Warum ist man auf eigene Nationalität, Rasse, Religion etc. stolz?

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13 Antworten

Jetzt mal ohne auf die Details zu Osmanen einzugehen (man könnte über Deutsch was ganz ähnliches sagen):

Mit Nationalität ist das einfach, da gehört man einfach durch die Geburt dazu und in jeder Nation finden sich einzelne tolle Vorbilder und man hat was, auf das man einfach so stolz sein kann, ohne was zu leisten. Ist doch auch toll?

Die meisten Leute sind stolz drauf es zu schaffen entgegen ihres Verstandes
an ihrer Religion fest zu halten. Ist ja auch ein ziemlicher Aufwand?

Leute die auf ihre "Rasse" stolz sind, sind meistens nur ungebildet. Die haben nicht verstanden, daß es keine Rassen gibt beim Menschen und meistens auch nicht verstanden, daß z.B. ihre weiße Hautfarbe von einem kaputten Gen kommt und ihre Haut wegen eines Defekts viel weniger Pigment produziert.

Du siehst, es gibt viele unterschiedliche Gründe in die Irre zu laufen und dann auch dort zu bleiben. Die wichtigere Frage ist. Wie kann man was dagegen tun?

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Kommentar von kosmos2
02.11.2016, 07:55

Aufklären.

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Wenn ich mal von deiner unzulässigen Verallgemeinerung absehe, lässt sich das so erklären, wie es Schopenhauer, ein deutscher Philosoph des 19. Jahrhunderts, in seinen Aphorismen schrieb:

Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein: hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.

Wenn er weiter schreibt,

Die Deutschen sind frei von Nationalstolz und legen hierdurch einen
Beweis der ihnen angerühmten Ehrlichkeit ab; [...]

dann konnte er noch nicht wissen, was sich nur wenige Jahrzehnte später entwickeln würde, obwohl er die Gefahr erkannte.

[...] vom Gegenteil aber die unter ihnen, welche einen solchen [Nationalstolz] vergeben und lächerlicherweise affektieren; wie dies zumeist die »deutschen Brüder« tun, die dem Volke schmeicheln, um es zu verführen.

In diesem Zusammenhang äußerte er sich auch zum Nationalcharakter:

Dem Nationalcharakter wird, ehe er von der Menge redet, nie viel gutes ehrlicherweise nachzurühmen sein. Vielmehr erscheint nur die menschliche Beschränktheit, Verkehrtheit und Schlechtigkeit in jedem Lande in einer anderen Form und diese nennt man den Nationalcharakter. – Jede Nation spottet über die andere, und alle haben recht.

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Kommentar von Machtnix53
02.11.2016, 15:14

Bei solchen Sätzen könnte ich glatt Schopenhauerfan werden.

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Eine richtige Frage war das, glaube ich, nicht, oder?
Es scheint mehr um dein statement zu gehen - das als solches ja durchaus seine Berechtigung hat.
Um dennoch auf die Frage einzugehen:
Menschen haben ein Bedürfnis nach Gruppenzugehörigkeit. Das ist ein altes Erbe und wohl dadurch bedingt, dass der Einzelne zum Überleben andere braucht und er sich durch Vertraute in seiner Umgebung geschützt wissen will.

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Alles Begriffe, die den Zusammenhalt stärken sollen. Und je enger man zusammen hält und je mehr man auf die Begriffe gibt, desto mehr kann man erreichen.

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Das weiß ich auch nicht. Ich bin eigentlich nur stolz auf meine eigene Leistung.
Um nicht missverstanden zu werden: ich bin heilefroh, Deutsche zu sein. Aber ich wäre genauso froh, wenn ich Schwedin, Engländerin, Französin etc.. wäre. Also Westeuropäerin. Ich bin heilefroh, dass ich keine Irakerin bin oder Afghanin oder Syrerin.

Aber stolz bin ich deswegen nicht. Da kann ich doch nichts für. Das ist Zufall der Geburt. Und auf meine Hautfarbe bin ich auch nicht stolz. Sicher, es hat Vorteile, weiß zu sein (leider), aber warum sollte ich stolz darauf sein? Wieder ein Zufall der Geburt.

Stolz bin ich auf meine eigene Leistung, nicht auf irgendein Los, das ich im großen Storchenteich gezogen habe.

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Ich bin stolz auf die Deutschen, weil ich denke dass die so ähnlich sind wie ich, weil die ja auch so ähnlich aussehen wie ich (bzw. meine Verwandten). Und wenn sie so ähnlich sind wie ich, dann sind das ganz tolle Menschen, d.h. die können nicht viel schlechter sein als ich. Und das ist Grund genug sie wertzuschätzen. Also bin nicht nur stolz Deutscher zu sein, sondern sogar stolz deutscher zu sein ;-)

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Kommentar von ilknau
08.11.2016, 16:09

Ja, ja. Das unselige deutsch als Nationalitätsangabe im Perso, wo jeder andere seinen Staat stehen hat...

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Ich denke das geht um Zugehörigkeit und auch darum, ein Ding zu haben. Ich bin zum Beispiel stolzer Hamburger und ich hab keinen Plan warum ich darüber überhaupt stolz drauf bin, ich bin schließlich nur einer von 1 Millionen. Aber es ist nun mal so, dass in meinen Augen Hamburg die schönste Stadt der Welt ist und ich das Recht besitze hier wohnen zu dürfen  erfüllt mich mit Stolz.

Früher war das mit dem Nationalstolz auch in einer etwas anderen Weise. Da ging es darum, das geliebte Vaterland zu verteidigen vor allem, was ihm schaden will. Vor der Globalisierung waren Länder auch häufig auf sich alleine gestellt und mehr oder minder in sich zurück gezogen. Dadurch entwickelt sich natürlich eine gewisse Ideologie, welche dann auch angestachelt werden kann und mal ganz schnell in Richtung Nationalismus o. ä . schwanken kann.

Das mit den Osmanen stimmt, geht aber den meisten Kolonialmächten bzw. Großreichen so, das römische Reich war keinen Deut besser. 

Ganz ehrlich, wundert dich es, dass Erdogan auf sowas stolz ist?

Ich finde deine letzte Aussage unpassend, was hat Nationalstolz mit freiem Denken zu tun? Bei Religion eventuell und Leute die mit Rassen kommen denen ist eh nicht mehr zu helfen.

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Kommentar von kosmos2
03.11.2016, 04:13

So lange Du z.B. an deine Nationaliäts pochst, bist Du nicht frei. 

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Warum willst zum anderen Extrem Springen? Du bist eigtl. die Summe von Genen, Tradtionen und Kulturen, die dich beeinflusst haben. Die Wahrheit ist ganz woanders. Du als Mensch bist garnicht so wichtig wie du denkst. Die Ideologie des Individualismus ist auch nur eine Ideologie.

Es ist nicht falsch daran aud seine Wurzeln stolz zu sein wegen den richtigen Sachen WENN man dieser Wurzeln würdig ist und selbst aktiv beiträgt zu deren Wachstum.

Stolz auf seine Augenfarbe zu sein nur weil man sie hat und nichts daraus zu machen ist nicht falsch, sondern blöd.

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Kommentar von kosmos2
03.11.2016, 04:08

Es tut mir Leid, ich kann Dich nicht ganz nachvollziehen. Tradition, Kultur, etc. darf mich nicht negativ gegenüber einen anderen Menschen stimmen. 

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Warum ist man auf eigene Nationalität, Rasse, Religion etc. stolz?

Weil sich Menschen gerne mit Dingen, die sie um sich herum finden, indentifizieren und diese zum Teil ihrer Persönlichkeit machen, obwohl sie keine beständige Persönlichkeit besitzen. 

Solch eine existiert nämlich nicht.

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Es ist für Menschen wichtig, dazuzugehören. Zu einer Familie, einer Dorfgemeinschaft, einem Sportverein, ...  Rassen gibt's nicht!

Heute sagt man zu Kriegern - Soldaten.

Und von welchen Begriffen willst Du Dich befreien?

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Kommentar von kosmos2
02.11.2016, 07:52

Ich möchte mich möglichst nicht intrumentalisieren lassen.

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Warum ist man auf eigene Nationalität, Rasse, Religion etc. stolz?

Das kann ich leider nicht erklären und beantworten.

Dazu fehlt mir die Voraussetzung.

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Wer aber ist dieser anonyme "man"? Es gibt etliche Menschen auch in Deutschland, die nicht weiter stolz sind auf Rasse und Nationalität und Religion. Ich gehöre zu diesen Leuten, wobei Religion bei mir entfällt.

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Bin ich's

weiss ich's?

Leb ich, streich über Kanten

und an Spanten

entlang

Macht Spass, hier zu sein,

aber mich nicht besonders fein

Gnade der Geburt

bracht mich here so

We are the mankind:

Indian, Mexican, African

Inuit und Annangu

Egal, wir gehören ALLE dazu, :-)

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