Warum ist Spanien besser als Deutschland (Als land gesehen)?

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10 Antworten

Zum einen ist Spanien viel größer als Deutschland und es gibt eben verschiedene Klimazonen, die von subtropisch, atlantisch, kontinental bis Hochgebirge reichen.

Ein Faktor ist sicher auch die Sonnenscheindauer und das - im Vergleich - milde Winterklima in weiten Teilen des Landes.

Nachteil ist in einigen Zonen die Wasserknappheit. Aber und auch wenn man das mit deutschem Kopf nicht versteht: es ist immer noch besser, z.B. in Almería das größte Bio-Anbaugebiet Europas zu haben und mit Treibhäusern Chemie und Wasser zu sparen, in einer Gegend wo sonst - naturbedingt(!) - im Schatten der Sierra Nevada und einziger Wüste Europas NICHTS wächst, als eben das gleiche konventionell zu machen oder noch landesfressender.

Dann: es geht z.B. in Almería rein um Gemüseanbau. Bioanbau merkt man dort rein an den nicht vorhandenen Planzenschutzmitteln und Kunstdüngern, die eben bei Bio verboten sind. Man kann jetzt das "fabrikhafte" lamentieren, aber wie gesagt: mehr Bio (ohne Schadstoffe) auf weniger Raum mit weniger Wasser ist unmöglich.

Was z.B. Biomilch oder andere Tierprodukte betrifft, ist das wieder anders. Für 8 Bio-Milchkühe muss in Spanien eine Weide in Größe eines Fußballfeldes bereitstehen. Schau dir die eingepferchten Stalltiere in Deutschland an oder andalusische Nicht-Bio-Weiden oder endlose Dehesas der La Mancha, wo halbwilde Schweine herunterfallende Eicheln essen und später als Iberico-Schinken enden.

Der Vorteil ist wie gesagt die Sonnenscheindauer, die z.B. im Süden Spaniens, wo allerlei Tropenfrüchte von Mangos über Avokados, Datteln und Granatäpfel, Orangen, Zitronen, Mandeln, Wein usw. alles wächst, was Sonne will. Inkl. Bananen in den Gärten oder Orangenbäumchen und Dattelpalmen als die typischsten Straßenbäume.

Also viele Pflanzen, die keinen oder nur sehr wenig Frost vertragen.

Der Nachteil: im Süden gibt es wenig Wasser. Und auch wenn hier wieder die Nörgler kommen: gäbe es (unnatürlicherweise!!) mehr Wasser/Regen, würden die dort einheimischen Pflanzen verfaulen aussterben.

Obst, welches viel Wasser benötigt findet man in Spanien entweder im Norden, wo es viel regnet (fast soviel wie in Deutschland) und wo es Äpfel usw. gibt. Im Süden meist an den Flussläufen, wo seit dem Mittelalter die Reis- und Zitrusfruchtplantagen Wasser abbekommen.

Kurzum: So ist man in Spanien in der Lage von Äpfel, Kohl, Mören und Kartoffeln über Wein der verschiedensten Rebsorten, Orangen (bitter oder süß) hin zu tropischen und subtropischen Früchten wie Mango, Zuckerrohr, Chrimoya oder Bananen, die übrigens von Spanien aus nach Lateinamerika gelangten.

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Südspanien ist extrem von Wüstenbildung bedroht. Dort findet gerade eine Versteppung statt und in 20 bis 30 Jahren wird dort - dank Klimawandel - niemand mehr leben können, geschweige denn Pflanzen anbauen.

Das ist ein massives Riesenproblem, dessen sich die Spanier langsam aber sicher bewusst werden. Der Süden wird in Zukunft fast nicht mehr bewohnbar sein.

Das gilt für Andalusien genauso wie für die Balearen. Und auch andere Südeuropäische Länder wie Italien werden betroffen sein.

Die Flüchtlingswelle die dann kommt, wird mit der aktuellen aus dem nahen Osten nicht vergleichbar sein.

Trotz alledem: Spanien ist natürlich ein schönes Land mit interessanter Kultur, sehr gutem Essen und freundlichen Menschen. Echt schade um den Süden des Landes.

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billyMambo 29.11.2016, 20:01

Wüsten hast du in Südspanien eine: die bei Almería. Warum? Weil die Wolken zuvor in der 3400m hohen Sierra Nevada abregnen.

Ansonsten ist es immer wieder witzig zu hören, wie in Deutschland in der Trockenzeit von Wüsten geredet wird und kommen dann wieder die regelmäßigen regenreichen Jahre, dass man sowieso nicht mehr nach Spanien kann/braucht, weil sich das Klima so verändert hat, dass es dauernd regnet.

Ein interessantes Date: 1954 hatte es in Málaga geschneit. Man sprach damals von Klimawandel.

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Wer sagt denn das in Spanien ein besserer Anbau möglich ist...? Spanien ist ja nicht gleich Spanien, manche Regionen sind klimatisch nicht viel anders als in Deutschland.
Zudem ist Pflanze nicht gleich Pflanze. Klar wächst eine Banane in Spanien wohl besser als bei uns, dafür hat bei uns Mais oder Hafer wohl die besseren Bedingungen.

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jaco30 29.11.2016, 02:36

ja aber allgemein kann man doch sagen was die pflanzenwelt angeht dass die in spanien wenns denn die richtige gegend ist viel besser es für das pflanzenwachstum


während man in deutschland nen sasionkalender hat für regionales obst und gemüse, kann man in spanien (wie gesagt, wenns denn die richtige gegend ist) das ganze jahre über die jeweilige obst und gemüse ernten/anbauen aufgrund des klimas, während man in deutschland aufgrund des klimas nicht ganzjährig ernten und pflanzen kann und deshalb gewächshäuser evtl benötigt mit künstlicher erwärmung künstlichem lichts sprich. künstiliches klima

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Kamikaze2001 29.11.2016, 02:42
@jaco30

So gesehen stimmt das dann schon.

Aber dann könnte man auch sagen warum ist Südamerika besser als Deutschland...weil da der Kaffee besser wächst. Oder warum ist Afrika besser als Deutschland...weil es da mehr Bodenschätze gibt.

Besser ist Spanien dadurch nicht, lediglich das Klima macht den Anbau von gewissen Obst- und Gemüsesorten leichter. Dafür haben dann die Spanier, wie du selbst angemerkt hast, ein Problem mit der Bewässerung.

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billyMambo 29.11.2016, 20:09

In Spanien hast du auch Mais, Hafer, Äpfel, Birnen, Kohl, Salat, Kartoffeln, Mören. Aber eben auch Bananen und viele Tropenfrüchte.

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Die Bewässerung ist aber auch nicht ohne, der Grundwasserspiegel sinkt, Niederschläge bleiben aus und die Städte sitzen am Trockenen. Aber die Sonne ist für sonnenhungrige Gewächse natürlich super, so das man mehrere Ernten im Jahr einfahren kann, während in D die Wachstumsperioden nach einer Fruchtreife rum ums Eck sind...

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billyMambo 29.11.2016, 19:57

Es gibt in Spanien natürliche Wüsten und Steppen. Nimmst du Málaga, ist das näher an der Sahara als an Madrid. Teilweise trennt Spanien nur ein Grenzzaun oder eine 14 Km Meerenge von Afrika.

Der Grundwasserspiegel sinkt in Trockenzeiten und erholt sich in Regenzeiten. Es gibt periodisch Jahre, in denen fast kein Regen fällt, ohne dass da jemand was dafür kann und andere, in denen es mehr regnet.

Im Süden, z.B. in Málaga, wechseln sich 5 trockene Jahre mit 2 regnerischen ab. Dafür hat man eben Stauseen und wenn es dort mehr regnen würde, gingen einheimische Pflanzenarten ein. Es ist sogar mehr: in regenreicheren Jahren ist die Waldbrandgefahr höher, weil dann in der steppenartigen Zone mehr Büsche wachsen.

Dagegen ist es die Küste entlang subtropisch. Dort reicht teilweise der Tau(!) aus, dass tropische Pflanzen z.B. aus Ritzen von Häusern wachsen, ohne dass es Niederschläge gab.

Man sollte hier nicht alles nach deutschen Maßstäben messen. Wasser fällt in diesen Landschaften selten und manchmal auf sehr wenige Tage im Jahr beschränkt. Die Natur kommt dort mit sehr wenig Wasser aus und es gibt einheimische Pflanzen, die gar nicht viel Regen vertragen.

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In Spanien gibt es riesige Plantagen, die künstlich bewässert werden und damit langfristig ein enormes Problem für den Wasserhaushalt und das ökologische Gleichgewicht darstellen. Es ist zu befürchten, dass ihnen das einmal gewaltig auf den Kopf fallen wird.

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jaco30 29.11.2016, 02:41

naja aber für kleingärtner ist das kein problem.... und irgendwie werden die schon zurecht kommen

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Herb3472 29.11.2016, 03:09

Wen interessieren schon Kleingärtner?

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billyMambo 29.11.2016, 20:12

Die künstliche Bewässerung stammt dort von den Römern und Arabern. Man kann dieses Wasser natürlich schnurstracks ins Meer fließen lassen. Die Natur ist dort so oder so dem Klima angepasst, verträgt keinen Regen wie in Deutschland.

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Spanien ist groß, es können daher nicht alle Regionen an der Küste liegen, folglich gibt es auch in Spanien begünstigte und ungünstige Regionen für die Landwirtschaft, wie fast in allen Ländern des Globus. Im Landesinneren entwickeln sich große Flächen zur Wüste, dort fehlt genügend Niederschlag, diese Regionen sind für die Landwirtschaft nicht mehr geeignet.  

Du schreibst immer von mehr Sonne - Sonne ist aber nur ein Faktor für die Vegetation - für Pflanzen bedeutet mehr Sonne meistens mehr Streß, was nützt viel Sonne wenn es  zu wenig regnet?

Wichtig für die Landwirtschaft sind gemäßigte Temperaturen und regelmäßiger Regen. In Spanien gibt es ja auch viele extreme Gegegenden, die auch nur bescheidene Erträge abwerfen (Gebirgsregionen im Landesinneren und Norden).

Natürlich gibt es in Spanien ettliche Regionen die für die Landwirtschaft ideal sind, guter Boden, wenig Nachtfröste, warmes Klima, gute Infrastruktur, genügend Wasser für die Bewässerung, billige Hilfskräfte......

 

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Spanien ist schon jetzt zu einem Teil der Sahara geworden. Wenn der Klimawandel weiter voran schreitet, ist eine herkömmliche Landwirtschaft dort nicht mehr möglich. Dann gibt es nur noch die Küstenorte, die Ihr Wasser per Schiff aus Island beziehen. 

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Ich machs kurz - warum fragst Du nicht gleich aus welchen Gründen die Grönländer noch nie auf die Idee gekommen sind Zitronen- und Orangenbäume zu pflanzen?

 

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So pauschal kann man es nicht sagen.

In Holland wachsen ja Tomaten, moderne Gewächshäuser machen es möglich

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jaco30 29.11.2016, 02:40

ja wie ich schon zu nem kommentar hier geschrieben habe, dabei handelts sich dann um künstliches klima (künstl. licht erwärmung etc.) das ist aber nicht natürlich und hat sicher auch gesundheitliche nebenwirkungen wenn man sein obst und gemüse was man später essen tut so künstlich herstellt, sicher nicht gesund


mal abgesehen von den extremen energiekosten für das künstliche klima

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Die haben eine sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit. Die Klimaerwärmung wird sie auch sehr treffen. Wasser für die Bewässerung ist teuer und eigentlich auch begrenzt. Wirtschaftlich geht es ihnen auch nicht so gut.

Aber für einen Urlaub kann man da schon mal hinfahren.

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