Warum kamen mir die Jahre als Kind länger vor?

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9 Antworten

Das hat zwei Gründe:

(A) Lernerfahrungen pro Tag

Je weniger Lebenserfahrung man hat, desto mehr Neues lernt man pro Tag. Je älter man wird, desto mehr kennt man schon - das heißt, umso weniger Neues begegnet einem.

Weil nur Neues im Gedächtnis bleibt und Routine-Sequenzen gelöscht werden, bleibt am Ende eines Kindertages mehr Gedächtnisinhalt als am Ende eines Erwachsenentages. Der Tag war also subjektiv länger.

Wer jeden Tag zum gleichen Arbeitsplatz fährt und dort ähnlichen Kram erledigt, hat am Abend kaum etwas das einen Eintrag im Langzeitgedächtnis wert wäre. Der Tag verpufft also für die persönliche Geschichte.

Wer aber vormittags zur Schule geht und nachmittags immer was anderes macht, der speichert dagegen Massen im Langzeitgedächtnis. Am Ende des Kinderjahres liegen eine lange Story und ein Schub an persönlicher Entwicklung hinter dir. Am Ende eines Arbeiterjahres bloß 365 halb gelöschte Routine-Tage.

Den gleichen Effekt erlebst du übrigens, wenn du einen Weg zum ersten Mal fährst. Die Reise fühlt sich lang an. Der Rückweg ist genauso lang, fühlt sich aber ganz kurz an - weil du alles am Straßenrand schon kennst.

(B) Relatives Alter

Wenn du 5 bist, ist ein Jahr ein Fünftel (0,2) deines Lebens.

Wenn du 10 bist, ist ein Jahr ein Zehntel (0,1) deines Lebens.

Wenn du 30 bist, müssen schon drei Jahre vergehen, um ein Zehntel deines Lebens auszumachen. Ein Jahr macht nur noch 0,03 Leben aus.

Wenn du 50 bist, macht ein weiteres Jahr nur noch 0,02 Leben aus.

Die Zeit scheint also immer schneller zu vergehen. Mit 50 vergeht die Zeit - gemessen in Lebensteilen - zehnmal (!) so schnell wie mit 5.

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Das geht vielen so. Ich denke es liegt auch daran, dass man als Kind mehr Power hat, je älter man wird desto schwerer fällt alles. Außerdem hat man als Kind den Kopf frei und mehr Zeit, nicht diesen Stress wie Job, Haushalt, Verpflichtungen etc. Als Kind freut man sich noch sehr auf Geburtstage, Weihnachten usw und kann es daher kaum erwarten... es komnt einem wie eine Ewigkeit vor. Als Erwachsener ist das alles nicht mehr so spannend und aufregend, stattdessen eher stressig. Allgemein rauben die Alltagssorgen Zeit und Energie (die man als Kind ja nicht hatte). 

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Hallo!

Das ist eine SEHR gute und tiefsinnige Frage (DH!), die konform geht mit dem was ich dieser Tage erlebte!

Ich (m, 26) habe mir das neulich auch vor Augen gehalten, als ich einen Schulhefter aus der neunten Klasse fand mit Arbeitsblättern vom Februar/März 2006.. da dachte ich mir -------> hey, diese zehn/elf Jahre sind doch total schnell vorübergegangen.. und bei vielen Blättern dachte ich sofort an die Französischstunde in der ich diese erhalten habe & mir fielen tlw. sogar die Outfits meiner Banknachbarin wieder ein oder die Sprüche unseres Französischlehrers.. war ganz komisch!

Und dann dachte ich mir -----> die sechs Jahre von 2000 bis 2006 nahm ich damals als unendlichen Quantensprung und absolute Ewigkeit wahr, von der dritten Grundschulklasse bis zur neunten Realschulklasse.. bzw. da lagen Welten dazwischen, auch optishc und allein vom Wachstum des Körpers und der mentalen Reife die ich innerhalb dieser sechs Jahre erlangen konnte her bemerkt... schon Wahnsinn, so viel tat sich in den letzten zehn JAhren vllt. im Ganzen nicht wenn ich Zurückdenke. Ganz enorm war's dann in den letzten fünf Jahren ab ca. 2012 bzw. seit der Zeit, in der ich 2011 meine Ausbildung abschloss.

-------> und darin liegt da mMn die Wurzel.. es tut sich in immer größer werdenden Zeitspannen immer weniger bzw. vergleichsweise wenig, wenn man sich die Phasen seines LEbens verinnerlicht & nachdenkt! Diesbezüglich würde ich es schlicht auf die Zeit schieben die man mit dem fortschreitenden Alter/mit der Reife der Jahre ganz anders wahrnimmt denn als Schüler, der total sorglos lebt & sich um nix Gedanken machen muss weil Mama, Papa, Opa und Bruder da sind & man selber nur mitläuft in diesem Getriebe... man denkt mit den Jahren an mehr & nimmt die Zeit sowie sich und das Leben anders wahr.

Hoffe ich konnte dir helfen!

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Kommentar von antares2508
09.02.2017, 22:57

Mir ging das mit meiner Schulzeit ganz genauso! Ich wurde 1989 eingeschult, war dann 1994 mit der Grundschule fertig. Alleine diese 5 Jahre kamen mir so ewig lang vor, wie ich das Gefühl danach selten hatte. Ab der 5. Klasse zog sich das auch noch bis ins Jahr 2000 wie Kaugummi. Pünktlich zum Beginn des neuen Jahrtausends begann ich dann plötzlich die Zeit anders wahrzunehmen. Es wurde hektischer, dann kam das Internet dazu und der ganze Handykram, angefangen mit dem Nokia 5110. Ab diesem Zeitpunkt war man ständig abgelenkt. Ich merke selbst heute, wenn ich im Internet unterwegs bin, wie ratzfatz eine Stunde rum geht. In den 90ern kam ich aus der Schule nach Hause, machte Hausaufgaben, schaute TV (man freute sich noch richtig auf bestimmte TV-Sendungen - das war noch ein großer Mittelpunkt des Privatlebens). Oder man treibte sich draußen rum, spielte auf dem Schulhof Fußball... Ich hatte auch noch große Erwartungen an die Zukunft. Mit den Jahren wurde man immer nüchterner und stellte fest, dass doch nicht alles so rosig ist, wie man sich das vorstellte. Echt schade, dass diese Zeit nie mehr wiederkommen wird...

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Ich habe mal gelesen, dass einem Menschen die Zeit von der Geburt bis zum Alter von 18 Jahren subjektiv genau so lang vorkommt wie die Zeit von 18 bis man stirbt.

Zum Einen liegt das sicher daran, dass man das Leben in jungen Jahren viel intensiver erlebt als später, zum Anderen ist es einfach so, dass man später sehr schnell in einen Rhythmus verfällt.

Ich bin jetzt Ende 40 und für mich vergeht eine Woche wie im Flug. Das liegt aber primär daran, dass ich - und die meisten anderen Menschen auch - in einem Rhythmus "gefangen" bin aus Arbeit und Privatleben. Das ist ja mitunter auch der Grund, warum sich so viele Leute auf den Urlaub freuen. Und selbst da ist es so: die ersten 1 oder 2 Tage an einem neuen Ort werden viel intensiver wahrgenommen als der Rest - man ist quasi wieder gefangen im Rhythmus.

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In so jungen Jahren hatte man noch nicht so viele Verpflichtungen, man konnte mehr für sich selber machen und war sich seiner selber noch mehr bewusst. Zu der Zeit waren auch noch nicht so viele Ablenkungen da. Es gab nicht hunderte von Fernsehsender, dass Internet war noch nicht so ausgereift und es gab noch nicht so sehr die Möglichkeit zu jeder Sekunde erreichbar zu sein. Stichwort Smartphone, Whats App überlege mal wie oft das Ding piept und wie oft Du am Tag draufschaust.

Heute hast Du vielleicht Familie, Kinder. Da heißt es arbeiten gehen, nach Hause kommen dann ist die Familie dran die ja auch was von Dir haben will. Wenn die Kiddies im Bett oder nicht da sind, dann verlangt der Partner nach Aufmerksamkeit. Vielleicht ist man dann noch in einem Verein, macht natürlich auch Spaß aber auch das ist in gewisser Weise eine Verpflichtung. Wann lebst Du wirklich nur für Dich?

Mein Tipp, nimm Dir doch einmal in der Woche eine kleine Auszeit nur für Dich 1 - 2 Stunden. Ohne Partner, Kinder, Freunde. Ganz wichtig Telefon aus und am Besten nicht vor die Glotze oder ins Netz Emails checken, chatten usw. Kann natürlich sein, dass Du erst einmal ratlos bist was Du dann in dieser Zeit machen sollst aber das ist dann auch ein Zeichen dass Dein Leben an Dir vorbeiläuft.

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Weil wir Zeit immer relativ zu userem ganzen Leben empfinden. Ein Jahr ist fuer einen Zwei Jahrigen die 50% seines Lebens, aber fuer einen 20 jaehrigen nur noch 5% und fuer einen 50 jaehrigen nur 2%.

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Als Kind lernst Du alles neu. Alle Dinge sind neu, Du hast viel mehr Eindrücke zu verarbeiten. Deshalb kommt Dir die Zeit langsamer vor. Ähnlich ist es, wenn Du mit dem Auto in den Urlaub fährst. Der Rückweg erscheint meist schneller, weil man die Strecke schon "kennt". 

Wenn man dann erwachsen ist, hat man bei Weitem nicht mehr so viele neue Eindrücke wie als Kind, die Zeit scheint schneller vorbei zu gehen. 

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Du hast wahrscheinlich mehr erlebt. Wenn du jeden Tag etwas tust, das dir Freude bereitet, deinen Tag größtenteils so gestaltest, wie du es magst, hängen an jedem Tag kleine Erinnerungen.

Wenn im Alter mehr Verpflichtungen dazu kommen, du jeden Tag -von kleinen Ausnahmen abgesehen-, nahezu das gleiche tust, merkst du nicht wirklich wie die Tage an dir vorbei ziehen.
Auch wenn die Zeit eigentlich genauso schnell vergeht, wie sonst auch, kommt es dir so vor als würde die Zeit viel schneller vergangen sein, weil du sie eben nicht mit Erinnerungen gefüllt hast.
Und wenn da nichts besonderes ist, an das du dich erinnern könntest, verschwinden diese Tage aus deinem Gedächtnis, folglich kommt es dir so vor, als sei die Zeit schneller vergangen.

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Je älter Du wirst, desto schneller rennt die Zeit. Es kommt uns wirklich so vor!

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