Warum ist Jesus Popularität in heutiger Sicht schwer nachvollziehbar?

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15 Antworten

Nehmen wir einmal an, deine Aussage stimmt - "Die Popularität Jesu ist aus heutiger Sicht schwer nachvollziehbar" - dann fragt man sich natürlich, weshalb das so ist.

Wir leben in den großen Industrienationen häufig in einer extremen Ellenbogengesellschaft, wo der Einzelne seinen persönlichen Erfolg als oberste Priorität ansieht.Gesellschaftliche Anerkennung gibt es nur für nachweislich erbrachte Leistungen.

Zeit ist Geld und ständige Erreichbarkeit wird von einem aufstrebenden "Erfolgsmenschen" praktisch stillschweigend erwartet, der sich diesem Druck beugt, um möglichst schnell Karriere zu machen.

Die Bedeutung der eigenen Person wird also auf Basis materialistischer Ansichten besonders hervorgehoben und jeder denkt an seine Sicherheit, seinen Erfolg, seinen Wohlstand.

Der Gedanke an "selbstloses Handeln", etwas zu geben, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten, den eigenen Ruf durch Umgang mit gesellschaftlichen Randgruppen zu gefährden, erscheint befremdlich.

Das Wohl der Allgemeinheit über die eigenen Vorteile zu stellen, dürfte für einige Menschen ebenfalls eher fragwürdig wirken. Immerhin profitiert man von einem solchen Verhalten nicht.

In einer Mentalität, in der das "Fressen-oder-gefressen-werden" im Mittelpunkt des Haifischbeckens zu finden ist, kommt man mit solchen Vorstellungen nicht weit.

Wer sich um Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und moralische Prinzipien bemüht, anstatt durch Intrigen m Stuhl des anderen zu sägen, muss damit rechnen, selbst abgesägt zu werden.

Da sind Appelle nach Gewaltlosigkeit und Nächstenliebe, nach Vergebung und die Bereitschaft zum Opfertod, für den modernen wenig attraktiv und durchaus wenig nachvollziehbar.

Nehmen wir einmal an, deine Aussage stimmt nicht und stattdessen sagt man "Die Popularität Jesu ist aus heute noch ungebrochen" - dann fragt man sich natürlich, weshalb das so ist.

Der biblische Jesus sprach vor allem zur gesellschaftlichen Unterschicht und sozialen Randgruppen. Er nahm sich diskriminierten und stigmatisierten Personen an. Für ihn gab es keine Standesdünkel und Vorbehalte.

Auch heute noch werden Menschen benachteiligt, haben nicht Teil am Wohlstand und werden ausgegrenzt. Gerade für diese Menschen hat diese Figur nach wie vor eine ungemeine Bedeutung.

Die Aussicht, dass "die Letzten die Ersten" sein werden, die "Seligkeit der geistig Armen" und das Versprechen des Himmelsreich, dessen Tor für Materialisten so dünn ist wie "ein Nadelöhr für ein Kamel" spendet Trost und das Gefühl von höherer Gerechtigkeit.

Es gibt auch Menschen, die zuvor Teil der Wohlstandsgesellschaft und nur auf persönlichen Profit aus waren, dann jedoch nach einem tieferen Sinn ihres Lebens suchten und diesen im Vorbild Jesu fanden.

Seinen Wohlstand mit anderen zu teilen, zehntausende speisen zu können, ist für diese wohlhabenden Menschen eine sinnstiftende Tätigkeit und für sie ist die Botschaft Jesu nachvollziehbar.

Beide Standpunkte haben auf ihre Weise eine gewisse Gültigkeit - aber eine absolute Aussage über die Popularität Jesu kann meiner Ansicht nach nicht getroffen werden.

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Kommentar von Enzylexikon
11.12.2016, 14:36

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Jesus ist auch heute noch sehr populär.

Seine Popularität ist meines Erachtens sehr gut nachvollziehbar. Die Menschen staunen über sein selbstloses Leben, seine bedingungslose Liebe und seine Botschaft, die im Grunde total einfach ist. Und sie fragen sich, ob und wie es möglich sein kann, ein Leben zu führen wie Jesus es tat bzw. für gut befindet.

Milliarden Menschen auf der Erde interessieren sich für seine Aussaggen und versuchen zumindest, ihm ähnlicher zu werden.

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Kommentar von AntwortMarkus
07.11.2016, 09:58

Das hast du sehr schön gesagt 

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...weil die wichtigsten Voraussetzungen, um eine populäre Person zu werden, eigentlich fehlten. 

Jesus wuchs in keiner der bekannten Familien auf.

 Es gab keine mächtige Führungsperson / kein hoher Geistlicher, der sich für seine Visionen stark machte. 

Seine Ideen wurden nur von "Mund zu Mund" weitergegeben. Er selber verfasste, so weit wir heute wissen, keine Schriften (wie es zum Beispiel Luther tat). 

Nach seinem Tod am Kreuz wäre seine Bewegung, wie viele zuvor und danach, ohne "Anführer" am Ende gewesen. Ohne Auferstehung ist deshalb nicht erklärbar, wie er zur bekanntesten Persönlichkeit der Erde werden konnte und das Christentum zur Weltreligion.

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Ist sie gar nicht, wenn man sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt.

Gemeint ist ja wohl seine damalige Popularität ...

Das Judentum sah sich damals unter dem politischen und wirtschaftlichen Druck des Römischen Reiches. Die Juden, stolz auf ihre Traditionen, kamen sich wie der letzte Dreck vor. Trotzdem behandelten sie auch ihre eigenen Unterschichten wie den letzten Dreck.

Sowohl für diejenigen, die die Befreiung vom römischen Joch erwarteten, als auch für die Benachteiligten in der Gesellschaft (Arme, Frauen, Sklaven, Bettler, H*ren, Kollaborateure wie Zöllner, usw.) hatte Jesus eine völlig neue Botschaft: In Gottes Reich seid ihr alle etwas wert, und Gottes Reich steht vor der Tür.

Da er konsequent das lebte, was er predigte, und großen Einfluss auf die Menschen hatte, die ihm glaubten, war er eben populär. Selbst wenn man annimmt, dass ein Teil der "Wunder" sich nicht so abgespielt haben, wie es die Bibel schildert.

Es gab viele jüdische Wanderprediger, aber niemand verkündete das Prinzip der Liebe wie Jesus. Bei anderen stand offenbar mehr Macht, Geld oder einfach Hass auf die Römer im Vordergrund. Das haben die Menschen gespürt, auch wenn viele von ihnen in Jesus auch lediglich den neuen König der Juden missverstanden.

Insgesamt ist aus heutiger Sicht seine damalige Popularität also sehr wohl nachvollziehbar. Man lese dazu einige der Jesusbücher, die von Nichtchristen geschrieben worden sind, um sich davon zu überzeugen, dass das nicht nur aus christlicher Sicht so ist.

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Was für eine Popularität?

Da war einer, der ist umhergezogen und hat was von sich gegeben.

Nunja, das gabs damals an jeder Ecke. Alle möglichen Leute stellten sich als Retter oder Messias oder Erlöser oder sonstwas dar und klopften wilde Sprüche.

Der hatte wohl ein paar Anhänger, das hatten andere auch, nur stellt man das heute so hin, als wäre das quatitativ oder qualitativ was absolut  besonderes gewesen und gar Länderübergreifend alles verzückt gewesen, wenn der irgendwo mal eine Rede gehalten hat.

Der von diesem Wanderprediger ausgehende, kleine judäische Fischerclub hatte nur das Glück, dass genau dieser geschickt in eine Machtlücke stoßen konnte, den ein aus Dekadenz und Misswirtschaft zusammenfallendes römisches Reich hinterlassen hat, dessen ideologische Infrastruktur übernehmen und benutzen konnte und einigen Machthabern den Kopf verdrehen oder von diesen als praktisches Lenkistrument für die breite Masse benutzt werden konnte, sonst wurde da heute kein Hahn mehr danach krähen und es hätte diese Bewegung genauso getroffen wie alle anderen, sie wären in Vergessenheit geraten.

Das ganze hat nichts mit (nachträglich behaupteter) Popularität dessen zu tun, dessen Name da verwendet wurde, sondern mit geschicktem Marketing - so geschickt, dass man davor, nicht von den Inhalten sondern von der reinen Verbreitung und Verwendung gar Respekt haben kann, als Musterbeispiel dafür, wie man aus einer kleinen Geschichte durch geschickte Manipulation ein Riesending machen kann.

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Kommentar von Mbartho
07.11.2016, 13:54

So unwichtig, dass wir diverse hohe Feiertage im Jahr haben durch ihn und unsere Zeitrechnung auf ihm beruht. :)

Runterspielen nützt nichts mein Freund. Er war und ist: Gott!

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Kommentar von Bodesurry
07.11.2016, 20:02

feinerle - Glaubst Du das wirklich. dass die bekannteste Person, die es je auf dieser Erde gegeben hat, "nur" durch geschicktes Marketing, ohne wirkliche Inhalte, dazu gekommen ist. 

Deine Argumentation tönt so gut, dass sie zwingend an jedem Marketing-Kurs, den ich besuchte habe, hätte als leuchtendes Beispiel aufgezeigt werden müssen. 

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Wenn in den USA jemand wie Trump (der für Hass und Ausgrenzung und Willkür und vieles Unangenehme mehr steht) bei der Hälfte der Bevölkerung dermaßen populär werden konnte, dass sie ihn zum Prädidenten wählte, warum soll es schwer nachvollziehbar sein, dass jemand wie Jesus für eine Botschaft der Nächstenliebe und der Güte Gottes und des friedlichen Zusammenlebens aller Menschen auch ein hohes Maß an Popularität erreichen konnte?

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Ist sie das denn?

Wenn man sich die damalige Zeit anschaut, dann ist seine Popularität doch eher gut nachvollziehbar, denn es war schon ein sehr neuer, sehr "moderner" Gedanke, alle Menschen als gleichermaßen wertvoll anzusehen.

Dass das den Oberen nicht schmeckte, ist ebenso nachvollziehbar - noch heute will niemand seine Privilegien abgeben.
Umso mehr Anklang fand er aber im Volk, selbst wenn dessen "Besserstellung" erst im Jenseits erfolgen sollte.

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Die Leute vergessen gern...

Zum Beispiel das unsere Zeitrechnung auf einer Person basiert :-) der größten Person, die jemals gelebt hat...

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Kommentar von matmatmat
07.11.2016, 12:12

Mit unserem Kalender hat das heute nur noch bedingt zu tun, Unser Kalender hat ein "Jahr 0", im christlichen Kalender endet 1 vor Christus und es beginnt 1 nach Christus (zu einem Zeitpunkt, der höchstwahrscheinlich nicht der Geburt der historischen Figur entspricht). Auch "vor Christus" wird nicht mehr verwendet, sondern einfach eine Jahreszahl mit Vorzeichen. Siehe: EN 28601:1992

Die größte Person die je gelebt hat war wahrscheinlich Robert Wadlow.

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Weil die meisten Menschen heute aufgeklärter sind. Das werden vermeintliche Wunder erklärbar.

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Kommentar von niama
07.11.2016, 08:54

Vielen Dank :)

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Kommentar von meinerede
07.11.2016, 09:01

Jesus ist längst  nicht allein wegen seiner vollbrachten Wunder berühmt geworden!

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Kommentar von matmatmat
07.11.2016, 09:30

Es fallen aber auch heute noch (leider) Menschen auf solche Wunder und einfache Heilsbotschaften rein. Das geht von AfD bis Homöopathie...

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Kommentar von KaeteK
07.11.2016, 11:41

Dann fang mal an die Wunder zu erkären...In ein paar Wochen komme ich nachlesen....Gib mir Bescheid, wenn du fertig bist.

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Ich weiß nicht welcher Zweifler oder Kritiker dir deine Meinung in der Frage "eingeredet" hat. - Ich kann jedenfalls nichts "schwer nachvollziehbares" in der Popularität von Jesus Christus entdecken, außer seiner für unsere egoistische Zeit besonders selbstlosen und aufopfernden Lebensart.

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Ist sie das? Ein gegen die Gesellschaft rebellierender Spinner der mit seiner Bande junger Männer das land unsicher macht? Der hätte heute beim IS oder bei der AfD und im Internet sicher ein par gute Freunde gefunden.

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Kommentar von danhof
07.11.2016, 09:29

Wenn man nicht wirklich weiß, wovon man spricht, sollte man sich besser zurückhalten.

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Die Frage ist sehr unklar gestellt - wer findet ihn wann populär...

Nach Jesus Tod wurde unter kräftiger Mithilfe der Römer (Paulus) aus der Wanderprediger-Saga eine Sklavenreligion geformt, die bei den Urchristen populär wurde.

Durch massivste Unterstützung von Kaiser Konstantin wurde schließlich eine Großreligion daraus. Richtig "populär" war dann dieses Konstrukt, das eine Kungelei von Staat und Kirche darstellte, nicht mehr (Ketzer- und Hexenverfolgung...). Aber durch die massive Staatsmacht und Kirchengewalt wurde die Religion dem Volk eingeknüppelt.

Seit dem 20. Jhdt. zieht sich der Staat aus der Religion zurück und kritische Bücher über den Jesuswahn werden nicht mehr verhindert.

Seitdem verliert der wunderliche Bettelschauspieler immer mehr an Anhängern. Immer mehr Menschen begreifen, daß da kein Christusgotterlöser am Werk war sondern ein simples Menschlein mit Religionstick, ein uneheliches Kind, dem ein anständiger Beruf verwehrt war.

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Ist sie meiner Meinung nach nicht.

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Warum schwer nachvollziehbar.

Vermeintliche Heilbringer erreichen auch heute noch eine logisch kaum zu erklärende Popularität.

Man denke nur an die angeblich so einfachen Lösungen der Afd.

 

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Wer sagt das ?.Die Popularität Jesus Christus ist sehr wohl gut nachvollziehbar, wenn man auf seine Bergpredigt zurückommt.Das ist genau das, was die heutigen jungen Menschen anspricht.

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