Warum ist hier der Kaufvertrag gültig bzw. warum nicht?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Guten Tag, 

die Fehlkalkulation liegt nur im Fall 1 vor. Dort stellt der Kaufmann ja erst nach Abschluss des Rechtsgeschäfts fest, dass er für seine Waren zu wenig Geld verlangt hat.

Im Fall 2 hat der Kaufmann ja seine Preise bereits im Voraus richtig berechnet. Dort gibt es ein Irrtum in der Übertragung (z.B. Tippfehler). Das Rechtsgeschäft ist dort also anfechtbar/nichtig.

Gruß, Ralf

Beide Kaufverträge sind wirksam. Die Frage ist nur, ob die jeweilige Willenserklärung jeweils angefochten werden kann, was dann den Vertrag zu Fall bringen würde. Im zweiten Fall handelt es sich um einen klassischen Erklärungsirrtum, da das Gewollte vom Geschriebenen abweicht. Im ersten Fall wollte er aber gerade zu diesem Preis verkaufen, der "Fehler" lag in der Willensbildung (Kalkulationsirrtum).

Ne, es liegt eben nicht in beiden Fällen eine Fehlkalkulation vor. Der erste Fall ist eine Fehlkalkulation, also das Risiko des Händlers, dass er zu blöd ist richtig zu rechnen.

Im zweiten Fall liegt lediglich ein Druckfehler vor. Hat ja mit einem Kalkulationsfehler nichts zu tun.

Was möchtest Du wissen?