Warum ist Fahrerflucht strafbar (neu)?

12 Antworten

Der Grund für diese "Sonderbehandlung" ist derjenige, dass der Straßenverkehr besonders gefährlich ist. Das zeigen die Unfallstatistiken. Der Straßenverkehr erfährt im Recht in vielen Fällen eine solche Sonderbehandlung.

So haftet beispielsweise der Halter eines Fahrzeuges verschuldensunabhängig für Schäden, die durch sein Fahrzeug im Straßenverkehr angerichtet werden. Der Grund ist einfach derjenige, dass der Betrieb eines Fahrzeugs im Straßenverkehr besonders gefährlich ist.

Auch dass man nur mit Fahrerlaubnis am Straßenverkehr teilnehmen darf, zeigt, dass der Gesetzgeber dieses Verhalten, ein Fahrzeug im Verkehr zu führen, als besonders gefährlich einschätzt.

Da also im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr verhältnismäßig besonders häufig und besonders hohe Schäden eintreten, hat sich der Gesetzgeber dazu entschlossen, gerade in diesen Fällen den Unfallopfern zu helfen, ihre Schadensersatzansprüche durchzusetzen, indem der Unfallverursacher dazu verpflichtet ist, am Unfallort zu bleiben.

Dadurch soll erreicht, werden, dass der Unfallhergang möglichst gut aufgeklärt werden und so Schadensersatzansprüche durchgesetzt werden kann.

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Gefährdungshaftung gibt es nicht nur bei Kraftfahrzeugen.

Führerscheine gibt es auch nicht nur für Kraftfahreuge.

Wer mit seinem Motorboot einen Crash baut, kann sich ebenso schnell vom Unfallort entfernen. Er darf sich aber von Unfallort entfernen.

Die meisten Kfz-Unfälle sind übrigens popelige BlechschädenDie werden nur dehalb teuer, weil deusche Autobesitzer auf ihrem Auro einen Götzen machen und Werkstättet Apotheken-Preise nehmen. Lackkratzer beeinträchtigen die Funtionstüchtigkeit eines Autos.

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Das Verhalten der am Unfall beteiligten Autofahrer nach dem Aufprall kann in vielerlei Hinsicht entscheidend sein.

Besonders dann, wenn Menschen verletzt wurden, kann die Erste Hilfe nach einem Schaden im Notfall Leben retten. Stiehlt sich ein Autofahrer aus der Verantwortung, indem er den Unfallschauplatz einfach verlässt, ohne sich um etwaige Folgen zu kümmern, so kann das zusätzlich hohe Strafen nach sich ziehen.

Der Unterschied ist einfach:

Beim Ball in die Scheibe werfen ist nicht zwingend gegeben, dass Personen davon betroffen sind.

Bei einem Auto ist das aber IMMER der Fall oder kennst du Autos, die ohne Menschen fahren?

Selbst bei einer Delle muss gesichert werden, ob die fahrende Person unverletzt ist und da du z.B. der Verantwortliche bist, sollst du auch zu deiner eigenen Sicherheit da bleiben. Die Person im Auto könnte nämlich später behaupten, dass sie verletzt gewesen wäre. Anhand deines Kennzeichens, sofern sich das Opfer dieses gemerkt hat, bist du ratzfatz enttarnt und weil du abgehauen bist, sehr verdächtig und hast im Grunde verloren, das Gegenteil zu behaupten.



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Schlechtes Beispiel von Dir. Der Paragraph gilt auch auf Parkplätzen usw.

Wenn man hingegen mit seinem Motorboot ein Segelboot rammt, darf man abhauen.

§ 142 StGB ist eindeutig: "Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, "

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@koten

Okay dann gebe ich dir ein anderes Beispiel: Versicherungsabklärung - deswegen sollst du nicht abhauen, damit einer den Schaden schließlich bezahlt. Besser?

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@Garius

Nein.

Bei genügend anderen fahrlässigen Sachbeschädigungen ist es genauso wichtig zu erfahren, wer der Schädiger ist. Ohne den zu kennen, können die berechtigten Forderungen des Geschädigten nicht befriedigt werden.

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O.K., grundsätzlich darf sich jeder vor der gegen seine Person gerichteten Strafverfolgung durch Flucht entziehen.

Beim Unerlaubten Entfernen vom Unfallort entzieht sich der Täter aber nicht der eigenen Strafverfolgung, auch wenn eine Straftat für den Verkehrsunfall ursächlich geworden sein sollte. Vielmehr entzieht sich der Unfallbeteiligte vorrangig der zivilrechtlichen Inanspruchnahme (auf Schadensersatz) durch den/die Unfallgeschädigten. Wenn sich jemand unerlaubt vom Unfallort entfernt und sich damit strafbar gemacht hat, darf er sich natürlich hinterher vor dem staatlichen Zugriff oder der Entdeckung seiner Täterschaft durch Flucht entziehen, ohne sich deshalb strafbar zu machen.

Geschütztes Rechtsgut ist das abstrakte Interesse am Erhalt des persönlichen Vermögens.

Bei anderen Vermögensdelikten ist die Straftat vollendet mit dem Eintritt des Vermögensschadens. Das ist aber bei der sog. Unfallflucht nicht der Fall. Allein die Gefährdung fremder Vermögensinteressen durch Vereitelung der Möglichkeit, die Art der Unfallbeteiligung und die Personalien festzustellen begründet die Strafbarkeit. Dabei braucht sich der Täter noch nicht einmal körperlich zu entfernen. Auch die Täuschung am Unfallort bezüglich dieser Unfallbeteiligung oder seiner Personalien erfüllen den Tatbestand der Flucht bzw. des Entfernens in diesem Sinn. 

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Wenn ich die Fensterscheibe meines Nachbarn mit einem Ball zerlege, geht es doch auch um den "Erhalt des persönlichen Vermögens". Wenn Deine Argumentation stimmen würde, dürfte ich mich nach dem Fehlschuß doch auch nicht entfernen. Genausowenig eie ein Moorbootfahrer, nachdem er ein Segelboot gerammt hat. In den beiden Fällen (und vielen anderen) darf man sich aber vom Acker machen.

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@koten

Der Straftatbestand des Unerlaubten Entfernens vom Unfallort steht im 7. Abschnitt des StGB, " Straftaten gegen die öffentliche Ordnung ". Der Gesetzgeber hat also dem öffentlichen Straßenverkehr ( zu Recht ) eine überragende Bedeutung für das öffentliche Leben, incl. der Gefahren für das persönliche Vermögen beigemessen. Das hat mit der Fensterscheibe des Nachbarn oder einem Sportboot überhaupt nichts zu tun. I.Ü. verweise ich auf die Antwort von Friedel1848. Diese Antwort ist vollkommen zutreffend.

Deine Fragestellung ist nicht korrekt, wenn Du behauptest, dass es bei " jeder anderen Straftat " erlaubt sei, sich zu entfernen. Bei einem Verkehrsunfall handelt es sich aber per se nicht um eine Straftat. Wenn nach einem Verkehrsunfall die Polizei erscheint       ( was ja nicht zwingend der Fall ist ), darf ich natürlich die Antworten zu Fragen nach meinem Verursachungsbeitrag und damit zu einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit verweigern. Da besteht sogar ein komplettes Aussageverweigerungsrecht. Nur die Feststellungen zur Art meiner Unfallbeteiligung, meiner Personalien und ggf. des Versicherungsverhältnisses muss ich durch bloße Anwesenheit ermöglichen.

Ausnahmsweise wird das Zivilrecht durch das Strafrecht geschützt. Ansonsten muss man das strikt trennen, was Du in Deinen Beispielen aber gerade nicht machst.

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@Dachtichsmir

Daß der Straßenverkehr eine Sonderbehandlung bekommt, darauf muß nicht hingewiesen werden, geht doch meine Fragestellung von einer solchen Sonderbehandlung aus.

Nur sagt das nichts darüber aus, warum es diese Sonderbehandlung gibt.

Wenn Du sagst, das liege an dem Schutz berechtigter zivilrechtlicher Interessen, dann stellt sich die Frage, warum das nur in Straßenverkehr so ist. Nicht aber bei dem Beispiel mit dem Ball und auch nicht bei dem Beispiel mit dem Boot.

Deine Antwort enthält vieles, was stimmt. Aber nichts, was als hinreichende Antwort auf meine Frage gelten könnte.

Das selbe gilt für die Antwort von Friedel1848.

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@koten

Entweder kannst Du das nicht verstehen oder Du willst das nicht verstehen. Die Frage, weshalb das Unerlaubte Entfernen von der Unfallstelle strafbar ist, ist ausschöpfend beantwortet ( haarklein erklärt ). Wenn Du die Wertung des Gesetzgebers nicht teilst, dann ist das eben so, auch wenn Du das zum x-ten Mal fragst.

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@Dachtichsmir

Wenn ich die Wertung des Gesetzgebers nicht teile, dann halte ich es für durchaus möglich, daß ich irgend etwas übersehen habe.

Ich habe den Ehrgeiz, bei möglicht vielen Gesetzen, die mich im täglichen Leben betreffen, zu verstehen, warum die Vorschriften so sind, wie sie sind.

Meistens gelingt mir das, bei § 142 StGB allerdings ganz und gar nicht.

Was ist falsch daran, wenn der kleine Koten es gerne verstehen möchte?

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