Warum jagen uns Spinnen Angst ein?

10 Antworten

Darüber scheiden sich die Geister.

Es gibt viele übersteigerte Ängste zum Beispiel sehr verbreitet auch die Angst vor Dunkelheit oder Höhe. Allerdings erschließt sich Einem aus Sicht der Evolution eher der Grund warum Angst oder Höhe als Gefahr wahrgenommen werden. Unsere jagenden Vorfahren waren natürlich nachts im Nachteil und verwundbarer und Höhe ist in freier Natur ohne Geländer und Sicherungen sicherlich auch eine sinnvolle Angst, die das Überleben sichern soll. Bei Spinnen hast du schon ganz Recht: Sie bedrohen ja nicht unmittelbar das Leben. Eine Erklärung, die für mich am meisten Sinn macht ist, dass das menschliche Gehirn sozusagen auf bestimmte Wahrnehmungen zur Einschätzung von Gefahr trainiert ist.

Ich glaube, dass das Gehirn, wenn es ein Tier erblickt, versucht seine nächste Handlung abzuschätzen. Wichtig dazu sind die Beobachtung der Augen, der Bewegung und der Richtung bzw. der Entfernung. Und da hat man mit der Spinne auch gleich mehrere Probleme: Man kann ihren Augen nicht klar erkennen, blickt sie einen an? ^^ Klingt ein bisschen lächerlich, aber ich glaube das Gehirn versucht tatsächlich das herauszufinden. Durch die acht Beine ist auch nicht sofort ersichtlich in welche Richtung die Spinne gerichtet ist, einem zu oder abgewandt? Und dann weiß man ihre Geschwindigkeit nicht einzuschätzen, kann sie springen? Schnell rennen? Du sagst Rheinschnaken wirken nicht bedrohlich, aber sie wirken auch nicht, als ob sie lauern würden. Sie fliegen meistens eher planlos herum. Würde sie vor einem landen und sich nicht mehr bewegen würde man auch versuchen sie zu beobachten und es wäre unheimlicher. Käfer und andere Insekten wirken häufig bedrohlicher als größere Tiere, bei denen man die Augen klar erkennen kann. Gefahr strahlen sie nur dann aus, wenn sie still stehen. Ein rumtrödelnder Elefant wirkt eher harmlos, steht er still, schaut einen an schon nicht mehr so nice. Ein lauerndes Krokodil wirkt sehr einschüchternd, ein schwimmendes schon etwas weniger, wenn es nicht gerade schnell auf einen zuschwimmt.

Ich denke also das Kernproblem ist, dass Spinnen sehr schwer einschätzbar sind. Da hilft Vernunft wenig, denn da spielen Instinkte eine Rolle. Meine persönliche Meinung ist da sehr radikal, obwohl ich sonst gar nicht so ein extremer Mensch bin, aber nur eine tote Spinne ist eine gute Spinnen. Ja, schon recht, sind auch Lebewesen, aber würde ich Gott treffen würde ich ernsthaft anregen, ob man den ganzen Kreislauf mit Spinnen und Mücken überhaupt braucht. Spinnen sind A.rschlöcher. Wenn ein anderes Tier auf dem Boden sitzt, ein Käfer oder so dann bleibt es in der Regel still sitzen, wenn man sich nähert oder rennt weg. Eine Spinne, so meine Erfahrung, wartet und rennt dann auf einen zu!!! Wer macht denn sowas? Ich bin trilliardenfach größer, warum greift sie mich an? Wahrscheinlich greift sie nicht an, mir auch klar, aber ich traue Spinnen nicht. Ich unterstelle ihnen böse Absichten und wie in freier Natur, wenn ein ungebetener Gast in mein Territorium eindringt, bin ich nicht sonderlich nachsichtig. Komischerweise würde ich eine Fliege nur dann töten, wenn sie mir wirklich auf den Nerv geht, ständig auf mir oder meinem Essen landet und sich einfach nicht vertreiben lässt. Eine Spinne hat nach Sichtung eigentlich nur noch eine sehr kurze Lebensspanne. Nicht weil es mir Freude macht ein Tier zu töten, aber weil ich viel zu viel Angst und Ekel hätte sie in einem Gefäß oder gar mit der Hand zu retten. Ich betrachte ihre Anwesenheit tatsächlich als Angriff und Bedrohung. Spinnen haben's vermutlich nicht leicht, auch wenn sich mein Mitleid in Grenzen hält. Man kann nicht einfach Netze in fremde Wohnungen bauen. In den vielen Jahren modernen Menschendaseins hätten sich Spinnen auch evolutionstechnisch anpassen können, Bienen oder Ameisen bauen ja auch keinen Stützpunkt in meiner Wohnung, auch wenn sie es könnten.

Meine Antwort ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen, bevor mich jetzt böse Nachrichten überfluten. ;)

LG

Ich finde deine Antwort sehr interessant. Ich persönlich ekele mich überhaupt nicht vor Spinnen aber finde Käfer total eklig. Spinnen rennen übrigens auch weg, aber die Tiere sind fast blind. Die rennen auch manchmal in Panik auf einen zu ohne eine Angriffsabsicht sondern eigentlich um zu fliehen, sie sehen s halt nicht besser. Wenn du ein paar Spinnen tötest wird das den Bestand nicht gefährden, denn in Gesellschaft des Menschen haben sie ja sonst keine natürlichen Feinde. Ich liebe Spinnen zwar nicht aber ich finde sie total faszinierend. Die vielfältigen Überlebensstrategien, den einzigartigen Körperbau und das Farbspektrum ihrer Erscheinung sind einzigartig. Horst Stern hat das mal sehr treffend formuliert:

Während der Mensch Pferd, Hund und Katze streichelt, Reh und Hirsch - weil edel - liebt, den Löwen und den Elefanten zu seinem Urlaubsziel macht, während er auf Huhn, Rind und Schwein die Erkenntnisse ganzer Wissenschaften anwendet, den Regenwurm als Gärtner preist und die Biene als Wunder der Natur sowie den Adler im Schilde führt, tritt er ein Tier, das die Vorgenannten allesamt an Exotik, Entwicklung, Form, Farbe und den abenteuerlichsten Instinktleistungen bei weitem übertrifft, mit dem Ausdruck des Ekels tot. "Pfui, Spinne!"

Zwinker ;-)

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@sachlich123

@ GegenDenStrom ( hoffe ein bayr. ) Sollte deine Zeilen nicht aus Google zitiert worden sein, sondern aus deinen Fingern stammen, könnte ich dir 10000 Punkte geben, denn das passt genial.

In den vielen Jahren modernen Menschendaseins hätten sich Spinnen auch evolutionstechnisch anpassen können, Bienen oder Ameisen bauen ja auch keinen Stützpunkt in meiner Wohnung, auch wenn sie es könnten.

Solltest du einmal meinen Zitterspinnen erklären. Ich mag fast alle Spinnen, außer Zitterspinnen und Römer :-) Die spinnen doch....

Lg Vlk`

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@sachlich123

Horst Stern - der schon einen Pluspunkt für seinen eigenen Namen verdient - hat das wirklich treffend formuliert!

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wow, sehr tolle Antwort

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Ja, komisch, warum sind es keine Fliegen- wo es wesentlich mehr von gibt, die auch noch regelrecht lästig sind? Ich frage mich wozu Fliegen gut sind - Spinnen sind ausgepsrochen nützliche Tiere, wenn sie uns nicht gerade den Gang zuspinnen, durch den wir uns durchwuseln müssen. Ich glaube das es daran liegt, dass uns das in frühester Kindheit irgendjemand vorgelebt hat - es ist sozusagen eine vererbte unbegründete Angst, denn Spinnen können uns hier zu Lande nicht wirklich was anhaben, zumal es das gleiche Gefühl ist, wenn sie uns berühren sollten- was eine Spinne nie mit Absicht tut - wie bei einer Fliege, wo man nie weiß, auf welchem Scheißhaufen die zuletzt gesessen hat?

Das ist zum Ersten dass wir es beigebracht bekommen z.B. von der Mama: Die schreit auch, wenn sie eine Spinne sieht, da steht man als kleines Kind daneben und lernt diese Angst. zum Zweiten ist es die für uns unnatürliche Art sich fortzubewegen. wenn ein Mensch auf dich zuläuft und der will dann auf einmal seitwärts laufen, dann sieht man dem das an. Einer Spinne nicht, das ist also unberechenbar.

Die Angst lässt sich leicht bekämpfen, meine Freudin hatte auch riesen Angst vor Spinnen, seitdem wir 2 Vogelspinnen halten mag sie sie sogar.

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