Warum ist unser Wahlsystem in der BRD so wie es ist?

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2 Antworten

Hallo, 

es wurde nach der Erfahrung mit der Weimarer Republik und dem daraus entstandenen Naziregime durch den Parlamentarischen Rat so gestaltet und ins Grundgesetz aufgenommen, dass keine Splitterpartei die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten beeinflussen konnte. 

Viele Leute haben auch vergessen, dass Hitler demokratisch gewählter Reichskanzler war. Es musste also ein Verfahren her, dass einmal eine möglichst große demokratische Basis für die Wahlberechtigten bot und gleichzeitig die Macht von Splitterparteien begrenzte, aber doch allgemein als Ausdruck einer Willensbekundung des Wahlvolkes diente. 

Aber hierzu gibt es doch jede Menge Literatur. Ein Gang in die Stadtbibliothek hilft da weiter, ebenso eine elektronische Recherche in der Deutschen National Bibliothek unter dnb.de

Die Suche nach "Wahlsystem" und "BRD" brachte schon für sich 26 Treffer, darunter z. B. auch 

http://www.grin.com/de/e-book/158399/das-wahlsystem-der-brd

Unter dem Link "Ausführliche Beschreibung" gibt es schon die ersten brauchbaren Hinweise. Die Bibliothekare Deiner örtlichen Bücherei können Dich da aber besser beraten. Sie helfen natürlich nicht bei den Hausaufgaben oder bei einer Studienarbeit, sondern beschaffen Arbeitsmaterialien. 

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Kommentar von Hegemon
15.01.2016, 16:11

"Viele Leute haben auch vergessen, dass Hitler demokratisch gewählter Reichskanzler war."

Sorry, aber:

Das wird den Leuten immer wieder erzählt, um eine "Begründung" zu haben, keine Basisdemokratie zuzulassen - entspricht aber nicht den historischen Tatsachen.

Tatsächlich wurde der Gefreite von wirtschaftlichen und politischen Eliten gegen den Wählerwillen an die Macht gebracht.

https://www.youtube.com/watch?v=CvEO-0EykFg

In diesem Zusammenhang ebenfalls interessant:

"Die Gesellschaft zum Studium des Faschismus (GSF) war zu Zeiten der Weimarer Republik eine Organisation, die sich zum Ziel setzte, die Erfahrungen des italienischen Faschismus auf Deutschland zu übertragen [... sie] stellte ein Bindeglied zwischen konservativen Kreisen (vor allem aus dem Militär, Wirtschaftsverbänden und der rechtsnationalistischen Presse) und der NSDAP dar. [...] Gemeinsames Ziel war die Ablösung der demokratischen Ordnung und die Errichtung einer national ausgerichteten Diktatur."

https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft\_zum\_Studium\_des\_Faschismus

Und wenn Figuren wie der Rüstungsunternehmer und Medienmonopolist  Alfred Hugenberg (ein Mann mit besten Verbindungen in die Schwerindustrie) nicht jahrelang diese massive Propagandaschlacht für die NSDAP betrieben hätten, hätte es gar nicht erst deren extremen Aufstieg seit 1928 gegeben.

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Weil es gut ist.

Man hat sich die unterschiedlichen Systeme mit den Stärken und Schwächen angeschaut, hat eine Mischung daraus kreiert, die die Schwächen aus Mehrheits- und Verhältniswahlsystem minimiert und die Vorteile maximiert.

Man hat aus dem Desaster der Weimarer Republik gelernt. Die Gnade der später Demokratie....

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Kommentar von PWolff
15.01.2016, 15:45

Einzelheiten passt man immer wieder an, um später aufgetretene Probleme zu umgehen oder neue Auffassungen unserer Demokratieform(en) widerzuspiegeln.

Z. B. wurde die "Fünf-Prozent-Hürde" bei Kommunalwahlen in einigen Ländern abgeschafft, und man hat bei den Überhangmandaten im Deutschen Bundestag etwas geändert, weil nach heutiger Auffassung die Parteien das wesentliche Organ der Meinungsrepräsentation sind und nicht mehr die einzelnen Abgeordneten (die am Anfang auch oft Parteilose waren).

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