Warum ist gerade Düsseldorf die Hauptstadt von NRW und nicht beispielsweise Duisburg oder Köln?

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Frag die Briten.

Die damalige britische Militärregierung ordnete 1946 die Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen an und bestimmte Düsseldorf zur Hauptstadt. Gründe dafür mögen gewesen sein, dass schon andere britische Verwaltungsstellen in Düsseldorf ihren Sitz hatten oder dort noch geeignete Gebäude für eine provisorische Unterbringung von Landtag und Landesregierung zur Verfügung standen.

Düsseldorf hatte zwar auch schwere Kriegsschäden, war aber anscheinend nicht ganz so stark zerstört wie z.B. Köln.

http://www.duesseldorf.de/thema2/spezial/lh_historie/index.shtml

Düsseldorf war schon sehr lange die bedeutenste Verwaltungsstadt in der Rheinprovinz. Durch die vielen Konzensitze hier und die Regierungsbehördern schon aus der Feudalzeit war die Entscheidung gegen Köln sehr klar.

Bei der Gründung von NRW haben die Briten entschieden. Köln war sehr zerstört, Duisburg ist eine reine Montanstadt gewesen.

"Die geografische Zentralität, insbesondere die gewachsene Funktion als wirtschaftliches Entscheidungszentrum („Schreibtisch des Ruhrgebiets“), und das Bestehen unzerstörter Verwaltungsbauten gaben den Ausschlag für die Bestimmung Düsseldorfs zum politischen Zentrum des neuen Landes.[83] "

Wikipedia

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Der Folgende Text ist ein Auszug von Seite 3 auf dieser PDF-Datei:

http://www.debrige.de/userfiles/file/KurtDuewellOperationMarriage.pdf

"Diese britische Entscheidung für Düsseldorf als Landeshauptstadt hing weniger damit zusammen, dass die Stadt schon seit dem 15. Jahrhundert eine lange Tradition als Residenz- und Verwaltungshauptstadt des Herzogtum Berg bzw. der Vereinigten Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg sowie zeitweise auch der Grafschaften Mark und Ravensberg entwickelt hatte, und sie war wohl auch weniger direkt darauf zurückzuführen, dass im 19. Jahrhundert hier der Provinziallandtag und die provinziale Selbstverwaltung des preußischen Rheinlands und auch die Verwaltung des bevölkerungsreichsten Regierungsbezirks Preußens ihren Sitz hatten, sondern sie rührte wohl in erster Linie aus zwei anderen, sehr praktischen Tatsachen und Gründen her, die den Briten wichtig waren:

(1) Die Stadt war, obwohl schwer beschädigt, durch den Krieg doch nicht ganz so stark zerstört worden wie z.B. Essen oder Köln. Sie besaß noch eine Reihe brauchbarer öffentlicher Bauten, die auch für die Besatzungsbehörden von Nutzen sein konnten. Diesen Vorteil verdankte Düsseldorf übrigens einer mutigen Aktion des Polizeioberstleutnants Jürgens und dreizehn Düsseldorfer Bürgern, die am 16. April 1945 unter Einsatz ihres Lebens - Jürgens und vier weitere wurden nach einem nationalsozialistischen Standgerichtsurteil erschossen - die kampflose Übergabe der Stadt an die Amerikaner durchsetzen konnten und so einem wahrscheinlichen Bomber-Großangriff der Alliierten zuvorkamen. Andernfalls hätte die Stadt, wie noch zwei Tage zuvor Potsdam, noch schwereren Schaden nehmen können.

(2) Düsseldorf war ohnehin schon ein administrativer Mittelpunkt auch für die deutsche Schwerindustrie. Hier hatten mit der sog. Nordwestlichen Gruppe des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller (VDESI) und mit den Hauptverwaltungen der Vereinigten Stahlwerke, der Mannesmann AG., des Phoenix, des Stummschen Montanunternehmens und anderer Hütten- und Walzwerke eine Reihe von Großkonzernen und -verbänden ihren traditionellen Sitz, so dass die Bezeichnung “Schreibtisch des Ruhrgebiets” eine wirtschaftliche Mittelpunktfunktion Düsseldorfs anzeigte, die zugleich auch für die Besatzungsmacht und ihre wirtschaftlichen Kontrollziele gegenüber der deutschen Industrie ein wichtiges Instrument bedeutete."

Um die industriellen Ressourcen des Landes der politischen Einflussnahme der Sowjetunion und Frankreichs zu entziehen.

Düsseldorf lag zentral und die gewachsene Funktion als wirtschaftliches Entscheidungszentrum, sowie die unzerstörten Verwaltungsbauten gaben wohl den Ausschlag für die Entscheidung.

Quelle: http://www.debrige.de/userfiles/file/KurtDuewellOperationMarriage.pdf

Hm, garnicht mal so übel die Frage.

Duisburg hättte sich ja angeboten als die Stadt der Neuzeit, die Stadt, die Industrialisierung und Co. als Faktor in die Wagschale hätte werfen können.

Vermute mal, dies hat bei der Wahl den damaligen TOnangebenderitischen) Besatzern nicht so ganz ins Konzept gepaßt, denn Duisburg steht auch als Kriegslieferant der ersten Reihe für das NaziGegime.

Ganz persönlicher Kommentar, als SIkchtzeuge und garantiert nicht allgemeinverbinlich. Duisburg als Landeshauptstadt, na, dann wäre ich schon mit 19 und nicht erst mit 49 aus NRW ausgewandert.

Kölle ist ne schöne Stadt, die auch viele Häuser hat. Hat meine Großmutte mit meinen Kindern gesungen. Köln hat eine Ziegenbock im Sportstadion. Die machen Fußball, haben einen recht netten Dom. Und sind leider Erzkirchlich und wichtig seit jahrhunderten bis Jahrtausenden aktiv gewesen. Auch kein Freudentaumel bei den Besatzern.

Ganz persöpnliche Meinung, Ich mag kein Kölsch, Karneval schon mal garnicht und ich mag nicht, wenn ich bei Unterhaltungen mit EInheimischen immer einen Simultanübersetzer brauche. Also ein weiteres NoGo.

Kommen wir zu Düsseldorf. Na, das lag doch lieb und nett und praktisch. In der Nöhe des Ruhrgebietes, (Big Brother is watching you) Eine Stadt, die eher aus der Vergangenheit vor Hitler lebt(e) Naja, Heine und so, Dichter und Denker. Nicht kleingariert wie Kölle, nicht so "einfach" strukturiert wie Duisburg, na ein gesundes Mittel halt. Flughafen, genug finanzielles Potential, um eine florierende Stadt aufzubauen,, genug Areal im Umland, um Barracks zu stationieren, genug Müglichkeit, das Gesellschftsleben, zu hegen und zu pflegen.

Weitsichtig von den Briiten**, Die Toten Hosen** kommen aus D'dorf

Ach ha, die Kölner haben ihren Ziegenbock im Stadion, die Duisburger schwören auf ihr Zebra, doch was können diese schon gegen die Fortuna ausrichten. Und die Dame, na wo kommt sice her.........

http://www.youtube.com/watch?v=T5XIUtIaLuE

Eine nette Antwort mit persönlicher Note...

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@loft24

Oh ja, und wie persönlich SMILE. Ne, habe in dem unmittelbaren Dunstkreis von D#dorf gelebt und war sogar noch näher an D'burg. Puh, also letzteres is so eine Art NoGo, Köln, die kann ich nicht ernstnehmen. Aber D#dorf hat doch die klassischen Merkmale einer kleinen Hauptstat. Tolle Kirmes am Rheinufer, die Opger, die Lö, hervorragende Museen, eine originäre Bewohnerschaft, die sich ständig ein wenig daneben benimmt aber eben nur den Standesdünkel lebt. Och, auch ohne Düsseldorfer zu sein, ich mag die schon.

Mögen und wegziehen aus der Region sind 2 verschiedene Dinge. Vor mehr als 20 Jahren gab es 3 fast gleichaltirige Mädels in meiner Heimatstadt. Karriere wollten alle drei eigntlich machen. Also gingen 2 in die Politik und eine wählte den Weg ins Unternehmen, einer politischen Partei sehr nahestehen, aber nicht in die kommunale Mischpoke eingebunden. Nun eine von den dreien angelte als Mitglied des Rates einen Dezernenten als Ehemann, eine wurde Landesfürstin und eine verließ NRW und lebt jetzt in einem mehr als ansprechendem Bundesland mit einer vollkommen anderen Struktur, die doch bedeutend höher einzustufen istl Es macht mehr Spaß, seine Kinder hier aufwachsen zu lassen. Hier in meinem Umfeld habe ich ein hervorragendes Angebot an Kultur und Natur. OK, die Toten Hosen sind hier nicht so häufig zu Gast, doch dafür sehr gute Bands wie Hartes Pflaster und trotz ländlichem Leben gibt es auch hier Punkkonzerte und Auftritte, wie man sie sonst nur von den Kassierern gelhnt ist.

Mal ernsthaft, warum soll ich mir im Ruhrgebiet die Hacken ablaufen nach einem Job, wenn ich hier mehr als lukrative und gutbezahlte en masse bekomme. Warum soll ich mein letztes Kind unter den Bedingungen des Ruhrgebietes großwerden lassen und dem Schulsystem NRW aussetzen, wenn ich hier mehr als bessere Angebote habe. Warum soll ich im Ruhrgebiet mehr für eine bruchfällige Wohnung an Miete bezahlen als hier auf dem Land, aber in 10 Minuten in der Stadt für ein Haus mit RiesnGarten.

Nee, da ist leider etwas schiefgelaufen. Auch noch bei Dingen, die ich jetzt nicht ausführe.

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