Warum ist Privateigentum kaum mit Planerfüllungsprinzip zu kombinieren?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Moin,

Planerfüllungsprinzip basiert auf "Plänen" von höherer Stelle, Privateigentum heißt, eine Person besitzt die Herrschaft über ihre jeweiligen Güter. Das steht sich nun einmal konsequent im Wege.

Wenn das Landwirtschaftsministerium jetzt also die Bauern anweist, jeder muss fünf Schweine schlachten um den Schnitzelbedarf zu decken und noch genügend Schweine fürs neue Jahr zu haben, ist das in einem Rechtssystem mit Privateigentum nicht so einfach durchzusetzen, da die Schweine ja den Bauern gehören. Die schlachten dann, wenn es ihnen passt oder wie sie am meisten daran verdienen. Eine Planwirtschaft muss also mehr oder weniger stark ins Privateigentum eingreifen.

Das kann z.B. von staatlicher Kontrolle von wichtigen Märkten wie der Energieversorgung bis zur Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln im Sozialismus gehen.

mfg Nauticus

bis zur Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln im Sozialismus gehen.

Weil Du's grad ansprichst: Vergesellschaftung von Produktionsmitteln scheint allerdings auch kein absolutes Alleinstellungsmerkmal des Sozialismus zu sein. Jedenfalls ist sie nicht grundgesetzwidrig - auch wenn es skurril anmutet:

http://dejure.org/gesetze/GG/15.html

In dem Zusammenhang stellt sich mir die Frage, warum Gruppierungen, die eine Vergesellschaftung von Produktionsmitteln fordern, vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

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@FloydPepper

Ja, entsprechendes Gesetz kannte ich. War wohl ursprünglich so ein letztes kleines linkes Aufbäumen bei Verfassung des Grundgesetzes, wurde aber bis heute nicht ein einziges Mal angewendet. Innerhalb der Bankenkrise hat man damit wieder geliebäugelt, in tiefster Ironie im Sinne einer Bankenrettung, wenn einzelne Aktionäre bei dieser nicht mitspielten... also reines Krisenmanagement des Kapitals^^

Naja, was soll man machen. Mittlerweile sieht sich jeder arme Schlucker als Mittelschicht, bei solchen "kommunistischen Parolen" flüchtet dann alles auf die Bäume. Wo kämen wir denn da hin, wenn nicht jeder die Chance haben darf, ein Milliardenvermögen anzuhäufen?

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Danke für den Stern!

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Wenn die Produktionsmittel dem Einzelnen gehören, nicht dem Staat, wie willst du es dann rechtfertigen, dass der Staat darüber entscheidet, wie sie eingesetzt werden?

Was genau verstehst du unter Planerfüllungsprinzip? Mir ist jedenfalls nicht ganz klar, was das sein soll.

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