Warum ist frittiertes Essen ungesund?

7 Antworten

Meistens wird nunmal in minderwertigem Fett frittiert, das für die Hitze eigentlich gar nicht geeignet ist und schon bei der Raffination eigentlich kaputtgeht (gerade die meisten "gesunden" Pflanzenöle mit ihren mehrfach ungesättigten Fettsäuren gehen da kaputt).

Und dann wird oft nicht häufig genug frisches Fett genommen. Zudem sind oft noch Beimischungen drin, damit es nicht so spritzt (Silikonöl/Dimeticon z.B.). Und im schlimmsten Fall wurden die Fette noch teilgehärtet, so dass erhebliche Mengen an Transfettsäuren enthalten sind.

Und dann ist Frittiertes eben nicht mehr gesund. Müsste nicht so sein, wenn man ordentliches Fett verwenden würde, und dieses nicht zu oft. Früher hat man in Rindertalg frittiert, bis irgendjemand auf die doofe Idee kam, gesättigte Fettsäuren seien ungesund. Das haben wir jetzt davon...

Und natürlich frittieren vor allem Pommesbuden und andere Junkfood-Tempel. Deren Fraß ist oft auch anderweitig fragwürdig. Zuhause gibt man sich den Stress mit der Fritteuse (wenn man überhaupt eine hat) nicht regelmäßig.

Wie Blume bereits sagte, entwickeln sich durch zu hohes Erhitzen von Fetten Transfettsäuren. An Transfettsäuren gibt es 2 Arten: natürliche Transfette (bei denen tatsächlich ausserhalb von Tierversuchen weder eindeutig positive noch negative Ausiwrkungen nachgewiesen wurden) und chemische Transfette (zu ihnen zählen auch die der Fettüberhitzung), deren negative Wirkung auf den menschlichen Körper bereits mehrfach nachgewiesen wurde.
Gesättigte Fettsäuren werden übrigens leider noch immer häufig mit chemisch hergestellten Transfettsäuren verwechselt und fälschlicherweise generell als "schlecht" eingestuft.

Was macht die Transfette so ungesund?

Mal ein Beispiel ohne den medizinischen Kram:
Stell dir den Körper wie einen Hafen vor: Um die Wirtschaft/den Markt am Leben zu erhalten, müssen Waren über diesen Hafen auf den Markt kommen. Die Anlegestellen sind auf ganz spezielle Waren ausgelegt und kümmern sich um den Weitertransport und die Warenverteilung.
Hier docken eines Tages plötzlich mehrere Schiffe mit gefälschten bzw Billigstwaren an - die Schiffe mit den hochwertigen Waren kommen nur noch über die wenigen freien Plätze heran, die Restlichen werden inklusive ihrer hochwertigen Waren wieder aus dem Hafen geleitet. Der Markt bekommt kaum mehr Qualität, sondern nur schwer entsorgbaren Müll. Die Wirtschaft leidet enorm unter dem Vorfall.

So ähnlich ist es auch im Körper: die essentiellen Fettsäuren können durch die Blockade der Transfette nicht mehr ausreichend aufgenommen werden. Es entsteht ein Mangel im Stoffwechsel, obwohl es von der Essmenge doch reichen müsste (zusätzlicher Streit Verstand vs Körper). Der Mangel kann zB zu Organschäden führen.
Die Transfette wiederum brauchen lange beim Abbau/Ausscheidung, haben jedoch sonst keinen Nutzen für den Körper (zB können auch keine anderen Abfallstoffe binden wie bei den Ballaststoffen der Fall).
Sie belasten also doppelt.

Natürlich kommt es hier auch darauf an, wieviel von den Transfetten blockiert wird: Die DGE rät zur 1%-Transfettregel (wer viel Fastfood und Frittiertes isst, kommt hier schnell drüber) um noch eine ausreichende Aufnahme der anderen Fettsäuren gewahrleisten zu können.



PS: Durch zu hohes Erhitzen, was beim Frittieren natürlich ist, gehen auch viele Nährstoffe im Lebensmittel verloren

Dein Körper braucht Fett, vor allem ungesättigte Fettsäuren, weil er die selbst nicht herstellen kann. Pflanzenfette enthalten (meistens) viel ungesättigte Fettsäuren, daher sind sie flüssiger als tierische Fette. Ungesättigte Fettsäuren gehen beim braten kaputt, schmecken doof und sind dann nicht mehr ungesättigt. Daher macht es z.B. keinen Sinn mit teurem, nativen Olivenöl oder Leinöl Zeug zu braten.

In der Friteuse nimmt man daher meistens schon gehärtete Pflanzenfette oder tierisches Fett, nur selten Öl zum fritieren. Damit sind das keine Öle mehr, die dein Körper dringend braucht, sondern einfach nur Zusatzkalorien in denen dein Essen ertrinkt.

Ungesund? Naja, sehr viel Kalorien eben.

In der Friteuse nimmt man daher meistens schon gehärtete Pflanzenfette oder tierisches Fett

Wie kommst Du auf die Idee? Es gibt hitzestabile Öle, die für die Friteuse gedacht sind. Dass jemand Schmalz verwendet, habe ich jedenfalls noch nie gehört (es sei denn er missbraucht die Friteuse, um Krapfen oder so etwas zu backen).

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@Mikkey

Das übliche Fritierfett wird in Barren verkauft, wie riesen Butterpackungen. Das billige ist gehärtetes Pflanzenöl, aber auch Butterschmalz ist nicht unüblich.

Ja, es gibt hitzestabile, noch flüssige Pflanzenöle, z.B. raffiniertes Erdnußöl. Je höher man es erhitzen kann desto schlechter die Zusammensetzung. Entweder enthält es kaum (mehrfach) ungesättigte Fettsäuren wie Palmfett oder Kokosfett - oder diese gehen kaputt beim erhitzen.

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