Warum ist Gendern keine Pflicht?

23 Antworten

So sehr ich dafür bin, dass man gendert, einfach so, weil es was mit Rücksichtnahme auf andere Menschen zu tun hat - du machst hier den gleichen Fehler wie so viele, die "Meinungsfreiheit!" rufen, wenn ihre Beiträge im Internet in sozialen Netzwerken gelöscht werden ;).

Das Grundgesetz regelt NICHT das Verhältnis zwischen Bürgern untereinander, sondern das Verhältnis zwischen den Menschen und dem Staat! Du kannst also nicht von anderen Menschen oder Unternehmen ( = juristische Personen) oder so verlangen, dass sie etwas tun oder lassen und dich bei der Begründung auf die Grundrechte beziehen. Das geht nur, wenn der Staat dein "Gegner" ist. Man könnte also wenn, dann darüber diskutieren, dass eine Grundrechtsverletzung vorliegt, wenn staatliche Organe wie z. B. die Polizei nicht gendern. Nicht aber, wenn Menschen in sozialen Netzwerken das nicht machen. Oder wenn ein Unternehmen das nicht tut (kleine Ausnahme hier: bei sowas wie Stellenausschreibungen kann dann aber wiederum ein Verstoß gegen das AGG vorliegen, was aber eben ein anderes Gesetz ist als das Grundgesetz und deshalb auch andere Verhältnisse regelt :)).

eil es was mit Rücksichtnahme auf andere Menschen zu tun hat

Ich möchte dass du auf mich Rücksicht nimmst, ich finde "gendern" herabwürdigend!

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Gendern soll mich nötigen, eine verhunzte Sprache zu sprechen und zu schreiben. Eine Sprache, die ohnehin schon immer weniger bildhaft wird. Für die zweifelhafte Behauptung, dass Gendern gerecht wäre, bzw. Nichtgendern gar diskriminiert.

Das beginnt mit der Behauptung, dass ungegenderte männliche Worte eine Vorstellung der Frau als Subjekt nicht gestatten oder erschweren. Dies stimmt nur in geringem Umfang. Ob diese Vorstellung des überwiegend Männlichen Ungerechtigkeit schafft, ist ein zweiter Schritt, der mehr als zweifelhaft ist. Der Beweis ist, dass es eure Bewegung gibt. Ihr habt euch erfolgreich gegen die angeblich ungerechte Sprache durchsetzen können.

Der Vorwurf der Diskriminierung ist eine unsachliche Keule von euch. Der Pilot, der Arzt usw. diskriminiert in keiner Weise. Der Begriff hindert Frauen nicht, Ärztin oder Pilotin zu werden.

Es hat auch nichts mit dem Grundgesetz zu tun. Das Grundgesetz regelt Fragen zwischen Staat und Bürger und nicht zwischen Bürgern.

Leider ist dein Beitrag der übliche Versuch, nur wieder Vorwürfe zu platzieren. Für die Schönheit oder Gerechtigkeit eurer Sache werbt ihr alle bisher nicht.
Vermutlich ist das nicht möglich.

diejenigen die "gendern" (ein Wort, dass es im Deutschen nichtmal gibt), verstehen die Funktonsweise der Sprache idR. nicht richtig und verkennen die Bedeutung des generischen Maskulins, das nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun hat, zumal auch Sachen im Deutschen eine grammatisch männliche, sachliche oder weibliche Form haben können. Auch lassen sich nicht alle Wörter mit einem simplen "innen" ergänzen.

Grundsätzlich müssen sich die Anhänger dieser rein semantischen, und damit symbolisch ausgerichteten Kampagne auch fragen lassen, inwieweit es tatsächlich um Diskriminierung geht. Die Liste tatsächlicher Diskriminierung aufgrund eines Geschlechts (das betrifft im Übrigen alle Geschlechter) wäre nämlich tatsächlich lang und würde materielle Ressourcen benötigen um etwas daran zu verändern. Doch diejenigen, die am Lautesten nach symbolischen Verändeurngen scheien, sind meistens diejenigen, die die wahren materiellen Verhältnisse unangetastet lassen möchten.

Die Liste tatsächlicher Diskriminierung aufgrund eines Geschlechts (das betrifft im Übrigen alle Geschlechter)

Aber das könnte man nicht dadurch bekämpfen, anderen die eigene Sichtweise aufzwingen zu wollen, dafür müsste man wirklich arbeiten, um es zu ändern, und welche Personin möchte das schon...

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Du kannst einer Bevölkerung nicht eine neue Sprache bzw. Änderungen der Sprache aufzwingen, nur weil ein geringer Teil sich angeblich nicht angesprochen fühlt.
Viele Firmen, die am Gendern sind, tun dies meistens nur fürs Image, das hat jeder auch z.B. beim Pride Month gesehen.

Von Experte earnest bestätigt

Es geht eindeutig zu weit, die Nutzung des generischen Maskulinums pauschal als Diskriminierung zu benennen. Nur die wenigsten Menschen nutzen dieses in der Absicht, bestimmte Geschlechter nicht anzusprechen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Mitglied des Cologne Center for Gender Studies

Wenn ich vergesse,eine Anlage zu warten und deswegen Menschen sterben,dann ist das immer noch eine Straftat.

Unwissenheit schützt nicht vor einer Strafe und so sollte man das auch handhaben.

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@Leonardodapisa

Der Vergleich hinkt aber gewaltig. Der Sinn gendersensibler Sprache ist nicht die Beseitigung aktiver Diskriminierung von Nicht-Männern. Wer das annimmt, hat den Hintergrund gendersensibler Sprache schlichtweg nicht verstanden. Wenn man von deiner Prämisse ausginge, dürfte man generell gar nichts mehr sagen, da alles potenziell irgendjemanden "diskriminieren" könnte.

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@Leonardodapisa

Das generisches Maskulinum diskriminiert aber niemand, es bezieht sich nämlich auf alle, es meint also sowohl Frauen, Diverse als auch Männer.

Und nein, nicht jeder Mensch ist gleich. Der IQ, die Herkunft, der Charakter, die Größe, das Gewicht, etc. ist verschieden.

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@Leonardodapisa

Du vergleichst das generische Maskulinum gerade nicht ernsthaft mit fahrlässiger Tötung, oder? Komm mal wieder auf die Erde runter.

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@Leonardodapisa
Kannst du mir den Hintergrund erklären?

Du kannst gerne einen Blick auf ältere Beiträge von mir werfen, z.B. 1, 2, 3, 4, 5.

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@Leonardodapisa

Nein, ich bin Sprachwissenschaftler, habe also (u.a.) Linguistik studiert. Mit den Gender Studies beschäftige ich mich nebenher, da sie teilweise Schnittpunkte mit meiner Disziplin und meinen Interessen haben.

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@Leonardodapisa

Mein Interesse lag bei der Sprachwissenschaft; abgesehen davon konnte man an meiner Uni zum Zeitpunkt meiner erstmaligen Immatrikulation auch noch keine Gender Studies studieren - das wäre also gar keine Option gewesen.

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@Adomox

Warum studierst du nicht noch einmal Genderstudies?

Ist "Sprachwissenschaft" ein anerkannter Studiengang?

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@Leonardodapisa
Warum studierst du nicht noch einmal Genderstudies?

Ich bin in meinem Fach gut angekommen und promoviere aktuell - da habe ich absolut nicht vor, nochmal "von vorne" anzufangen. :D Abgesehen davon überschneiden sich die Disziplinen auch teilweise, wie z.B. beim Thema gendersensibler Sprache. Ich hätte und habe also durchaus die Möglichkeit, über meinen "Tellerrand" hinweg zu schauen und auch in anderen Gebieten, etwa den Gender Studies, etwas zu forschen.

Ist "Sprachwissenschaft" ein anerkannter Studiengang?

Das möchte ich doch hoffen - immerhin kann man Linguistik schon relativ lange und an vielen Unis studieren, dazu promovieren, habilitieren, einen Lehrstuhl innehaben, usw.

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@Adomox

Aber trotzdem sind sie weit von den Genderstudies entfernt?

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@Leonardodapisa
Aber trotzdem sind sie weit von den Genderstudies entfernt?

"sie"? Die anderen Disziplinen? Gender Studies sind generell interdisziplinär aufgestellt; u.a. beinhalten sie Teilbereiche aus z.B. der Medizin, Soziologie, Biologie, und auch den Sprachwissenschaften. Ob die Linguistik von den Gender Studies also "weit entfernt" ist, liegt wohl daran, was man selbst in der Linguistik so macht und ob das "in der Nähe" der Gender Studies liegt. Ich plane z.B. gerade eine Studie zu gendersensibler Sprache, bin also wohl "in der Nähe". ;-)

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@Adomox

Kann man nicht sagen,dass die Linguistik im besonderen Maße heteronormativ sind?

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@Adomox

85% der Linguistikprofessoren sind männlich und weiß und heterosexuell.

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@Leonardodapisa

Ob das stimmt, sei dahingestellt (Quelle?); aber nur, weil Professoren überwiegend weiß und männlich sind, macht das eine Disziplin nicht heteronormativ. Selbst wenn diese alle heterosexuell und konservativ wären - das Fach als solches, also die Inhalte und Methoden, die dieses umfasst, sind dadurch nicht "heteronormativ geprägt". Die moderne Linguistik ist eine empirische Wissenschaft, die unabhängig von ideologischen o.ä. Ideen arbeitet.

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@Adomox

Aber die Professoren haben ihre Disziplin geprägt.

Vielleicht sind die Herangehensweisen schon heteronormativ und deswegen bemerkt ein Linguist,der Teil des Systems ist,das nicht mehr.

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@Leonardodapisa

Inwiefern soll denn z.B. eine mathematisch fundierte statistische Methode zur Auswertung erhobener empirischer Daten durch Heteronormativität geprägt sein können? Wie können solche Daten "heteronormativ geprägt" sein?

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@Leonardodapisa

Das ist doch meine Frage: Inwiefern kann Mathematik heteronormativ geprägt sein? Unsere Methoden zur Auswertung sind im Endeffekt nichts anderes. Das wäre so als würde man behaupten, dass die Gesetze der Thermodynamik "heteronormativ geprägt" seien, da diese von Männern (vermute ich mal) formuliert wurden.

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@Adomox

Kannst du ein Beispiel für die Auswertung nennen?

Ich bin kein Linguist.

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@Adomox

Wenn die Fragestellung bereits heteronormativ ist,die Mathematik ist natürlich nicht davon geprägt.

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@Leonardodapisa
Kannst du ein Beispiel für die Auswertung nennen?

Linear Mixed Effects Regression Models (Wikipedia), Generalized Additive Mixed Models (Wikipedia, engl.), oder auch Piece-Wise Exponential Additive Models (Paper, engl.), um ein paar Beispiele zu nennen.

Wenn die Fragestellung bereits heteronormativ ist

Ich bin sicher, dass keine von mir erforschte/studierte Fragestellung auch nur ansatzweise "heteronormativ" ist.

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@Leonardodapisa

Hier haben wir ein SJW der mit seiner Art der Propagandierung, seiner ideologischen Überzeugung und Forderungen an die Gesellschaft, einem Diktator im nichts nachsteht.

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@Jazztime2

Es ist vor allem ein SJW, der wohl selbst keine Ahnung hat, was die Wörter, die er so benutzt, eigentlich bedeuten.

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