Warum ist fast alles Sonntags in Deutschland geschlossen, ist das nicht widersprüchlich zur Religionsfreiheit?

27 Antworten

Meiner Erfahrung nach hat das auch mit der Regelverliebtheit der Deutschen zu tun. Der Deutsche braucht nun mal jemand, der ihm sagt, dass er am Sonntag entspannen darf. Das man das auch an einem Montag oder Dienstag kann, verstehen viele nicht.

Nur weil die Geschäfte offen haben, muss ich doch nicht einkaufen? Immer mehr tätigen ihren Einkauf ohnehin im Internet, und da ist immer offen, uninteressant, welcher Tag und welche Uhrzeit. 

Ich als Schichtarbeiterin, die gern auch Sonntags (morgen beispielsweise von 8 bis 21.30 Uhr) arbeiten geht, habe überhaupt kein Problem damit, mir beispielsweise an einem Montag einen gemütlichen Tag im Büro zu machen und die Welt draußen vor der Haustür toben zu lassen, wenn alles wieder in die Geschäfte losstürzt. 

Außerdem: Wie viele Ausnahmen gibt es mittlerweile? Viele große Supermarktketten umgehen dieses lästige Gesetz, indem sie in Flughäfen und Bahnhöfe Märkte eingliedern, die auch Sonntags ganz normal geöffnet sind - und diese sind eben an Sonn- und Feiertagen oft brechend voll. Der Bedarf wäre also da. 

Und müssen wir Sonntags wirklich ins Museum, ins Kino, zum Kegeln? Wenn Sonntag frei, dann bitte für so viele Leute wie möglich und nicht nur für die kleine Gruppe der Verkäufer. 

Ach ja: Das Kirchen-Argument gilt nicht, da es beispielsweise im sehr viel katholischeren Irland überhaupt kein Problem ist, Sonntags einzukaufen. Und in anderen Ländern, die stark religiös geprägt sind, ist dem auch so. 

"Am Sonntag gehört mein Vater mir!"

ist keine religiöse, sondern eine kulturelle / gesellschaftspolitische / soziologische Forderung. Und zwar eine für die gesamte Menschheit gesunde und begrüßenswerte. Gibt es zahlreiche Literatur als Begründung aus verschiedenen Fachbereichen zu. Manche davon kannst Du online kostenlos heute lesen. 

Aber natürlich weiß ich, dass diese Forderung religiös begründet wurde und wird. In der Regel von den Anhängern der durch Konstatin I. begründeten Trinitätslehre. Welche uns seither als Religion verkauft wird. 

Nun schaue online nach Konstantin I. und Du wirst feststellen, dieser Mensch ist denn doch schon mehr als lange tot. Lange Zeit, die unsere Gesellschaft nachhaltig prägte. 

In USA wanderten vor allen Dingen religiös und politisch Verfolgte aus, aber auch manche Verbrecher wurden von einigen Staaten dorthin verfrachtet. Irgendwann gründete sich dann dieser Staat. Und hat also, nachvollziehbar, sehr wenig Interesse an irgendwelchen Vorschriften, die in die eigene Lebensführung eingreifen. 

Soweit mal grundsätzlich aus meiner persönlichen Sicht. 

Dabei erinnere ich durchaus sehr gut, dass die Verteidigung des Sonntags als Ruhetag von den Kanzeln herunter massiv betrieben wurde. - Lange her. - 

Wir sind NICHT die USA. Wir sollten es uns wert sein, nicht mal den Versuch zu unternehmen, so werden zu wollen wie dieser Staat. Aus sehr vielen Gründen, die aufzuzählen hier viel zu weit führen würde. 

Deine Frage wurde und wird allerdings in religiös-politischen Kreisen immer wieder neu diskutiert. Bis jetzt kam nach meiner Kenntnis dabei heraus: 

Ein allgemeiner Ruhetag für die Gesellschaft ist sehr gesund. 

Der Sonntag als Ruhetag besteht bei uns seit mehr als 1.500 Jahren. 

Andere religiöse Wertvorstellungen werden erst seit 67 Jahren bei uns seither dauerhaft verbindlich toleriert. 

Wo wirtschaftlich möglich, mögen Unternehmen die Beachtung der unterschiedlichen Ruhetage in der Woche bitte berücksichtigen. 

Verbunden ist damit durchaus die Hoffnung und der Wunsch, dass sich auf diese Weise eine allen Glaubensrichtungen, inklusive jener der Atheisten und Agnostiker, gerechtere allgemeinverbindliche Regelung entwickelt, die dann durchaus übernommen werden kann. Breite öffentliche Zustimmung vorausgesetzt. 

So lange wir als Gesellschaft nicht so weit sind, wird bei breiter öffentlicher Zustimmung der Sonntag als verbindlicher Ruhetag im Einzelfall aufgehoben. 

Auf diese Weise hat jede Person in diesem Staat die Chance und Möglichkeit, 

zur Kenntnis zu nehmen, dass wir Religionsfreiheit in unserem Staat seit 67 Jahren haben - ist längst noch nicht bei allen Menschen angekommen, da täusche Dich mal nicht

sich in Ruhe mit der Bedeutung dieser Tatsache auseinander zu setzen,

sich an diese Form von Toleranz zu gewöhnen

und damit offen zu werden für eine mögliche andere Regel. 

Das in Deutschland der Sonntag ein Ruhetag ist hat nichts mit Religion zu tun.
Anfang des 20. Jhr. wurde durch die Weimarer Rebublik ein Gesetz beschlossen wodurch der Sonntag ein Tag der Arbeitruhe wurde. Dieses Gesetz wurde dann später bei Gründung der BRD übernommen.
Noch bis Ende des 19. Jhr. wurde in vielen Teilen Deutschlands auch Sonntag gearbeitet , das hat unter anderem mit der Industrialisierung zu tun.
Mittlerweile gibt es immer mehr Firmen/Geschäfte wo auch Sonntags gearbeit wird.
Das der Sonntag auch ein kirchlicher Tag ist wo der Christliche Gottesdienst abgehalten wird ist zwar richtig aber das hat nichts mit dem arbeitsfreien Sonntag zu tun, der als "Sonntagsruhe" mehr oder weniger gesetzlich geschützt ist.

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