Warum ist man politikverdrossen?

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5 Antworten

Hoy Frager,ganz schön viel auf einmal.Ich probiers einfach mal,

Das ist eine Frage der Zeitschiene,der Betrachtung.Ich komme vom Einverdienerhaushalt,dem steuerfreien Weihnachtsgeld,der Arzt/ Arzneimittelfreiheit.Was habe ich heute? Das kann man nur anschaulich machen,wenn man es erlebt hat.Insofern ein Problem für jüngere,bzw.ein Vorteil,weil man ja das positive sehen muß,um im Leben Freude zu haben.Wir kamen früher direkt hinter Kanada und der Schweiz.Heute kommen noch viele andere Länder wo es entweder insgesamt,oder in wichtigen Teilen besser läuft.Gerade Schule und Bildung,Daseinsvorsorge,Sicherheit und Konflikte betreffend sind wir in einem höchst fragilen Stadium.

Tatsächlich sagt man den Deutschen nach,auf hohem Niveau zu meckern.Allerdings ist konstruktive Kritik keine Meckerei.Und es gibt sehr viel zu kritisieren,was Politiker verdrängen,leugnen,verharmlosen.

Ja tatsächlich,wenn es in einer Demokratie mehr und mehr diktatorisch zugeht,die Meinung eines immer größer werdenden Bevölkerungsteiles ignoriert wird,kann man nur ohnmächtig zuschauen.Klar ist da auch Haß nur menschlich.

Ich persönlich gehörte 25 Jahre einer Partei an und fühle mich in etwa so,wie zu den Gründungsjahren dieser Partei.Und...Du kannst als einzelner so wenig ändern als Abgeordneter,wenn Du nicht die Möglichkeiten hast,in Hinterzimmern,Ausschüssen ein Klima zu schaffen,wo offen und fair über Deine Ideen,Anregungen,Kritiken und Anträge entschieden wird.Und dort wo es möglich ist,entstehen oft so blöde Kompromisse,das eine Ablehnung letztlich besser wäre.Beispiel: Mindestlohn.Ein Mindestlohn der suggeriert,sozial gerechtfertigt zu sein,ist tatsächlich unsozial und widersinnig.

Beste Grüße

Vielen Dank für diese sachliche Antwort. :) Solche bekomme ich aus meinem Umfeld relativ selten... Menschen, die eine andere Meinung haben und trotzdem respektvoll dem anderen gegenüber sind, habe ich in letzter Zeit selten gesehen. Nur warum ist der Mindestlohn unsozial und widersinnig? 

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@34frager34

Wenn Du acht Euro und fünfzig Cent bekommst,kannst Du von diesem Geld nicht vernünftig leben.Schon gar nicht kannst Du eine Daseinsvorsorge betreiben und Du bleibst im Alter von Almosen des Staates abhängig.Und das nur auf Antrag,bist Bittsteller.Ein Mindestlohn der unserem Lebensstandard und unserem Anspruch auf soziale Teilhabe entspräche,müßte bei 12,50 liegen.

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@jerkfun

Das ist richtig, aber das ist doch nicht die Schuld der Politik, sondern die der Wähler, die eben die Parteien wählen, die sich nicht für so eine Steigerung des Mindestlohnes einsetzen. (Also wäre jetzt mal meine Vermutung, bin noch ziemlich unsicher in diesen Themenbereichen.)

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@34frager34

Ja,aber willst Du eine Linkspartei? Da hättest Du dann die Grundlagen ,nicht nur für einen Mindestlohn nicht mehr.^^Eine große Koalition über eine so lange Zeit,immer zwei Drittel der Stimmen für alle Vorlagen im Parlament,schafft Übermut,und der tut selten gut.^^Notwendig in einer Demokratie sind stabile aber knappe Mehrheiten.Wenn einmal eine Regierung keine Mehrheiten bekommt,weil ein paar Abgeordnete die Finger nicht heben(bzw.nicht mit ja stimmen),Vorlagen überarbeitet werden müßten,wäre allein das ein Korrektiv.Wichtig ist auch,das in Volksparteien und Regierungen die Minister und die nachgeordneten Behörden ein Korrektiv sind,wenn z.B.eine Kanzlerin Entscheidungen alleine trifft.Das ist nicht passiert,und es gibt weder fürs Volk noch für die Gerichtsbarkeit / Kontrollorgan keine Möglichkeit einzugreifen.() Das ist m.E.das Problem.Innerparteilich ist auch ein Ringen um Positionen kaum noch Praxis.Das Entfernen von Größen,die nicht spuren,ist ein Problem der letzten 10-15 Jahren.Früher gab es Regionalfürsten.Biedenkopf,Geisler,Seebacher-Brandt .Heute sind es die entsorgten von Merz bis Koch.Liebe Grüße

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@jerkfun

Okay, das ist überzeugend, bis auf den Punkt mit der Linkspartei. Die SPD setzt sich doch auch für einen höheren Mindestlohn ein, nicht nur die Linke. 

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@34frager34

Wir lachen dann später, wofür die SPD sich einsetzt.
Die haben HartzIV erfunden und den Mindestlohn dabei absichtlich vergessen.

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@34frager34

Ja,das ist natürlich richtig.Allerdings sind die Akzente anders gesetzt.

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Ich stimme dir im vollem Umfang zu und finde es cool dass du dich so dafür interessierst. Ich würde die Leute die dich dafür belächeln einfach ignorieren

Ich bin jedenfalls für mein Politik-Interesse nie belächelt worden kommt aber wahrscheinlich immer darauf an in was für einer Klasse man ist 

Wow, ich habe nicht mit so viel Konsens gerechnet. Meine Klasse ist eigentlich sehr tolerant, aber ich werde eher von meiner Familie belächelt... Ich fürchte fast, das sind typische Protestwähler. Und da ich mich für die Jusos engagiere, ist das Klima hier zu Hause gerade alles andere als gut. 

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Ich war selbst (Amateur-)Politiker. Ich hatte und habe nicht den Eindruck, dass die Mehrheit unserer Bevölkerung Politik und Politiker ablehnt. Was sie ablehnt ist meines Erachtens so eine gewisse Redensweise von Politikern, die so tun, als wüssten sie auf alles eine Antwort und als wäre der Kollege von der Opposition ein bösartiger Trottel. Nimmt man Politik ernst und macht es nicht nur der Karriere wegen, dann ist das ein sehr verantwortungsvoller und auch sehr anstrengender Beruf. Etwas Bescheidenheit, Demut und Respekt vor dem einzelnen Wähler sollte man mitbringen.

Das ist durchaus nachvollziehbar. Danke :) Ich habe diesen Eindruck wahrscheinlich auch nur, weil mein familiäres Umfeld sehr politikverdrossen ist. Und wenn ich auf deren Meckerei hin eine vernünftige Diskussion anfangen will, kommt eh nur: "Du hast doch eh keine Ahnung mit deinen lächerlichen 16 Jahren."

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@34frager34

Das deutete ich an mit dem Blickwinkel,der Zeitschiene.Wer die Ausplünderung und Enteignung erlebt,am eigenen Geldbeutel sieht,dem Wertverlust vom Haus,der geringeren Auszahlung der Lebensversicherung,die man sich abspart,auch weils die Politik so geraten hatte,der Mehrbelastung des Arbeitnehmers immer zu Gunsten des Staates oder des Arbeitgebers,so vielen schleichenden Verschlechterungen,die vielen auch gar nicht (mehr) bewusst sind.Allerdings ist es natürlich wohl der Frust,so mit einem interessierten 16 jährigen zu sprechen.Du kannst ja mal sagen,was ein Hauptargument Deiner Familie ist,Politik inzwischen abzulehnen.

War es Refugee welcome,AKW aus,oder der Gang ins volle Risiko zur Banken und EU-Rettung? Wenn man annehmen muß,ja unterstellt,das wir damit nur ein paar Jahre Zeit geschunden haben,als den Zusammenbruch und Beuaufbau zu machen.....wärs mehr als verständlich,oder?

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@jerkfun

Das macht mich sehr nachdenklich. Das ist ein sehr guter Aspekt, nur leider kommt so etwas von meinem Umfeld eben nicht. Ich bin nicht stur, aber wenn diese Phrase kommt: "Ja die Flüchtlinge kriegen mehr als 50€ am Tag und Essen und ne schöne Wohnung bekommen sie auch noch kostenlos." und ich kann das ganz klar mit unzähligen Artikeln widerlegen und sie finden keinen einzigen, der auf Fakten basiert, bleibe ich standhaft. Und das hat schon für so viele Streits innerhalb meiner Familie gesorgt, weil sie mich einfach nicht so hinbiegen können, wie sie es gerne hätten.

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@34frager34

Na ja,die wirklichen Flüchtlingskosten kennt doch niemand.Das ist die nackte Wahrheit.Denn,die Sicherheit,die kaputten Hallen,die die Kommunen rausrücken mussten.Der gesamte Verwaltungsaufwand.Und vor allem,nicht einmal eine Mitwirkung zum Tragen dieser Kosten ist angedacht oder wird nur diskutiert.Wenn hier freiwillige Arbeitseinsätze stattfinden würden,könnte man ja den Menschen die weniger haben wenigstens Entgegenkommen signalisieren.Die Probleme kranker / erwerbsloser und Ein Euro.Jobber sieht kaum jemand.Würden sogar verpflichtende Arbeitseinsätze gemacht,würde das Verständnis viel größer sein.Und dazu würde sich die Spreu vom Weizen trennen,ohne das es diese rein zufälligen Enttarnungen von kriminellen geben muß,die sich bewusst dem großen Flüchtlingsstrom angeschlossen haben.Wie viele das wirklich sind,kann man weder wissen noch schätzen.Aber mehr als eine Handvoll sind es ganz sicher.

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@jerkfun

Okay, überzeugt. Trotzdem finde ich es nicht in Ordnung, alles immer nur doof zu finden, wenn man selbst nicht einmal den Versuch wagt, etwas zu ändern (wie manche meiner Bekannten).

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@34frager34

Ist das etwa das "Beene hoch" und "für wen denn" Syndrom des mittleren Ostens? ^^ Ich weis das es dort verbreitet so ist,weil angeblich der Aufwand zum Nutzen gering ist.Da findet sich tlw.niemand für einen Bürgermeister.

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@jerkfun

Welche Zwangsarbeit sollen die Flüchtlinge denn machen? Müssen das ALG2-Empfänger dann auch tun?

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Du bist sehr jung und hast daher die Zeiten der real existierenden sozialen Marktwirtschaft nicht erlebt. Als ich mein Berufsleben startete in exakt Deinem Alter, gab es keine Zeitarbeitsfimen, keine Sub  oder Sub Sub Unternehmen, die Arbeitnehmer für die gleiche Tätigkeit nach Mindestlohn bezahlen, die vorher anständig entlohnt wurden. Exakt die SPD (Schröder) hat hierfür die gesetzl Grundlagen geschaffen. Zusätzlich den Kündigungsschutz für genau diese Arbeitnehmer abgeschafft.

Als ich ins Berufsleben kam war ein Mindestlohn gar nicht erforderlich. Jeder verdiente genug, um sich Auto, Urlaub und einen angemessenen Lebensstandard leisten zu können. Eine Folge der Globalisierung ? mitnichten. Schau Dir mal die Schweiz an. Da läufts immer noch blendend.

Die Frage ist nicht was von außen einwirkt, sondern was die Politik tatsächlich tut. Deutschland war damals schon eine Exportnation von Weltrang und hat davon sehr gut leben können. zu der Zeit allerdings in allen Schichten der Bevölkerung, soweit man arbeitswillig war.

Noch ein paar Stichwort :

keine paritätische Finanzierung der Krankenvers. mehr bei Arbeitnehmern

Medikamentenzuzahlung

EEG Umlage beim Strom finanziert die Bevölkerung überproportional z.G. der Vergünstigung für Konzerne

Miete steigt exorbitant

Renovierungs- Energieinvestitionen können auf Mieter umgelegt werden; Einsparung in keinem Verhältnis zu den Kosten bei den ohnehin strapazierten Mietern

Hat es damals alles nicht gegeben. Wie war noch der Eid bei Regierungsübernahme (Schaden vom deutschen Volk abwenden ?)

Die Politiker des heutigen Schlages sind selbst der größte Schadenfall

"Wir haben doch der Politik so viel zu verdanken."

Das hätte sich in 30 Jahren Neoliberalismus sicher herumgesprochen, keine Frage.
Schauen wir uns die Liste der Wohltaten einmal näher an:

- Reallohnverluste in Deutschland von ca. 22%
- HartzIV
- Rentenkürzungen, von vormals 64% auf nunmehr 46% des Nettolohnes
- Ausweitung der Zeitarbeit

Einhergehend mit einer ungelösten Euro-, Finanz- und Schuldenkrise.

Das ursprüngliche Versprechen der Politik war "Frieden, Sicherheit und Wohlstand".
Was haben wir erhalten?
- die Bundeswehr im Kriegseinsatz
- islamistische Terrorgefahr
- Wohlstandsverluste

Da muss man wahrlich mit was auch immer gesegnet sein um überhaupt auf den Gedanken von Dankbarkeit zu verfallen.

Die Liste ließe sich verlängern um marode Schulen und zerfallende Infrastruktur.

Aber ist es nicht unfair, die ganze Schuld der Politik zu geben? Jeder einzelne hat doch eine gewisse Verantwortung für das Funktionieren dieses Landes... 

MfG 

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@34frager34

Jeder Einzelne ist nur Passagier der Geschichte, wie einst auf der Titanic.

Am Sonntag, nach dem Referendum in Italien, können wir weiter diskutieren, was wir der Politik zu verdanken haben.

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@soissesPDF

Man kann doch die Titanic, die einen Mann hatte, der diese steuert, nicht mit einer Demokratie vergleichen, in welcher ca. 60 Millionen Bürger wahlberechtigt sind.

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@34frager34

Mit wem willst denn sonst die Euro-, Finanz- und Schuldenkrise vergleichen?
Der Eisberg ist gerammt, im Moment laufen nur noch die Pumpen der EZB auf Hochtouren, sonst wäre der Kahn bereits abgesoffen.

Was hast Du denn mit Deiner Demokratie?
Weder Banken, noch EZB oder EU sind demokratisch legitimiert.

Wenn der Euro untergeht kann die Demokratie nichts dafür und nichts dagegen unternehmen.
Auch nach dem Euro wird es Geld geben, gewöhnlich Münzen und Scheine, die Frage für den Einzelnen ist nur, was man sich dafür kaufen kann.

Die Demokratie hat kein Problem, nur weil es bissl AfD gibt.
Nur ohne Geld oder dessen Kaufkraft wird es soziale Spannungen geben, nichts ist mit sozialem Frieden.
Das wußte und weiß die Politik alles, keine Frage.
Es fehlen nur die Lösungen, nicht erst seit gestern, sondern bereits seit dem Jahr 2008.

Noch im Jahr 2009 ließ sich Merkel (CDU) vernehmen, als sie flötete " es dürfe kein verlorenes Jahrzehnt geben".
Nett gesagt, nur läuft die Uhr, das Jahrzehnt läuft demnächst ab.

Es ist nuneinmal eine schlechte Politik, die Banken zu retten mit Rentenkürzungen und Niedriglöhnen.
Die Banken retten niemanden, den Bürger und keinen Rentner.

Genau das lässt die Bürger an der Politik zweifeln, an jenen "Eliten- und Leistungsträgern" die Merkel (CDU) so sehr fördern wollte.

12 Jahre hatte Merkel Zeit und das Ergebnis ist?
Bloß keinen SPD-Kanzler, einmal HartzIV ist wahrlich genug.
Was wählen wir nun, außer Pest oder Cholera?

Und die Deutschen jammern nur?
Wie sieht es denn aus in Europa?
Podemos (Spanien), Front National (Frankreich), UKIP (GB), Wahre Finnen (Finnland), Syriza (Griechenland), PiS (Polen),
Geert Wilders (Niederlande), 5 Sterne (Italien).
Von Merkels "Kohorten" wird einer nach dem anderen abgewählt, in den Orkus der Geschichte entlassen.
Mit demokratischen Wahlen.

Warum wohl?
Das ist die Antwort der Geschichte, auf Neoliberalismus und naive Globalisierung.
Das ist die Macht der Wähler!

Es ist eben genau nicht demokratisch, zu erwarten, dass die Passagiere dankbar dafür sind, dass der Eisberg gerammt wurde.
Wenn erst das Signal herausgeht "rette sich wer kann" wird es zu spät sein.

Deine Frage wäre berechtigt: "Was nun" sprach Zeus " die Götter sind besoffen?"

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Wie kommst du auf die 22% Reallohnverlust für welchen Zeitraum?

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