Warum ist Gott tot?

39 Antworten

Hasse Gott nicht. Genau das will Gott nicht. Deinem kleinen Bruder wird es jetzt gut gehen. Vielleicht wollte Gott, dass du über dein Leben nachdenkst?

Wir fragen doch oft, ob es nicht besser wäre, in einer Welt ohne Schmerz, ohne Lähmungen, ohne Tränen, ohne Behinderte, ohne Blut, ohne Rollstuhl zu leben. Um uns herum versuchen die Menschen alles Leidvolle auszumerzen. Sie bringen z.B. Ungeborene um, wenn sie behindert sind. Man will eine Welt ohne Tränen, ohne Schmerz.

Die Heilige Schrift macht uns deutlich, dass ohne Schmerz, Tränen und Tod die Welt viel abstoßender sein würde. Vor allem wäre der Mensch weitaus schlimmer, wenn nicht sogar teuflisch, jedefalls vollkommen egoistisch. Niemand würde dann sein Mitleid brauchen, seine Liebe wünschen. 

Interessant ist das Zeugnis einer Familie mit einem behindertem Kind. Das Kind fordert die Liebe der ganzen Familie heraus. Erstaunlich ist, welche Liebe sich da auch bei den Geschwistern entfaltet. Wäre das behinderte Kind nicht, hätten sich die hohen Werte im Menschen überhaupt nicht entwickelt. Alle wären auf sich selbst zurückgefallen.

Gott hätte zahllose Möglichkeiten, eine andere Welt ohne all dieses Leid zu schaffen. Er ist der Gott des Unmöglichen. Die Sünde hat das Leiden in die Welt gebracht und Gott hat es zugelassen. Da er die unendliche Liebe ist, muss er der Menschheit damit etwas Gutes tun wollen, etwas, das Wichtigeres im Menschen wachsen lässt.

Man bedenke, was für eine Menschheit das geworden wäre, die vielleicht Gott nicht mehr erkannt hätte, wenn die Menschen nur noch Leidenschaften, aber keine Liebe mehr hätten entwickeln können. Die Menschheit ohne leidende Menschen wäre dann eine Katastrophe, wäre wie ein kalter Ofen, an dem jeder frieren müsste. Dann vegetieren wir nur sinnlos bis zum Tod dahin.

Die Macht des Bösen lässt Gott nur zu, weil er die Liebe ist.

Hans Buob
„Gott wo warst du?“

Ich verweise nur auf Hiobs Geschichte, er klagte Gott auch an. Auch gibt es die Theodizze Frage, es ist eine Anklage an Gott warum er dieses Leid zu lässt, ausserdem ist da noch Epikur, der fragte ob Gott will und kann, Gott kann und nicht will, Gott nicht will und nicht kann bzw Gott nicht kann aber will.

Ich denke er hat nicht auf alles Einfluss, aber ich habe nicht das Recht darüber zu entscheiden, was er kann und was nicht.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Herzliches Beileid zum Tod deines Bruders!

Sein Tod ist ein Beispiel dafür, dass wir Leid erfahren, das wir uns nicht erklären können. Deine Trauer ist verständlich und berechtigt, zeigt, dass du deinen Bruder geliebt hast. Nimm dir Zeit für die Trauer, bis du den Verlust verarbeitet hast.

Erst danach bist du wahrscheinlich anderen Argumenten zugänglich, die dich vom Hass gegen Gott abhalten. Gott steht so hoch über uns, dass wir nicht mit ihm rechten können, weil wir seine Pläne nicht durchschauen. Wenn der Tod Jesu einen Sinn hatte, dann hat auch der Tod deines Bruders einen Sinn, obwohl wir bei beiden Todesfällen zunächst hilflos und ratlos da stehen.

Vielleicht hilft es dir auch, dir vor Augen zu halten, dass aus der Sicht der Ewigkeit das irdische Leben im Vergleich nur eine vorübergehende Episode ist. Wohl wichtig, damit du deine Liebe zu deinem Bruder hier auf der Erde erfahren konntest und in deiner Trauer noch erfahren kannst; wichtig auch für deinen Bruder, der aus dem Jenseits mitbekommt, wie sehr du ihn liebst und seine Trennung von ihm betrauerst.  

Nachdem auch du einmal gestorben sein wirst, wirst du mit deinem Bruder auf immer vereint sein. Noch einmal: dieser Trost wird jetzt noch nicht zu dir durchdringen, und er soll dir auch nicht das Recht einschränken, um deinen Bruder trauern zu dürfen. Wenn du es kannst, horche darauf, ob Gott dir etwas sagt. Hass führt nur einseitig in die Auswegslosigkeit und erschwert es, Gottes Angebot von Hilfe wahrzunehmen.

Niemand weiß warum und wenn jemand geboren wird, warum manche Menschen anderen helfen, andere aber anderen schaden und wir können uns nicht aussuchen, wann wir die Erde verlassen.

Egal ob sich jemand als gläubig oder Atheist bezeichnet - es gibt etwas, das diese Welt erschaffen hat, die wiederum in einer anderen erschaffenen Welt zu finden ist und diese ebenfalls irgenwo beheimatet ist.........u.s.w.  Für das menschliche Gehirn derzeit nicht vorstellbar.

Es gibt sicherlich für alles einen Sinn, den wir mit unserem Denken nicht begreifen können. Manchmal erkennen wir ihn sogar lange Zeit nach einem Ereignis: Wenn z.B. jemand eine Arbeitsstelle verliert, nur dadurch aber zu einem Beruf gelangt, der seinen eigentlichen Neigungen entspricht.

Auch gibt es das Naturgesetz, dass Energie nicht verschwindet, sondern lediglich umgewandelt wird. Daher werden Menschen auch als "Energiewesen" bezeichnet, deren Geist+Seele das eigentliche Wesen ausmachen. Auch die "Macht der Gedanken" ist damit erklärbar. Wenn du z.B. jetzt gerade an eine Freundin aus deiner Klasse denkst, taucht in deinem Geist ein Bild von ihr auf, das mit deinen Erinnerungen an sie gekoppelt ist die du tatsächlich jetzt fühlst- exakt das gleiche passiert, wenn du an deinen Bruder denkst, obwohl dieser für dich nicht mehr greifbar ist. Er ist also "da" - nur in anderer Form - das ist das Geheimnis des Lebens.

So wie du dir dein Leben "denkst" lässt es sich auch gestalten. Deshalb mach dir möglichst viele gute Gedanken, dann strahlst du das auch aus und es geht dir tatsächlich gut.


Nein, so etwas wie eine menschliche Seele oder einen Geist gibt es nach unserem Wissensstand nicht.

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Das ist super traurig. Und ich weiß keine richtige Antwort.

Ich habe immer wieder mit Menschen zu tun, die gerade erfahren haben, dass ein lieber Verwandter plötzlich verstorben ist.

Spätestens seitdem kann ich nicht mehr unbefangen erzählen, dass mit Gott immer alles gut wird.

Ob Dir das hilft? Unser Leben ist und bleibt gefährdet. Von der ersten Sekunde an. Noch im Mutterleib. Es gibt keinerlei Garantie, dass nie etwas passiert. Für ungläubige Menschen nicht und für gläubige Menschen auch nicht.

Leider vergessen wir das so schnell und halten uns für irgendwie unsterblich. Das sind wir aber nicht.

Ich glaube, dass Du jetzt gerade Gott hasst, ist mehr als verständlich. Und ich glaube: Gott kann damit gut umgehen.

Wenn es Gott gibt, dann hat Dein kleiner Bruder es jetzt bei gut. Er hat jetzt keine Schmerzen mehr, kein Fieber und was sonst ihn alles gequält haben mag.

Und trotzdem hinterlässt er eine Riesenlücke. Wenn Du weinst: Jede Träne verbindet Dich über den Tod mit ihm. Der Tod ist nicht so stark, dass er diese Verbindung verhindern könnte.

Kennst Du Psalm 23?

Unser Lebensweg führt uns "über grüne Auen", aber eben auch durch "finstere Täler". Die Bibel ist da offen und ehrlich und knallhart. Das _ist_ jetzt ein "finsteres Tal". Der Psalmbeter kann auch da noch auf Gott vertrauen. Wenn Du jetzt Hass empfindest, dann ist das eine verständliche Weise, mit diesem Tal umzugehen und es zu verstehen. Was ich Dir sagen möchte: Gott hasst Dich deswegen nicht. Ich glaube auch nicht, dass er Dich prüfen will. Irgendwann werden wir es vielleicht verstehen können.

Dir und Deinen Eltern (und Geschwistern?) viel Kraft für die Zeit, die jetzt vor Euch liegt.

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