Warum ist Liebes-Stalking so verpönt?

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10 Antworten

Wenn man plötzlich feststellt, dass man seit geraumer Zeit von einer Person praktisch verfolgt und überwacht wird, teilweise bis in die intimsten Bereiche hinein, kann das extrem verstörend sein weil man Gefahr läuft, sich dann ständig nur noch überwacht und verfolgt zu fühlen.

Jeder hat das Recht, sich unbeobachtet und ungestört zu fühlen, und wenn jemand dagegen verstößt hat man jedes Recht sich darüber zu empören.

Ich denke jedoch dass zwischen der geschilderten Filmszene und echtem Stalking ein großer Unterschied ist.

Der Begriff Stalking wird heute sowieso oft völlig falsch und inflationär genutzt.

Manche sagen bereits Stalking, bloß weil man einmal nachgeschaut hat ob der andere schon die Whatsapp-Message gelesen hat

Kommentar von Jaklyn
18.05.2017, 10:09

deswegen wollte ich es etwas abschwächen mit dem "Liebes-"

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Weil es zum Problem wird, wenn das nur einer will und das gegen den Willen des Anderen. Es ist absolut kein schönes Gefühl, wenn man sich verfolgt oder beobachtet fühlt. Und Stalking selbst geht noch viel weiter. Und ob es Liebe ist oder nicht liegt immer im Auge des Betrachters. Wenn einer liebt und der Andere nicht mehr will ich gar nicht wissen, was man sich als "Liebender" dazu einbilden könnte. Solange man sowas für sich im Kleinen macht, weiß ohnehin keiner davon. Wenn es aber ausartet und man "überwacht" statt zu "bewachen" (wobei auch Letzteres schon fragwürdig ist) - wenn man anfängt in das Leben des Anderen direkten Einfluss zu nehmen (auf welche Art auch immer) - ist es nicht mehr in Ordnung. Und direkten Einfluss hat man ab dem Moment, wo der Andere es mitbekommt. Niemand weiß, ob dem das gefällt oder nicht.
Es ist wunderbar nett von deinem Bekannten zu gucken, ob sie noch lebt. Allerdings würde er es sicher schnell mitkriegen wenn es nicht so wäre. Auch ich finde dieses "aus der Ferne aufpassen" fragwürdig und das Vorbeifahren sowieso. Dass man das Ganze hinter "netten" Worten verstecken kann ist klar. Man kann sich Alles schönreden.
Und ja natürlich gibt es auch Fälle, wo quasi beide überwachen und gucken aber keiner sich traut mehr zu tun. Was soll man da sagen. Keiner wird sich je über das Stalking beschweren. Aber ansonsten wird sich auch nichts ändern

Dass mab denjenigen in sozialen Netzwerken verfolgt, ist ja auch gar kein Problem. Ich glaub da würde niemand etwas gegen sagen. Aber an der Wohnung vorbeifahren, weil man mal eine Woche nichts von demjenigen gehört hat, halte ich auch für fragwürdig. Auch wenn man nur auf denjenigen aufpassen will. Alleine, dass man getrennt ist, ist ein Zeichen dafür, dass das Aufpassen nicht benötigt oder nicht erwünscht ist, wenn nichts gegenteiliges geäußert wird. Davon mal abgesehen ist das meiner Meinung nach auch eine Verletzung der Privatsphäre.

Der Unterschied liegt darin dass bei Stalking die Liebe meist nur von einer Seite kommt, sonst müsste derjenige ja nicht stalken und darum ist es verpönnt, weil derjenige nichts mit dem Stalker zu tun haben will.

Und du würdest dich also geehrt fühlen wenn dich ein Mann stalken würde, alles klar, bekommst du sonst keine Aufmerksamkeit?

Weil sowas unendlich nerven kann. die Beziehung ist beendet, die beiden haben nichts mehr miteinander zu tun und gehen somit getrennte Wege. Wenn der eine das nicht akzeptieren dann sollte er zum Psychologen gehen.

Was versuchst du da zu konstruieren? Stalking ist ein krankhaftes und schädigendes Verhalten. Das kann mit Liebe schon mal nichts zu tun haben und schließt sich gegenseitig aus. 

TV ist nun mal nicht die Realität. 

Du würdest Dich "geehrt" fühlen?

Verfolgt zu werden - egal in welchem Ausmaß - ist üblicherweise nichts, was man herbeisehnt, und wer sein Selbstwertgefühl daraus zieht, aus einem mehr als fragwürdigen Interesse beobachtet zu werden, der sollte sich mal sehr ernsthaft fragen, ob mit dem eigenen Selbstwußtsein alles in Ordnung ist.

Wenn Beziehungen beendet sind, ist es eine Frage des Respekts, sich gegenseitig auch in Ruhe zu lassen, anstatt "mal zu schauen, ob in der Wohnung noch Licht brennt".

Was soll denn sowas? Selbst wenn der verflossene Partner tot wäre, mag einem das sicher nicht egal sein, aber es ginge einen definitv nichts mehr an - wer das nicht begreift und den ehemaligen Partner trotz Trennung beobachtet, zwingt ihn damit, sich weiterhin mit ihm auseinanderzusetzen.

Das ist allerdings ein absolut respektloses Verhalten durch dass man nicht "geehrt" wird, sondern das Verachtung ausdrückt, weil man sich nämlich einfach darüber hinwegsetzt, dass der andere nichts mehr mit einem zu tun haben will.



Stalking beweist doch nur, dass die Person nicht fähig ist Grenzen zu akzeptieren. Trennung ist Trennung. Dann muss niemand auf den anderen "aufpassen". Damit spricht man ganz klar dem Ex Partner Entscheidungen ab und ignoriert einfach dessen Wünsche.

Stalker sind ganz arme Würstchen und keine Aufpasser. Das ist nichts heldenhaftes, sondern armselig.

Kommentar von GoodFella2306
18.05.2017, 10:08

Sehr schön ausgedrückt!

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Leider finden das nur Diejenigen toll die stalken. Die gestalkte Person will aber nicht heimllich ohne ihr Wissen beobachtet werden. Was ist daran so schwer zu verstehen? Das ist kein Kompliment, das ist gruselig!

Würdest du dich wirklich geschmeichelt fühlen wenn du draufkommst das irgendwer den du aus deinem Leben raus haben willst (eine/ verhaßte/n Ex) oder ein Unbekannter (ist der gestört?) seit Monaten genau beobachtet was du tust? Wann du wo einkaufen gehst? Mit wem du Kontakt hast? An deinem Haus patroulliert ob du zu Hause bist? Wenn du nicht weist was der alles an Infos über dich zusammengetragen hat oder was er damit vor hat?

So ein Verhalten gehört angezeigt.

Für mich ist das absolut grenzüberschreitend wenn sich jemand ungefragt/ungewollt derart ins Privatleben eines anderen drängt.

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