Warum ist Suizid so ein Tabu Thema? Jeder sucht glücklich zu sein, selbst der, der hingeht und sich aufhängt - Blaise Pascal?

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5 Antworten

Das Tabuisieren des Themas Suizid hat eine lange christliche Tradition. Früher durften Suizidenten nicht mal auf einem kirchlichen Friedhof bestattet werden. Sie wurden unter Anderem auch mit dem Begriff Selbstmörder diffamiert.

Da es in Deutschland keine geregelte Suizidhilfe gibt, wählen Menschen in ausweglosen Situationen dann eher einen gewaltsamen Suizid, um sicher zu gehen, dass sie "Erfolg" haben. Viele Menschen können es sich kaum anders vorstellen, zumal wirksame, sanfte Mittel zur Selbsttötung schwer zu bekommen sind.

Wer sich rechtzeitig mit dem Thema beschäftigt und für sich einen geeigneten Weg gefunden hat, braucht sich weniger Sorgen zu machen, wenn das Leben dann dauerhaft unerträglich wird.

Seit ich mich mit dem Freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (Sterbefasten) vertraut gemacht habe, lebe ich viel unbeschwerter.

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Ich bin mir nicht sicher, ob nicht möglicherweise der Tod ein generelles Tabuthema ist. Jedenfalls fällt es den meisten Menschen schwer, sich mit dem Tod zu beschäftigen, das weiß ich aus eigener Erfahrung, da ich selbst einmal so krank war, dass Tod eine Option war.

Während ich versucht habe mich auf diese Situation einzustellen, war es für meine Angehörigen die Hölle und ich musste mich mehr mit meinen Angehörigen, als mit meiner Krankheit beschäftigen. Das ist jetzt Gott sei Dank schon zwanzig Jahre her und wie Du siehst, lebe ich noch und das sehr gut.

Aber nun erlebe ich den umgekehrten Fall. Ein guter bekannter hat Krebs und es ist sicher, dass er nie wieder geheilt wird. Während er sagt, ich bin bereit, egal was kommt, sagen wir: Stopp, das kann doch nicht sein?!

Nun zum Suizid. Es fällt schwer zu verstehen, dass Menschen ihren Lebenswillen verloren haben, was immer auch dahinter steckt. Moralische Aspekte sind das eine, aber den Tod als Faktum zu akzeptieren ist das andere. Das ist nicht selbstverständlich.

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Man möchte verhindern, dass der Grundgedanke von Suizid in den Köpfen hängt. Vor allem bei jüngeren Menschen sind die meisten Suizidfälle durch impulsives Verhalten geschuldet. Wenn dieses Thema nun noch allgegenwärtig ist, so befürchtet man, dass noch mehr Menschen wegen einem schlechten Tag ihr Leben beenden werden - obwohl dieses noch viele Sonnenseiten vor sich hätte.

Auch bei Zugunglücken hörst du meisten Worte wie "Personenunfall" und nicht "Suizid" oder "Vor die Gleise gestürtzt" oder "Suizidversuch".

Die Problematik liegt v.a. nicht an den "Selbstmorden" im Alter sondern bei Suiziden durch kurzfritige Downs.

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Kommentar von SigridP
20.11.2016, 00:23

Dieser vor die Gleise gestürzt finde ich so was von rücksichtslos.
Und auch alle anderen Suizidfälle in der Öffentlichkeit z. B. vom Hochhaus springen.
Gegen einen wohl überlegten Suizid in privater Umgebung finde ich ist nichts einzuwenden. 

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Das Problem ist, dass es immer einer triftigen Grund gibt, warum sich Menschen umbringen wollen. JEDER Mensch der sich umbringen möchte, sieht offenbar kein Sinn mehr im Leben. Was diese Menschen  aber nicht wissen, dass man ihnen helfen kann und dass es nicht nötig ist sich umzubringen. Jedem kann dabei geholfen werden, wieder einen Sinn im Leben zu sehen.

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Kommentar von SigridP
26.01.2017, 13:25

"Jedem kann geholfen werden"
Klingt gut, aber in der Wirklichkeit fehlt oft die tatsächliche praktische Hilfe. Gehört zum Beispiel bei dem Attentat in Berlin, große Reden und Veranstaltungen, den Hinterbliebenen fehlte ganz konkrete Hilfe z. B. für Behördengänge.

Mein Mann musste sich z. B. die Hacken ablaufen für ein Rezept über Sildenafil, obwohl er es gar nicht von der Krankenkasse bezahlt haben wollte sondern privat.

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Weil es kein schöner Anblick ist.

Außerdem ist das Problem, das meistens Unschuldige mit reingezogen werden, die durch den Suizid eines anderen ihr Leben lang psychische probleme haben.

Wie würdest du dich fühlen wenn dir auf der Autobahn jemand direkt von einer Brücke vor dein Auto springt?

Findest du es toll wenn du mit deinen Kinder im Park spazierengehst und auf einmal hängt da einer am Baum und deine Kinder sehen das?

Was glaubst du was passiert, wenn man das so öffentlich macht und den Freitod als normal ansehen soll? Es würden noch mehr Suizid begehen, anstatt sich in Professionelle Hände zu begeben.

Würdest du es toll finden wenn du dein Kind über alles liebst und plötzlich bekommst du die Nachricht es hat Suizid begangen?

Ich kenne viele die Depressiv waren und Suizidgedanken hatten, aber sie sind auch alle froh das man ihnen geholfen hat und sie vor dem sicheren Freitod bewahrt hat.

Wenn man gelernt hat zu Leben, braucht man keinen Suzid zu begehen.

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Kommentar von fspade
20.11.2016, 13:31

Dass du dir anscheinend keine besseren Methoden denken kannst, zeigt wie erfolgreich die Tabuisierung ist. Schade.

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