Warum ist es vorteilhaft kommende Trends im Einzelhandel zu beobachten bzw. zu bedenken?

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3 Antworten

Der Mensch ist ein armes Würstchen. Wenn er handelt, entscheidet er meist in der Gegenwart zu Aktivitäten, die in die Zukunft reichen. Doch alleine handelt er extrem im Ungewissen. Er weiß nicht, wie alle anderen um ihn herum agieren und noch weniger weiß er, was die Zukunft bringt. Ersteres ist ein starker Grund für Zusammenschlüsse, sich in der Gruppe absichern, Regeln festlegen, dass dem Handeln aller kalkulierbarere Formen gegeben werden. Zweites ist einer der wichtigsten Gründe für Religion und Wahrsagerei. Schau in die Geschichte: Wahrsager und wahrsagende Priester und Propheten, wohin man schaut. Sterndeuter und Innereienleser, Deuter von Vogelflug. Immer ein ristkantes Geschäft. Im Zweifel war die letzte falsche Voraussage auch die letzte.

Trendforschung ist eigentlich nur eine Verwissenschaftlichung - nicht selten Scheinverwissenschaftlichung - der Wahrsagerei. Wahrsager waren oft, wenn sie gut waren, gut informierte Leute, die nicht nur die Vergangenheit kannten sondern auch ein Gespür hatten für die Sehnsüchte der Handelnden und der Masse der Menschen. Gute Trendforscher können das auch, wenn sie ihre statistischen Erhebungen geschickt platzieren und deuten. Vergiss das mit dem "mehr Gewinn machen", das ist ein marxistischer Hirnriss. Schon seit der Steinzeit will niemand verlustreich handeln, Geld zum Fenster rauswerfen. Gewinn ist eine Ergebnisgröße und wer kann sich des Ergebnisses beim Handeln in die Zukunft sicher sein? Schau Dir nur an, wie toll sie sich mit ihrem Sozialismus verkalkuliert haben. Trendforschung ist der Versuch aus der Vergangenheit in die Zukunft zu schätzen.

Wenn Du Dich außer mit Wirtschaftsdaten auch mal mit Kulturhistorie beschäftigst, wird Dir auffallen, dass Menschen immer versucht haben, sich anders zu definieren als ihre Vorgenerationen. Darum gibt es Kunst und Mode seit der Steinzeit. Und das Rad der Mode z.B. dreht sich immer schneller. Wenn ein Schuhhersteller die falschen Lederfarben einkauft, setzt er viel Geld in den Sand. Aber die Leder der Modeschuhe der aktuellen Saison im Verkauf muss er fast zwei Jahre vorher disponieren. Durch Zusammenschlüsse und Modegremien, die sich wiederum von Trendforschern beraten lassen, versuchen die Hersteller, das Risiko der Fehldisposition zu verringern. Der Gewinn kommt erst viel später und hängt noch von vielen weiteren Entscheidungen ab.

Schau Dir mal an, welche Vorläufe in den unterschiedlichen Branchen bestehen, wie lange z.B. Automodelle vorgeplant werden, die Bemusterung, bis alles passt. Oder noch schwieriger, die Planung eines Hochhauses. Das sind irre Kosten. Und dann planst Du so ein Hochhaus vor allem als Bürohochhaus sagen wir in den 70er Jahren nach dem dann gültigen Standard. Die üblichen Entwicklungen hat man so im Blick, doch wer hat denn in den 70er Jahren für Hochhäuser, die in den Endachzigern bezogen wurden die Entwicklung im Computer- und später digitalen Sektor im Blick gehabt. Ab Ende der 80er ging es teils mit der Wirtschaft nach unten und mancher Investor hat sich gefragt, ob die Mietpreis- und Belegplanung noch haltbar ist. Bei aller Wahrsagerei oder auch Trendforschung geht es immer erst darum, die Entscheidungsungewissheit in die Zukunft zu minimieren, Fehlentscheidungen zu vermeiden. Private können sich nicht leisten, was sich Politiker leisten können - siehe Berliner Flughafen. Die wissen, dass sie jemanden haben, auf den sie die Fehlentscheidungen abwälzen können. Deswegen reden sie auch gerne so geschwollen und wirklichkeitsfremd. Sie wälzen fast immer das Risiko ab.

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Ich glaube nicht, dass hinter all den Marketingstrategien eine Gewinnmaximierung steht. Die ergibt sich eher aus der Kalkulation und Kostenrechnung.

Es geht meines Erachtens um Marktanteile, also der Alleinstellung am Markt bzw. um Erweiterung, Kundenzuwachs, dem Wecken der Bedürfnisse und des Bedarfs.

Der Marktbeobachtung kommt, insbesondere bei hohem Wettbewerb, eine entscheidende, Rolle zu. Es gilt, frühzeitig auf neue Trends zu reagieren, um Bedarf zu wecken oder um bereits bestehenden Bedarf zu decken. 

Oftmals ist es aber auch so, dass Unternehmen erst neue Trends setzen und hoffen, damit Kunden zu halten und neue dazu zu gewinnen.
Hierbei gilt es die Lebens-/ Nutzungsdauer eines Produkts sowie das Nutzungsverhalten des Kunden zu analysieren. Wann also kauft jemand sich regelmässig ein neues Auto, einen neuen Fernseher, neue Kleidung, etc?
Was braucht es am neuen Produkt, um das Interesse dieser Kunden erneut zu wecken?

Wer hier nicht aktiv ist, verliert den Anschluss und versucht heute immer noch Röhrenfernseher zu verkaufen. Es geht also auch darum, am Markt zu bestehen.

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Ja macht einfach nur Sinn um möglichst viel Gewinn zu erreichen. Ist ja klar, das Trends, sind deutlich einfacher verkaufen und das auch noch öfter. Man kann sich oft sowas denken, viele mit den Powerbanks großen Umsatz gemacht, wegen Pokemon go. Oder jetzt die Drehdinger da, ka wie man die nennt. Trends gewährleisten ein sicheres Einkommen, soforn man sicher war, das es einer ist, bevor er an sich groß trendet.

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