warum kann man heute noch nicht zum mars fliegen?

10 Antworten

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Es ist technisch gesehen und grob geschätzt schon seit den Achtzigern möglich, eine bemannte Marsmission zu organisieren.

Im Prinzip gibt es vor allem um zwei Probleme:

Es ist mehr als teuer. Riesenteuer. Zig Milliarden an Kosten sind eine Hürde, die man erst mal überwinden muss.

Und das Risiko ist auch nicht ohne. Ein schwererer Sonnensturm allein reichte schon für das Ableben der Astronauten. Man kann zwar eine massive Abschirmung vorsehen, die ist aber sehr schwer. Das heißt noch mehr Kosten. Man sollte im Auge behalten, dass alles an bemannter Raumfahrt seit dem Apollo-Programm innerhalb der schützenden Strahlungsgürtel der Erde stattfand ...

Das ist auch nur eines der Risiken. Bei vielen technischen Einrichtungen ist eine mehrfache Auslegung (zwecks Sicherheit) nicht möglich. Beispielsweise beim Antrieb. Ein eingefrorenes Ventil reicht und alles ist im Gesäß.

Man erwog bei der NASA sogar mal ein unbemanntes und voll für eine Besatzung geeignetes Raumschiff auf dem Mars zu landen. Quasi als Reserve für die nachfolgende Mission. Du ahnst es schon: heftig teuer.

Wenn bei der ISS was schiefgeht, hüpfen alle in die Rettungskapsel und trinken paar Stunden später in Russland einen Wodka. :-)

Geht aber am Mars was schief, was dann? Oder beim Hin- oder Rückflug?

Wie gesagt, es ist technisch möglich. Mit einer akzeptablen Risiko aber fürchterlich teuer.

Zu Zeiten des Kalten Krieges schätzte man die Wahrscheinlichkeit für den Fall eines Scheiterns der Apollo 11-Mission (je nach Quelle) auf bis zu 20 %. Heute traut sich keine Institution so ein Risiko einzugehen ...

Ach ja. Fünf Menschen auf Jahre hinaus in ein Ding in der Größe eines großen Wonwagen zu zwängen, ist fast schon ethisch bedenklich.

LG

Ein eingefrorenes Ventil reicht und alles ist im Gesäß.

Das hast du aber wirklich sehr nobel formuliert!

LG ;)

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Hey, eine super Antwort! Praktisch. Brauche ich mich nicht mehr zu bemühen! ;)

Grüße, Martin

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Danke fürs Sternchen!

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Heuer ist es sogar schon möglich auf den Mars zu fliegen. Das dauert allerdings 20 Jahre. die Nasa sucht sogar zurzeit jemanden, dr zum Mars fliegen möchte und dort leben will. Dort gibt es nämlich die Vorrraussetzungen zum Leben. Nur wollen keine Astronauten zum Mars fliegen, weil sie a) dann mindestenst 40-50 Jahre von der Familie weg sind und dann wahrscheinlich schon tot sind.

Die Reise dauert keine 20 Jahre. Aber bis zur ersten bemannten Marsmission könnten vielleicht noch 20 Jahre verstreichen!

Grüße, Martin

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Wie schon von anderen beschreiben, gibt es trotz des technischen Fortschritts noch immer technische Probleme, die eine solche Mission zwar nicht unmöglich, aber immens teuer machen. Wenn man die Finanzen aber außer Acht lassen könnte, wäre ein bemannter (warum eigentlich nicht befraut???) Marsflug m. E. technisch durchaus möglich.

Das größere Problem ist die menschliche Pyschologie. Wenn ich das richtig mit bekommen habe, hat es inzwischen bereits zwei "simulierte Marsflüge" gegeben, also Experimente, bei denen eine Mannschaft einige hundert Tage in einem Raumschiff-Modell aushalten sollte. Dabei wurden meines Wissens auch einige kleine Probleme simuliert, aber z. B. die Schwerelosigkeit konnte nicht simuliert werden. Trotzdem sind meines Wissens zumindest das erste, wenn nicht beide Experimente Gründen abgebrochen worden, weil die psychische Belastung zu hoch wurde ... (bin mir da aber nicht ganz sicher ...)

Der Mars ist ein bißchen weiter weg als der Mond. Deshalb dauert die Reise ziemlich lang und inklusive Rückreise bist Du etliche Monate in der Schwerelosigkeit unterwegs. Abgesehen davon gibt es unterwegs keine Tankstellen für Raketentreibstoff und keine schnelle Rückkehr zur Erde, wenn Du eine Blinddarmentzündung kriegst... Mal eben zuhause anrufen geht auch nicht... ;-))

1969 war die Mondlandung, seitdem hat unsere Technologie rasante fortschritte gemacht..

Das ist der Punkt. Wir haben solche technischen Fortschritte gemacht, daß wir heute keine Leute mehr irgendwo hinschicken müssen, um herumzufahren, die Dünen zu fotografieren, mit der Schippe im Sand zu buddeln und durchzusagen, wie das Wetter ist. Für solche langweiligen Jobs haben wir heute Satelliten und Roboter.

Was mich angeht: Ich würde den Job nicht haben wollen. Lieber ginge ich, wenn es sein müßte, für zwei Jahre in die Antarktis – öde und kalt ist es dort auch, aber man kann wenigstens ohne Druckanzug an der frischen Luft eine Runde drehen. Die Station bekommt regelmäßig Nachschub mit Heizöl und leckerem Proviant. Ist an der Ausrüstung was kaputt, fordert man Ersatz an. Ist einer krank, kann er ausgeflogen werden. Auf dem Mars sitzen? Nein danke. Ich weiß besseres mit mir anzufangen.

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