Warum kann eine Planwirtschaft nicht demokratisch sein?

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5 Antworten

Naja, die Frage "Ist das so?" ist durchaus relevant, denn es ist eine Unterstellung. Eine Unterstellung, die sich in der Geschichte bestätigt hat und an deren Wahrheitsgehalt ich selbst auch glaube.

Planwirtschaft heißt zentrale Planwirtschaft (dezentrale Entscheidungen sind ja gerade ein Zeichen freier Märkte). Dafür braucht man eine Behörde, die bestimmt, wer wieviel anbietet und wer wieviel konsumiert. Ich kann mir keine praktische demokratische Fundierung dieses Systems vorstellen. Und wenn jeder für sich selbst plant, ist es ja schon wieder Marktwirtschaft. Die mangelnde demokratische Legitimierung der Pläne ist ein wesentlicher Grund, warum sich die meisten "Linken" inzwischen für ein bedingungsloses Grundeinkommen und nicht mehr für die Planwirtschaft einsetzen. ... und, um hier keine politische Diskussion anzustoßen: ja ich weiß, nicht nur Linke sind für das BGE.

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Kommentar von Lorry
20.06.2011, 18:56

Wer sagt denn, dass zentral ausgegebene Pläne nicht dezentral und demokratisch entschieden werden können?!

Die "Bedürfnisorientierten Versorgungswirtschaft (ist) eine Alternative zur Marktwirtschaft, die sich wesentlich durch die radikale Abschaffung von Geld, Markt und Staat auszeichnet. Das Privateigentums an Produktionsmitteln wird abgeschafft. Die gesellschaftlich produzierten Güter werden nicht verkauft, sondern gemäß Bedürfnissen und Ansprüchen zugeteilt. Eine bescheidener Anspruch an Grundversorgung besteht auch ohne zu Arbeiten. Wer arbeitet, erwirbt entsprechend qualitativ oder quantitative abgestufte Zuteilungsansprüche. Alle Entscheidungen über Produktion und Zuteilung fallen in Komitees". http://de.wiki.oekonux.org/BVW

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Weil in einer Planwirtschaft in der Regel "VON OBEN" , d.h. durch ein paar Verantwortliche in der Regierung für den Bereich Wirtschaft, bestimmt wird, was und wieviel produziert wird, wieviel Menschen für ihre Arbeit verdienen, was ein Pfund Brot kostet usw. -- In den früheren Planwirtschaften der kommunistischen Staaten hatten die Bürger so gut wie keinen Einfluss auf solche Fragen, zumal auch bei "Wahlen" schon immer der ieger VORHER feststand bzw. überhaupt nur EINE Partei existierte.

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Kommentar von eka45
22.04.2015, 16:40

Falsch -so einfach kann man das nicht sagen! Es gibt auf allen Ebenen, in allen Regionen und allen Fachgebieten und Branchen Parteigliederungen, die sich NATÜRLICH !!! auch damit beschäftigen, eigene Vorschläge versuchen durchzubringen oder vorhandene Entwürfe kritisieren.

Bitte nicht alles so primitiv eindimensioal sehen.

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Die moderne Demokratie gründet sich auf den freien Vertrag zwischen Regierung und Regierten. Diese Vertragsidee gründet sich auf die freie Vertragspartnerschaft ökonomischer Subjekte, wie sie weitgehend in der freien Marktwirtschaft realisiert ist. Zum Vergleich: Der römische Sklave war Eigentum und nicht Vertragspartner seines Besitzers. Der Leibeigene war geborener Untertan seines Grundherrn. Der moderne Industriearbeiter ist freier Vertragspartner seines Arbeitgebers (Wohlgemerkt: Hier geht es um Rechtsverhältnisse und nicht um soziale Lagen!). Der Gemüsehändler ist freier Vertagspartner seines Kunden (Äquivalententausch). Diese Verhältnisse finden ihre Entsprechung in der Herrschaftsform. Einschränkungen in der der wirtschaftlichen Abteilung gehen immer einher mit Einschränkungen in der politischen Abteilung.

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Kommentar von eka45
22.04.2015, 16:57

Eine Blanko-Vollmacht ist kein Vertrag !

Nicht mal auf das Wischi-Waschi-Partei- oder Wahlprogramm kann man sie festnageln !

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Wieso soll eine Planwirtschaft nicht "demokratisch" sein??

Was denkst du, wie lange und hart unsere Pläne in der Firma ganz "demokratisch" besprochen werden!

Oder meinst du die "Zentrale Planwirtschaft" in den ehemaligen sozialistischen Ländern? Da hat nicht die "Planwirtschaft" mangels Demokratie nicht funktioniert, sondern weil jeder Uraltrentner aus der politischen Führungsriege glaubte, sich in wirtschaftliche Prozesse, die eigentlich nach bestimmten Gesetzen ablaufen, einmischen zu können, wegen chronischen Mangels an Vielem, was zu einer funktionierenden Planwirtschaft nötig wäre.

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Weil dem Volk auferlegt werden soll, und das auf 5 Jahre, was es zu konsumieren hat. Es sollte eher umgekehrt sein. Das Volk entscheidet durch sein Konsumverhalten, was produziert werden soll.

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Kommentar von eka45
22.04.2015, 16:55

Das ist doch im Westen nicht anders!  Wenn die Modeindustrie deinen Kleiderschrank räumen will werden eben mit geilen Models Schlaghosen, oder weite Kleidung oder hautenge Kleidung propagiert, fast alle machen mit und und du selbst kommst dir so blöd vor nach zwei Jahren Weigerung wenn sie den Trend durchgesetzt haben.

Durch meine späte Anpassung konnte ich dann wieder recht neue Kleidung wegwerfen, um den neuen Trend - der mir dann auch nicht gefiel - zu folgen.

Aber das ist ja alles nur für die Freiheit des Individuums ! ;-) 

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