Warum ist es so schwer sich mit philosophischen fragen zu beschäftigen?

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8 Antworten

"Unwissende werfen Fragen auf, welche von Wissenden vor tausend
Jahren beantwortet wurden." hat Goethe einmal festgestellt.

Ich kenne viele Menschen mit hohem Fachwissen und mit dem, was wir als Allgemeinwissen bezeichnen. Sie haben spezifische Kenntnisse einer Metamorphose und können den inneren Aufbau einer Eiche detailliert wiedergeben. Doch sie haben Probleme eine Buche von einer Eiche zu unterscheiden, wenn sie davor stehen.

Eigenständiges Denken, geistiger Tiefgang und themenübergreifendes Grundwissen, stellen Voraussetzungen der Philosophie dar.

Viele reden das nach, was sie von gewissen Instanzen vorgegeben bekommen, ohne dies selbst zu überdenken und sich ein möglicherweise angreifbares, eigenes Urteil zu bilden. Man geht oft sehr oberflächlich auf spezielle Auswüchse einer Fachrichtung ein. Fast jeder kann etwas zur Zinspolitik der Zentralbanken (nach-)sagen, jedoch können nur sehr wenige unser Wirtschafts- und Geldsystem mit den dazugehörigen, tiefgreifenden volkswirtschaftlichen Komponenten, in ihrer Gesamtheit erläutern.

"Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen." hielt Schiller fest.

Die Beschäftigung mit philosophischen Fragen ist überhaupt nicht schwer. Man kann es in fast jeder Lebenslage.

Schwer ist es nicht, sich mit ihnen zu beschäftigen, sondern sie zu beantworten. Vielleicht fällt es vielen Menschen auch schwer, zu akzeptieren, dass es eine endgültige Antwort auf sie (noch) nicht gibt.

Wenn es eine solche Antwort auf eine Frage gibt, dann ist es keine philosophische Frage mehr, höchstens eine wissenschaftliche.

Weil es u.a. sehr mit konzentration, ausdauer und muse, und selbständigem sowie logischem denken zu tun hat. Ich habe bei meinen musikstudenten im lauf vieler jahre das gefühl gewonnen, dass diese fähigkeiten stark nachgelassen haben. Viele kommen besser mit purem auswendiglernen zurecht als mit prinzipien- und damit verständnislernen.

Meine ursachen-vermutung geht hier stark in richtung technisierung des alltags und globalisierung des eigenen lebenskreises. Zudem werden grundsatzfragen in der arbeitswelt, aber auch in der politischen diskussion sehr oft als unnütz angesehen. "Scheinfragen" die nur den alltag erschweren... LG Max

Philosophie ist abstraktes Denken. Jeder Mensch lebt seine eigene Philosophie, dass macht ihn Einzigartig. Deshalb ist sie so kompliziert, wie die Menschheit selbst.

Welche Frage beschäftigt dich denn?

Nur weil man die Antwort auf eine Frage nicht findet, heisst es ja nicht dass man die Philosophie nicht verstanden hat. In der Philosophie bleiben viele Fragen bewusst offen, weil eine Antwort meist unnötig mehr Fragen aufwirft, zB bei der Definition der Willensfreiheit.

Wenn es einfache und simple Fragen wären, wären es ja keine, über die man länger philosophieren müsste. Liegt also in der Natur der Sache.

Weil du manchmal die Denkweise eines Philosophen verstehen musst. Und einige Philosophen sind kompliziert. Außerdem gibt es keine vorgeschriebenen Antworten. Du musst für dich selber wissen was du willst, was gut was schlecht ist. Das Werkzeug von jedem Philosoph ist sein Gehirn.

Weil man Fragen nicht auf einen Klatsch beantworten KANN! "Warum ist etwas und nicht einfach nicht's?"

Erwarte darauf keine schnelle Antwort, sondern lediglich, einen Grund muss es haben.

LG Dhalwim

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