Warum kann ich nicht schnell vergessen und hänge lange an den Dingen?

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4 Antworten

Ja, ich kenne das Gefühl. Und ich kenne auch welche, die das auch kennen. Die meisten haben - wie ich selber - eine Erfahrung gemacht, die sie nicht loslässt. Das Unterbewusstsein hält es fest und leider dann ALLES aus der Vergangenheit. So lange ich den plötzlichen Unfalltod meines Bruders nicht verkraftet hatte, so lange habe ich an allen möglichen Leuten und sogar an Dingen festgehalten. Sogar an einem Küchenmesser. Ich konnte es nicht wegwerfen. Jetzt ist die Trauer verarbeitet, und ich habe längst vom Küchenmesser Abschied genommen. Es hört sich verrückt an, aber so reagiert unser menschliches Unterbewusstsein. So kann es sein, dass auch du eine schlimme Erfahrung gemacht hast, die dich nicht loslässt und du darum an allem festhältst.

So hart es klingt, aber man kann auch im Schmerz Halt finden. Du beschreibst Situationen / Erlebnisse von Zurückweisung oder Verlust. Da wird man ein bisschen haltlos. Im Schmerz fühlt man sich selbst, das gibt Halt, wenn auch keinen "angenehmen".

Der Ausweg wäre, dir positiven Halt aufzubauen. Finde etwas, was dir immer bleibt. Etwas, wohin du dich jederzeit zurückziehen kannst, eine innere Kraftquelle. Für viele ist es ein Hobby, in das sie sich stürzen können bis über beide Ohren, und darüber wird dann alles andere unwichtig. Am besten "wirkt" ein Hobby, in dem man selbst aktiv wird. Also lieber Musik machen statt hören etc. Andere widmen sich mit der gleichen Energie dem Sport. Da kann man Halt erleben, indem man an der Grenze der Belastbarkeit seinen Körper spürt. Wieder andere finden inneres Zuhause im Gebet oder in der Meditation. Andere interessieren sich für die Probleme anderer, das lenkt von den eigenen ab. Andere engagieren sich für eine Sache, mit Haut und Haar, ein politisches Thema oder soziales Engagement... man findet dann Halt in einer Aufgabe, man wird "gebraucht", das Herz brennt für eine Sache, so stark, dass kein Hindernis groß genug sein kann, einen davon abzuhalten...

Wichtig ist, etwas zu finden, wo man sich möglichst nicht an einen bestimmten anderen Menschen hängt. Die Menschen mögen das nicht, und das rächt sich irgendwann, oft auf unbewusstem Weg. Und dazu gehört, den anderen Menschen immer wieder zu verzeihen. Jeder hat einen Grund für das was er tut oder lässt, du auch, auch die anderen. Da gehört es dazu, dass man einander verletzt, indem man sich abgrenzt. Aber du bist doch noch anderes als nur die Verletzung. Besinne dich auf das, was außerdem auch noch da ist oder möglich ist. Eine Tür ist zugegangen. Ja, das schmerzt. Na und? Gibt es deswegen keine anderen Wege mehr? Suche sie. Das kannst du machen.

Alles Gute!

Ich denke mal das dein Gehirn einen Drang zum vollenden hat. Weil bei manchen Personen es noch offen ist, fühlst du dich schlecht. Dagegen hilft dass du dich mit der Person aussprichst und ein Ende findest.

Ich hoffe dass dir das geholfen hat. LG Trallatal:)

Du scheinst die schönen Dinge in deiner Vergangenheit zu vergessen... Das ist reine Kopfsache.

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