Warum ist Faust 1 klassisch?

3 Antworten

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Diese Frage hat auch schon andere bewegt. Und deine Argumente und noch ein paar mehr sprechen dagegen, den Faust als klassische Tragödie zu bezeichnen.

Im Klassikerforum wird aber eine Bemerkung gemacht, die vielleicht Licht auf die Einordnung wirft:

  • Dass Goethe ein Vertreter der deutschen Literaturepoche Klassik ist, steht außer Zweifel. Der Definition nach werden auch die Werke der Klassiker, als Klassiker bezeichnet, unabhängig davon ob das Einzelwerk klassische Aspekte aufweist.

https://klassikerforum.de/forum/thread/800-kriterien-nach-denen-faust-als-klassisch-anzusehen-ist/

Super, danke!

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Dann solltest du zunächst den Begriff "Klassik" für dich selbst definieren.

classici = die Ersten, die Besten --->>> aus der antiken Klassik.

Goethe, der an beiden Teilen der Tragödie insgesamt 60 (sechzig !) Jahre arbeitete, versucht, bestimmte Menschentypen wie Gretchen, aber auch andere zu idealisieren, ihnen ein erhöhtes Menschentum zu "geben" - einschließlich der hinreichend bekannten antiken Tugenden. Das ist klassisch.

Auch die Struktur / Akteinteilung entspricht (mit Einschränkung) den Dramen der antiken Klassik.

Dessen ungeachtet bin (auch) ich der Ansicht, dass "Faust (1)" kein (typisch) klassisches Werk ist - nur weil es in Mini-Bereichen zur kurzen Zeit der "Weimarer "Klassik" entstand.

Die Jahrzehnte, in denen Goethe an dem Gesamt-Opus arbeitere, streifen auf jeden Fall DIVERSE EPOCHEN, u.a. eben den Sturm und Drang...

pk

Woher ich das weiß: Berufserfahrung

In der überzogenen Emotionalität eher schon romantisch. Der Faust enstand spät schon in Caspar David Friedrichs Zeiten.

Naja aber der Faust ist ja "offiziell" klassisch, deshalb die Frage. ;)

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