Warum ist es strafbar Menschen zu töten aber dafür legal Tiere zu töten?

44 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Weil Fleisch seit mehr als sieben Millionen Jahren zum Nahrungsspektrum des Menschen mit dazu gehört. Wohlgemerkt: vor sieben Millionen Jahren lebten wir noch auf Bäumen, trugen noch ein Fell und könnten auch noch lange nicht aufrecht auf zwei Beinen gehen. Trotzdem haben sich unsere Vorfahren schon damals am Fleisch anderer, auch selbst erlegter Tiere gütlich getan. Es liegt seither in unserer Natur.

Außerdem: Weil dem Menschen - eben weil es in seiner Natur liegt und sich sein Verdauungsapparat mehr als der eines jeden anderen Primaten auf gelegentliche Fleischkost spezialisoert hat - sonst wichtige Nährstoffe fehlen würden, die er nur durch den Konsum tierischer Erzeugnisse auf natürlichem Wege zu sich nehmen kann. Zwar kann er heute im Industriezeitalter und durch die Globalisierung seine Nährstoffe auch künstlich durch rein pflanzliche Produkte decken, aber dennoch ist es für den Menschen absolut normal und auch ethisch kein Problem, Fleisch zu essen.

Und letztendlich: weil es nunmal die Natur der Dinge ist, dass auf der Erde getötet wird. Auch ein Bussard, ein Hecht, sogar ein süßer kleiner Marienkäfer tötet, um zu essen. Alle diese Tiere haben deswegen nicht den Hauch eines schlechten Gewissens.

Eine ganz andere Geschichte ist aber die industrialisierte Tierhaltung zur Lebensmittelgewinnung. Trauriges Merkmal der Nachkriegsmoderne ist, dass Tiere zu unbeschreiblich grausamen Bedingungen gehalten und ausgebeutet werden. Sie werden zur Gewinnmaximierung in immer kürzeren Intervallen gemästet, in einzig kleinen Boxen und Käfigen gehalten, viele sehen in ihrem ganzen kurzen Leben niemals Tageslicht. Eine solche Behandlung von Tieren ist alles andere als ethisch, steckt voller widerlicher Doppelmoral und wird zurecht kritisiert.

Das Credo der Moderne sollte deshalb sein: wir müssen weg vom Überfluss. Fleisch muss wieder etwas Besonderes werden. Wir haben völlig den Bezug zu unserem Essen verloren, das muss dringend rückgängig gemacht werden. Schon unsere Kinder sollten direkt und am lebenden Beispiel lernen, wo Fleisch herkommt und wie es gewonnen wird - und sehen, wie Tiere dafür steeben. Das würde ihre Sicht auf Mamis Schnitzel mit Sicherheit ändern - und zu einem bewussteren und auf Nachhaltigkeit bedachten Umgang mit Lebewesen führen. Kein Mensch braucht jeden Tag Fleisch auf dem Teller, und es auch nicht kiloweise jede Woche.

Woher ich das weiß:Hobby – Jahrelange Begeisterung für die Natur und ihre Bewohner.

Ist alles korrekt, beantwortet aber die Frage nach der hier im Abendland anzutreffenden Aversion gegen Hundefleisch (andere Fleischsorten dito) nicht.

1
@666Phoenix

Das wurde hier aber nicht direkt gefragt. Ich kann es dir aber auch gerne beantworten.

Nahrungstabus sind immer kulturellen Ursprungs und haben etwas mit langen Traditionen zu tun. In unserem Kulturkreis wirken dabei vor allem christlich-abendländische Traditionen mit ein. Im Leviticus wird der Hund als eines der Tiere genannt, dessen Verzehr verboten ist, genau wie das Schwein.

Schweine werden in der christlichen Tradition nun wieder trotzdem gegessen, weil die Speisegebote aus Leviticus an anderer Stelle (in den Paulusbriefen) aufgehoben werden. Beim Hund spielten allerdings nun neben kuktutell-religiösen Aspekten auch ethisch-moralische mit hinein: Hunde wurden auf vielfältige Weise als direkte Begleiter des Menschen eingesetzt, sei es bei der Jagd, beim Hüten von Vieh, beim Aufspüren von Lebensmitteln oder auch als Schutz- und Kriegshund. Hunde halten demnach als "treue Kameraden", und so entwickelte sich ein Tabu, diese nicht zu essen.

In Kulturen, die eine weniger starke Jagd- und Viehhaltungskultur besaßen, ist der Hund dagegen durchaus ein begehrtes Speisetier. Dort hat sich dieses Tabu nicht durchgesetzt. Jedoch würden Menschen in Indien und Ostasien sicher viele unserer Nahrungsgewohnheiten als widerwärtig betrachten - eben weil dort andere Traditionen vorherrschen.

1
@MarkusPK

Markus, danke für deine Ausführungen, die mir größtenteils bekannt sind, denn ich habe lange Zeit in Fernost gearbeitet.

Pferde und Kamele sind und waren auch "treue Kameraden" der Menschen und wurden/werden trotzdem gegessen. Die biblischen Begründungen sind also, wie so oft, etwas daneben.

Das Schlimme ist für meine Begriffe hier im "Abendland", dass die Essgewohnheiten und -traditionen anderer Kulturen sehr oft in überheblicher Manier als "barbarisch" u. ä. bezeichnet und diffamiert werden.

In einem hast du natürlich Recht: die Frage war nicht nach Hundefleisch.

Als "widerwärtig" betrachten bspw. Chinesen den Verzehr rohen Fleisches (genannt "Tatar"), "fauliger" Milch (genannt "Käse"), mit Fäkalien durchspültem Gedärm ("Flecke") und anderer Organe ("süßsaure Nierchen"), uvam.

Dazu benötigen die auch keine "göttlichen" Hinweise, die lassen i. d. R. ihren gesunden Menschenverstand walten.

2

Also ich behalte meinen billigen Überfluss, danke ;)

2
Tier ist Tier

na, ich glaube, wenn du bedroht würdest und dich jemand vor die Entscheidung stellen würde, dass du entscheiden sollst, ob er deinen Freund/Schwester/Mutter etc. pp oder aber deinen Hund töten - dann würde dir der Unterschied zwischen Mensch und Tier sehr schnell bewusst.

Menschen sind nur biologisch gesehen "Tiere" - ansonsten unterscheiden den Menschen doch vielfältige Faktoren von den Tieren.

Und wenn du es so entsetzlich und schrecklich findest, dass Tiere für die Nahrung getötet werden - dann schmeiß ganz schnell mal deinen Computer, den Smartphone etc. weg - denn um das notwendige hochreine Kupfer für alle elektronischen Teile herzustellen, braucht es zwingend Knochenleim - der besteht NICHT aus Pflanzen und wirtschaftliche Alternativen gibt es nicht.

Du sagst es schon selbst. Es gibt keine Alternativen, jedoch gibt es für das Töten von Tieren als Nahrungsquelle viele Alternativen.

1
@Voltols

ja natürlich - aber da die Knochen nun einmal benötigt werden - die Tiere aber ohne ihre Knochen nicht leben können - soll man sie also nur wegen der Knochen töten und das Fleisch wegschmeißen?

So wird das Tier in seiner Gesamtheit verwertet ....

1
@dsupper

Also ist du nur Fleisch von Tieren, bei denen die Knochen verwendet werden?

1
@Voltols

ja, mit Sicherheit - denn es wird immer alles von einem Tier verwendet

1
 Und da sollte man keine Ausnahme zwischen Menschen und Kühen, Schweinen,... machen.

Und das sieht die Masse der Menschen anders als du. Willkommen in der Realität.

Ansonsten unterscheidet man in Deutschland nicht nur zwischen Tieren und Menschen, sondern auch zwischen Haus-, Wild-, und Nutztieren. Ein Hund ist ein Haustier und wird nicht als Lebensmittel betrachtet. Das ist kulturell gewachsen.

Puh soviele fragen 🙄

Warum ist es strafbar Menschen zu töten

Das unversehrte Leben ist ein Menschenrecht.

aber dafür legal Tiere zu töten?

Darf man auch nicht lt Tierschutzgesetz

"Tier ist Tier. "

Lt Gesetzgeber nicht, so dürfen Tiere die zur Nahrungsmittelerzeugung gezüchtet werden auch zu diesen Zweck von ausgebildeten Personal getötet werden.

"warum ist Inn Deutschland Hundefleisch verboten?"

Weil wir ein Lebensmittelhygienegesetz haben, was Konsumenten schützen soll krank zu werden oder Seuchen einzuschleppen. Denn als "Raubtier" steht er oben an der Nahrungskette und kann so entsprechend auch stark vorbelastet sein zb mit Schadstoffe. Was passiert wenn man tierisches verfüttert weiss man ja hoffentlich noch von damaligen BSE Ausbruch, hinzu kommt eine unwirtschaftlichkeit, es wäre reine Utopie für Masttiere weitere Masttiere zu züchten.

https://www.gesetze-im-internet.de/tier-lmhv/__22.html

Hi. Ich glaube die Frage, die Du stellst, ist eine moralische. Das hat weder mit Recht, noch mit Kultur, noch sonst etwas zu tun. Du selbst empfindest es als unmoralisch, Tiere zu töten - du selbst empfindest ihn als gleichwertig zum Menschen.

Das wiederum finde ich selbst eigentlich ganz spannend: wie kommt es denn, dass jmd. wie Du z.B. plötzlich keinen Unterschied mehr zwischen Mensch und Tier erkennen kann. Jetzt will ich etwas provokantes in den Raum stellen, als Gegentheorie: In Schwarz zu Blau sinkt Peter Fox "Jeder hat 'nen Hund, aber keinen zum Reden"... dahinter steckt ja die Theorie, dass Manchen das Gefühl für die Menschen verloren geht (auch die Kompetenz zum sozialen Austausch)... und weil man das nicht mehr hinbekommt, wendet man sich jetzt den Tieren zu. Und so eine Tierliebe hat ja was Verrücktes: Der Hund, der einen bedingungslos liebt... also der keine Ansprüche stellt an eine Freundschaft, wie z.B. menschliche Freunde. Den man in seinem Rundel einfach integrieren kann, mit Fressen und Saufen und Unterdrückung erziehen. Der selbst keinen "schlechten Tag" hat, mal wütend wird oder uns mit seinen nervigen eigenen Geschichten des Alltags auf den Senkel geht - sondern der dafür da ist, für uns da zu sein... Und plötzlich ist er genau so viel wert wie ein Mensch. Huch. das ist ja irgendwie komisch, oder?

Was möchtest Du wissen?