Warum ist Tierquälerei z.B. Massentierhaltung legal?

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Weil sich das kulturell und historisch so ergeben hat. Objektiv betrachtet ist es reine Willkür, dass das, was man einem Schwein und einem Rind legal antun darf, bei Hund oder Katze strafrechtlich verfolgt werden würde. Dabei sind die Tiere die in unserer Gesellschaft getötet und gegessen werden, auf genau die gleiche Weise empfindungsfähig wie wir. Das, was wir ihnen antun, nehmen sie sicher genau so wahr, wie wir es an ihrer Stelle tun würden. Sie mögen nicht unseren Intellekt haben, aber um zu Leiden braucht man keinen Intellekt. Dabei gibt es in den Industrienationen der ersten Welt heute keine Notwendigkeit mehr Tiere zu essen oder als Rohstoffquelle auszubeuten. Kein Tier will ausgebeutet werden, kein Tier will eingesperrt sein, und kein Tier will sterben. Es ist einfach nur eine sinnlose Grausamkeit.

Das macht mich so unglaublich traurig und wütend. Danke für die ausführliche Antwort.

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Menschen sind Tiere, wir gehören zu den Affen. Massentierhaltung ist erlaubt weil unsere Volksvertreter die entsprechenden Gesetze beschlossen haben. Das Tier Mensch bestimmt wie es mit anderen Tieren umgehen darf. Da es der Gesetzgeber beschossen hat, sei das legal, so sagt man. Aber eigentlich gilt das Recht des Stärkeren. Wir maßen uns an, die Gesetze, die für uns gelten sollen, auch auf die anderen Tiere und Pflanzen anzuwenden. Wir können es und leisten, da sich die anderen Tiere nicht oder nur ungenügend zur Wehr setzen können.

Dass, was der Mensch für Recht erachtet, meint er, gelte auch gleich für die Natur mit. Hat die brasilianische Regierung das alleinige Recht über den Amazonas Regenwald zu verfügen? Oder müsste sie eigentlich auch die Tapire, Kaimane, Jaguare und die anderen Tiere dort fragen?

Das ist eine Einstellungssache. Überträgt man unser Verhalten, dürfte der Profiboxer auch die alte Dame niederschlagen und das Geld aus ihrer Handtasche nehmen. Der Zusammenschluss der Profiboxer stimmt über das entsprechende Gesetz ab und schwups ist die Handlung legal.

Für die Tierhaltung gelten auch Regeln und Gesetze, nach denen sich die Tierhalter richten müssen. Wenn sie die Gesetze beachten, dann ist das rechtlich vollkommen OK. Wenn Erkenntnisse zeigen, dass die geltenden Regeln nicht zumutbar für die Tiere sind, dann werden die Regeln auch geändert oder verschärft, zum Wohle der Tiere.

Natürlich ist das dann immer noch nicht optimal, und die Tiere sind natürlich nach wie vor in ihrem Leben eingeschränkt, aber Tierquälerei wäre es (rein rechtlich) nur, wenn der Tierhalter die Regeln nicht beachtet.

So die rein rechtliche Sicht auf die Dinge.

Natürlich kann man jetzt trefflich darüber streiten, ob es ethisch überhaupt vertretbar ist, dass Menschen sich Tiere "halten", aber das ist ein einer Gesellschaft von so vielen Menschen (die auch erstmal ernährt werden wollen) nun einmal nicht anders machbar. Es ist schlicht nicht genug Raum in dicht besiedelten Ländern vorhanden, dass alle Menschen sich komplett von frei lebenden Tieren ernähren könnten und von den Pflanzen die "einfach so" in der Natur wachsen. Darum ist Ackerbau und Viehzucht seit Jahrtausenden Teil der menschlichen Gesellschaft und deren Ernährung.

Es dürfen keine Tiere gequält werden, wir haben ein Tierschutzgesetz:

http://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/BJNR012770972.html

Allerdings gibt es Menschen, die sich nicht daran halten. Das steht aber auf einem anderen Blatt. Erlaubt ist das nicht. Nur durch Gesetzeslücken und falsche Formulierungen ist so manches nicht gleich illegal.

Aus den gleichen Gründen, warum immer noch Braunkohle abgebaut wird oder die Fangquoten in den Meeren trotz zusammenbrechender Bestände immer noch zu hoch sind: Die Finanzen und somit die Stimmen der Befürworter sind viel mächtiger und übersteigen die Möglichkeiten der Gegner um ein Vielfaches - es hat Jahrzehnte gebraucht, um die Batteriehaltung von Hühnern oder die betäubungslose Ferkelkastration zu verbieten.

Man kann recht einfach etwas verbieten, was nur eine kleine finanzschwache Minderheit betrifft - aber grosse Wirtschaftszweige fahren das volle Programm auf, um etwas für sie Nachteiliges zu verhindern.

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