Warum ist man mit ADS so vergesslich?

5 Antworten

Vielleicht liefert der folgende Artikel ein besseres Verständnis dafür, was in dir vorgeht und warum du häufig Sachen vergisst.

(Ich weiss es ist sehr viel Text - deshalb habe ich ein paar wichtige Stellen hervorgehoben)


Tagträume und ADHS

Menschen mit ADHS und ADS neigen besonders stark zu Tagträumen.

ADHS bezeichnet eine Stoffwechselerkrankung im Gehirn und steht für
Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom.

Diese Menschen können sich nicht lange konzentrieren und fallen vor allem durch ihr hyperaktives Verhalten auf, denn sie müssen immer etwas tun, haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und einen sehr hohen Bewegungsdrang.

Bei Menschen mit ADS fehlt der hyperaktive Teil. Zwar kann das H in ADHS
auch für Hypoaktivität stehen, zur einfacheren Unterscheidung beider Archetypen ist es aber besser, einfach von ADS zu sprechen.

Körperlich ist diese Ausprägung schwerer zu erkennen, denn ADSler sind zumeist äußerst antriebslos, in sich gekehrt und verträumt. Tagträume treten bei diesem Typ noch häufiger und intensiver auf, als bei Menschen mit ADHS.

Die Ursache liegt in der Natur der Gehirnstruktur.

Menschen ohne ADS oder ADHS sind in der Lage, ihre Konzentration zu steuern. Sie können ihre Gedanken auf ein Ziel richten und die Konzentration sehr lange aufrechterhalten.

Natürlich schweifen die Gedanken hin und wieder ab, im Gegensatz zu Menschen mit ADS oder ADHS ist es Nichtbetroffenen jedoch möglich, nach kurzer Pause wieder volle Kontrolle darüber zu gelangen.

Betroffenen dagegen gelingt das nicht.

Das Gehirn von Betroffenen arbeitet ständig auf Hochtouren, die Gedanken kreisen umher und lassen sich immer nur über kurze Zeitabschnitte kontrollieren.

In diesen Phasen arbeitet das Gehirn unglaublich effizient, allerdings ist die Kehrseite der Medaille die, dass es auch wahnsinnig schnell ermüdet.

Die Konzentration ist das Erste, was der Ermüdung zum Opfer fällt.

Die Häufigkeit von Tagträumen bei Menschen mit ADS oder ADHS ist deswegen so stark erhöht, weil zwar die Konzentration nachlässt, die neuronale Hirnaktivität dagegen nicht.

Die Häufigkeit von Tagträumen ist bei Menschen mit ADS höher als bei
welchen mit ADHS.

Der Grund dafür ist, dass große Teile der überschüssigen Energie durch die Hyperaktivität abgebaut werden. Das Gehirn bekommt dadurch ständig neuen Input, den es verarbeiten kann.

Hyperaktive Menschen leiden im Vergleich zu ADSlern weniger unter den
Ermüdungserscheinungen des Gehirns (wobei die Ermüdungserscheinungen
stärker und häufiger auftreten als bei Nichtbetroffenen), können allerdings die Konzentration nur für sehr kurze Zeit auf ein bestimmtes Ziel richten, bis sich die Aufmerksamkeit mehr oder minder willkürlich auf ein anderes Ziel richtet.

ADSler dagegen haben einen Mangel an körperlichen Impulsen. Die Energie wird hier fast ausschließlich intern abgebaut, durch Mikrobewegungen und vor allem durch Hirnaktivität.

In dieser Ausprägung beschäftigt sich das Gehirn verstärkt mit sich selbst und fällt ständig in Phasen der Ermüdung, da es für das Organ einen enormen Kraftakt darstellt, die Gedanken auf eine Sache zu fokussieren.

Dieser enorme Abfall der Konzentration bei gleichzeitig enorm hoher Hirnaktivität ist ein idealer Nährboden für Tagträumereien.

[Quelle: http://traeumen.org/tagtraeume/tagtraeume-und-psychische-stoerungen]



Ich kenne nur die Symptome. Du hast halt ganz viele Gedanken und Wahrnehmungen, die dem Auftrag in die Quere kommen. Es gibt mMn vier Möglichkeiten, den Auftrag wahrzunehmen:

1. Sofort anfangen und machen, was du machen w/solltest.

2. Gedächtnistraining üben und ein Bild schaffen, dass die Zeit, zu der du den Auftrag ausführen sollst (z.B. der Ort, an dem du dann bist oder etwas in der Art - nicht nur die Uhrzeit, weil du die nicht unbedingt wahrnimmst/ nachschaust) mit dem Auftrag verknüpft ist. Also bspw. schaust du fern oder wäscht Geschirr und sollst um 16 Uhr die Katze rein lassen. Dann kann um 16 Uhr die Sendung zu Ende sein und du visualisierst deren Outro mit dem Auftrag. Oder du visualisierst die Küchentür, die du öffnest, nachdem du abgewaschen hast, mit dem Auftrag.

3. Einen Zettel mit dem Auftrag an einen Ort hängen, z.B. Badezimmertür, Haustür etc., an dem du zum Zeitpunkt des Auftrags sein sollst.

Oder halt das Ganze im Kalender des Hanys speichern und dann den Ton anstellen.

Was passiert jetzt bei dir?

Du möchtest den Auftrag ausführen und denkst zunächst daran. Dann möchtest/ musst du aber noch etwas anderes machen, sagen wir mal, die Post holen. Da kommt dann eine Rechnung, die du erst mal online bezahlst und eine Werbung, über die du dich auch noch online informierst. Bei der Recherche fällt dir dann noch etwas anderes ein, z.B., dass du noch Milch kaufen musst, ein Buch zur Bücherei zurückbringen wolltest oder etwas Wichtiges einem Freund sagen. Das machst du also, was wieder zu einer neuen Tätigkeit führt und eine Stunde später bist du total konzentriert auf deine gegenwärtige Aktivität und nichts erinnert dich mehr an deinen Auftrage.

Neurologisch: Interfernz. Wenn du Info A lernst, z.B. den Unterschied zwischen zwei Fachbegriffen, und dann Info B kommt, z.B, ein Telefonanruf mit einer privaten Info, dann ist Info A wieder aus dem Gedächtnis verschwunden, oder jedenfalls ein Großteil des Inhalts. Das gleiche passiert, wenn du einen Auftrag erhältst, bis zur Ausübung Zeit hast und in der Zeit etwas anderes machst.

Ergänze noch zur sehr guten und ausführlichen Antwort: ADS ist die Folge der Reizüberflutung des Gehirns, da automatische Filter (wichtig - wahrnehmen, vs. unwichtig - ignorieren) nicht funktionieren. Daher die rasche Ablenkbarkeit. Nun... so einen Zustand kann man bei Otto Normalverbraucher auch provozieren: Volle Kanne störender Lärm, Zwischentufe, etc, während er sich was merken soll... wird kläglich scheitern.

Ist ergo direkte Folge des ADS, dein Kopf zeichnet irrational auf, manch unwichtiges, dass sich ablenkt, während wichtiges rausfliegt.

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In deinem Gehirn wird der Stoff Dopamin zu schnell abgebaut. Daher kommt es zu diesen Symptomen.

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