Warum ist Glukose ungesünder als langkettige Kohlenhydrate?

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Es ist nicht ungesund, die Menge machts. Angenommen du nimmst ein Teelöffel Glucose auf. Dies wird zwar schneller verstoffwechselt als Langkettige Carbs, allerdings hat man mit einem Teelöffel einen geringeren Glucosespiegel und Insulinspiegel, als nach einer vollwertigen Mahlzeit mit langen Carbs. Bei 100g Glucose pur sehe die Sache anders aus. Glucose an sich ist nicht ungesund, es hat an sich keinen negativen Effekt auf den Körper. Der Körper stellt sogar selber Glucose her (Glykonepgenese).

Das Problem ist eine dauerhafte absurde hohe Menge an Glucose bzw Kurzkettigen Carbs oder Einzelbausteinen. Beispielsweise aßen Diabetiker vor ihrer Krankheit, absurde Zucker-, Fett- und Kcalmengen. Die Krankheit entstand auch nicht von einem Tag auf den nächsten, sondern erarbeitet sich langsam. Es fängt mit einer leichten gestörten Insulinsensivität an die immer schlimmer wird. Zudem gerät allein durch das Übergewicht der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht. Z.b schüttet die Leber dauerhaft Glykogen aus, weil auch dauerhaft das Hormon Glykagon ausgeschüttet wird und das Insulin, welches dies bremsen würde, fehlt. Diverse andere Vitamine und Mineralien die Stoffwechselprozesse wichtig sind fehlen ebenfalls^^.

Damit will ich sagen: es gibt keine gesund oder ungesunden lebensmittel/Makronährstoffe und Kohlenhydrate (oder Glucose) sind nicht das reine Gift und zu unrecht in den Verruf geraten, es macht immer die Menge aus in kombination mit weiteren multifaktorellen Auslösern.

Wenn das Glucose, durch den tropf, Stückchenweise in den Körper gelang, würde es ein ähnlich Effekt sein wie langsame verdauung der Langkettigen carbs. Wäre interessant zu wissen, ob der Gedanke in der Praxis aufgeht.

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Da ist einiges falsch in Deiner Erklärung. Du behandelst z.B. Typ 2 Diabetes thematisch, redest dann aber bei Glucagon von Typ 1, denn nur der produziert wegen fehlendem Insulin dauerhaft Glucagon. Typ 2 Diabetiker haben das Problem nicht, ihre Betazellen produzieren Insulin, nur die Insulinresistenz bewirkt, das es nicht ausreichend ist. Das hat aber keinen Einfluss auf die Glucagon Produktion.

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Kohlehydrate werden, wie Du schon gesagt hast, in Darm zu Glucose gespalten. Es ist also prinzipiell gleich, auch die Menge an benötigtem Insulin ist gleich.

Der Unterschied besteht ausschliesslich in der Geschwindigkeit (Glykämischer Index), mit der die Glucose in welcher Menge im Blut ankommt. Ein Teelöffel reinen Traubenzuckers steht nach wenigen Minuten im Blut komplett zur Verfügung (es muss ja auch nichts gespalten werden).

Was passiert bei einem Vollkornbrot mit Butter und mit Wurst oder Käse belegt? Du kaust es erstmal gut durch, dann wandert der durchgekaute Brei in den Magen, wo er weiter verdaut wird. Im Darm kommt dann ein sehr feiner Brei aus dem zerkleinerten Vollkornbrot, der Butter und der Wurst (oder Käse) an, durchsetzt mit den Ballaststoffen aus dem Vollkornmehl.

Der Darm kann nicht einfach alles spalten. Er muss also das spaltbare Material (Kohlehydrate) aus diesem Brei erst einmal "aussortiert" werden. Deswegen dauert es sehr lange, bis alles verarbeitet ist.

Es kommen also immer nur kleinere Dosen von Glucose ins Blut, der Blutzucker steigt nur sehr langsam an und der Körper hat wesentlich mehr Zeit, die passende Insulinmenge auszuschütten, was z.B. bei Typ 2 Diabetiker sehr wichtig ist, da sich so keine hohen Blutzuckerspitzen bilden können.

Wenn Du den Tropf so langsam einstellst, dass die Aufnahme analog den langkettigen Kohlenhydraten erfolgt, ist diese Aufnahme logischerweise nicht ungesünder.

Woher ich das weiß:
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Quellen:

http://www.praxis-thaller.de/fileadmin/inhalte/dokumente/Glykaemischer_Index.pdf

http://www.montignac.com/de/suche-nach-dem-gi-eines-nahrungsmittels/#tab_high

https://www.ugb.de/glykaemischer-index/glykaemischer-index-tabelle/

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