - ABER er durfte KEINE MEDIKAMENTE verabreichen!

(Es wäre was anderes wenn es das Spray vom FS gewesen wäre und er davon wusste!) 

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ramonbenz1 05.07.2017, 11:52
@Sternenmami

Provozieren lasse ich mich nicht. Ein Jurist ist auch dazu da, sich Gedanken über solche Dinge zu machen, d.h. Abwägungen darüber zu treffen, ob bestimmte Verbote sinnvoll sind oder nicht. Weiter gibt es juristische Gutachter, die sich mit Verboten wie jenem auseinandersetzen und dem Gesetzgeber Empfehlungen geben, wie das Gesetz verbessert werden könnte.

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ramonbenz1 05.07.2017, 12:29
@Repwf

Gemäss StGB 17 handelt derjenige rechtmässig, der eine mit Strafe bedrohte Tat begeht, um ein eigenes oder das Rechtsgut einer anderen Person aus einer unmittelbaren, nicht anders abwendbaren Gefahr zu retten, rechtmässig, wenn er dadurch höherwertige Interessen wahrt.

Geprüft wird also, ob eine Notstandssituation i.S.v. StGB 17 vorliegt. Dazu muss ein Individualrechtsgut muss sich also in einer unmittelbaren Gefahr befinden. Individualrechtsgüter stellen insbesondere das Leben, die physische oder psychische Integrität, Eigentum, Freiheit dar.

I.c. war mein Leben in unmittelbarer Gefahr.

Nun ist noch zu prüfen, ob die Anforderungen an die Rettungshandlung gegeben sind. Die Gefahr für das Individualrechtsgut darf nicht anders abwendbar sein.

I.c. war mein Tod nicht anders als durch jene - an sich mit Strafe bedrohter Tat - Verbabe des Asthmasprays abwendbar.

Sodann müssen mit jener Rettungshandlung höhere Interessen gewahrt werden. Abzuwägen ist also einerseits das Interesse an meinem Leben gegen das öffentlicheh Interesse, die Rechtsordnung einzuhalten. Das Leben ist höherwertig.

Somit hat mein Freund gemäss StGB 17 rechtmässig gehandelt.

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Maxxismo 05.07.2017, 13:19
@ramonbenz1

Du hast Recht. In der Situation hat der Freund sich sicherlich nicht strafbar gemacht.

Er hätte aber Probleme bekommen können, wenn er eine Herzrhythmusstörung (bspw. ventrikuläre Tachykardie) mit einem Asthmaanfall verwechselt hätte. Das sieht nämlich auch für einen geübten Laien nicht unbedingt unterschiedlich aus. In dem Fall wäre das B2-Sympathomimetikum kontraindiziert gewesen und hätte den Zustand dramatisch verschlechtern bzw. den Tod herbeiführen können.

Aus diesem Grund sind Medikamente in Erste-Hilfe-Kästen aus gutem Grund nicht vorhanden. Es ist in Deutschland sehr selten, dass Hilfe so weit entfernt ist.

Wenn wir deine berechtigte Überlegung konsequent weiterdenken, dann müssen wir auch andere Notfallmedikamente in die Koffer packen.

  • Adrenalin (allergischer Schock, bspw. Bienen, Erdnüsse)
  • Nitrate (Herzbeschwerden)
  • Asthmaspray

Allerdings haben alle diese Medikamente lebensbedrohliche Wirkungen, wenn sie bei falscher Indikation eingesetzt werden. Wir würden mit einer Änderung unterm Strich mehr Schaden anrichten, als Nutzen. In den allermeisten Fällen ist der Rettungsdienst schnell genug vor Ort.

Deshalb werden die Medikamente nur rezeptpflichtig nach Einzelfallprüfung herausgegeben und der Patient individuell darüber aufgeklärt, wann er das Medikament einsetzen soll.

Bevor wir über so gefährliche Änderungen nachdenken, sollten wir meiner Meinung nach erstmal den europäischen Anschluss an die Reanimationsbereitschaft schaffen. Da kann man mit einer sehr simplen Maßnahme wirklich viele Leben retten und wir sind fast europäisches Schlusslicht.

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Sternenmami 05.07.2017, 15:33
@ramonbenz1

Hier will Dich niemand provozieren, auch ich nicht. Ich habe lediglich meine Meinung geäußert und das wird man doch wohl dürfen.

Die Frage ist, ob sich Dein Freund überhaupt darüber bewusst war, dass sein Handeln auch genau in die falsche Richtung hätte gehen können?

Es war niemals Sache Deines Freundes, eine Diagnose zu stellen und Medikamente zu geben ... es sei denn, er hat das gelernt und darf ärztliche Maßnahmen vornehmen. Noch nicht einmal ein Rettungssanitäter hätte in diesem Fall ein Asthmaspray gegriffen, sondern Dir lediglich hochdosierten Sauerstoff gegeben und dann gewartet, bis der Notarzt vor Ort ist.

Was wäre gewesen, wenn es kein Asthmaanfall gewesen wäre und Dein Freund das Medikament trotzdem gegeben hätte? Spätestens in dem Moment hätte er fahrlässig gehandelt. Er konnte ja vorher gar nicht wissen, ob die von ihm durchgeführte Maßnahme auch richtig war.

Nun gut ... ich lass es einfach. Der Fall ist Vergangenheit und nur durch diesen einen Fall wird sich auch nichts dran ändern.

Jeder, der in der Medizin arbeitet, weiß, welche Folgen es haben könnte, wenn verschreibungspflichtige Medikamente in Erste-Hilfe-Kästen mit aufgenommen werden würden. Das wird niemals passieren.

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Nicht alles was mit Atemnot zusammenhängt, ist Asthma und nicht jedes Asthma ist mit dem gleichen Mittel zu behandeln.

Wenn dir was an deiner Gesundheit liegt, solltest zu mit deinem Hausarzt abklären, was der Grund des Anfalls wirklich war, ob Herz, Lunge, Allergien oder sonst was der Auslöser waren. Er wird dir dann auch das passende Notfallmedikament verschreiben.

Nebenbei zahlt das dann auch die Krankenkasse.

Alles Gute mary

ramonbenz1 05.07.2017, 11:38

Mein Freund hat mich danach ins Spital gebracht und es war tatsächlich Asthma. Heute habe ich ein passendes Notfallmedikament immer dabei. Es geht mir hier auch nicht um mich, sondern darum, was wäre wenn einer anderen Person dasselbe widerfahren würde mit dem Unterschied, dass jene keinen Freund in der Nähe hat, welcher ihr mit einem Asthmaspray das Leben retten kann.

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Maxxismo 05.07.2017, 13:22
@ramonbenz1

Ich verstehe deinen Unmut darüber, aber mir ist lieber, dass dieser unwahrscheinliche Fall auch bei mir eintritt, als dass der wahrscheinlichere Fall eintritt, dass ein Laie das Spray zückt, wo es mir nachhaltig schadet und der Rettungsdienst 6 Minuten später mit der korrekten Intervention vor Ort wäre.

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also ich habe seit über 30 jahren asthma und habe immer mein notfallspray dabei.  man kann kein verschreibungspflichtiges medikament in einen notfallkoffer packen. ein arzt muss das verschreiben.

ramonbenz1 05.07.2017, 11:28

Ja, das ist mir klar. Aber du weisst, dass du Asthma hast. In meinem Fall aber hatte ich sowas noch nie. Es war wirklich das erste mal und da bin ich sicher nicht der einzige.

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Ohne vorherige Erkrankung bekommt man kaum einen Asthma - Anfall.

Wieso hattest du nicht selbst ein Notfallspray dabei? Da sollte man als Asthmatiker immer mit sich führen, egal wo man hingeht.

ramonbenz1 06.07.2017, 00:17

Weil bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Asthma hatte. Auch mein Arzt hat nie Asthma bei mir festgestellt. 

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studiogirl 06.07.2017, 09:26
@ramonbenz1

Da du ja anscheinend eine Erduss-Allergie hast, musst du immer mit solchen Reaktionen rechnen. Erdnuss muss auch nicht alleine sein, es können noch andere Nüsse beinhaltet sein. Also Achtung und testen lassen.

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Ja man kann abhängig von dem Zeug werden. Ich meine wir ja auch nicht Morphium einfach so als Autounfall-Notfall-Set geben das Leute nach einem Unfall ihr schmerzen lindern können.

ramonbenz1 05.07.2017, 11:26

Naja, aber abhängig wird man auch von bestimmten rezeptfrei erhältlichen Schmerzmitteln. Weiter auch von Zigaretten, Alkohol usw...

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Lebenslauf 05.07.2017, 11:36
@ramonbenz1

Das hört sich nun stark danach an, als ob du das Spray aus ganz anderen Gründen haben möchtest.

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ramonbenz1 05.07.2017, 11:45
@Lebenslauf

Diese Anschuldigung ist unberechtigt. Mein Freund hat mich nach Einnahme des Asthmasprays in das 45 Minuten entfernte Krankenhaus gebracht, wo tatsächlich Asthma diagnostiziert wurde. Heute habe ich immer ein Asthmaspray bei mir, welches mir von meinem  Lungenarzt verschrieben wurde. Zusätzlich wurde bei mir eine Erdnussallergie festgestellt, was wohl den Anfall herbeigeführt hat. Mir geht es nicht um mich, sondern darum, dass eine andere Person, welche keinen Freund mit einem Asthmaspray in der Nähe hat, und auch einen solchen Anfall an einem abgelegenen Ort erleiden würde, sterben würde.

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autsch31 05.07.2017, 21:45
@ramonbenz1

Hallo ramonbenz

Auch wenn es für dich sehr dramatisch war, es stirbt praktisch niemand an zufälligen Asthmaanfällen. Erst bei längerer schwerer Erkrankung kommt es überhaupt zu seltenen Todesfällen.

http://www.navigator-medizin.de/asthma/die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zu-asthma/verlauf-und-prognose/448-wie-viele-menschen-sterben-an-asthma.html

Das häufigste Problem bei erstmalig auftretenden Asthmasymptomen liegt in der falschen Atmung. Die betroffene Person spürt Atemnot, hat grosse Angst und versucht ständig nur einzuatmen.

Das wichtigste ist jedoch, dass man bewusst und lange ausatmet, dann hat frische Lust in der Lunge Platz  und so kommt auch wieder mehr Sauerstoff in den Kreislauf. Wer bewusstlos wird, atmet dann wieder ohne eher ausgeglichen. Auch beim z.B.Hyperventilieren bessert sich die Atmung automatisch, wenn man bewusstlos ist.

So wie du schreibst, steckt bei dir keine Grunderkrankung, sondern eine Erdnussallergie dahinter. Damit musst du nun echt aufpassen, denn bei einen richtigen anaphylaktischer Schock brauchst du andere Medikamente als nur einen Asthmaspray.

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ramonbenz1 06.07.2017, 00:20
@autsch31

Ich habe eine gute Freundin, bei welcher dasselbe geschah. Sie musste darauf eine halbe Stunde künstlich beatmet werden und hat nur knapp überlebt.

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ramonbenz1 06.07.2017, 00:21
@autsch31

Und danke viel mal für deine Ratschläge bin sehr froh darum.

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JuxSinnlos 05.07.2017, 14:45

Wie soll man denn von Asthma- Spray abhängig werden? Vielleicht verwechselst du das mit Nasensprays, die bei längerer Anwendung zu einer Gewöhnung der Schleimhaut führen und dann beim Absetzen zu unangenehmen Effekten führen..

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studiogirl 06.07.2017, 09:29

Ja man kann abhängig von dem Zeug werden. I

Das ist ja wohl völliger Unsinn. Asthma-Spray ist z.B. ein notwendiges Medikament und nicht etwas, was man jeden Tag 3 mal sprüht., wie bei Nasenspray. 

Da hast du aber was verwechselt.

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P488W0RT 07.07.2017, 11:33

Ja habe es ausversehen mit Nasenspray verwechselt.😂😂

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