Warum ist es leichter anderen zu helfen als sich selbst zu helfen?

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6 Antworten

Zu den Gründen die bereits erwähnt wurden, gibt es noch einen zusätzlichen Grund. Wenn ich eine Frage eines Anderen beantworten muss, zwinge ich mich, den ganzen Gedankenknäuel zu entwirren und diese in klar formulierten Worten zusammenzufassen. Damit wird ein Haufen überflüssige Information entfernt, dabei inbegriffen den grössten Teil der emotionalen Ballast. Es ist viel schwieriger, für sich selbst die gleiche Klarheit zu erarbeiten.

Deshalb gibt es doch solche Foren.

Ich versuche mal, als Handwerker die Erklärung zu Formulieren.

Der Punkt ist ja der, das man die eigenen Probleme und Fehler automatisch verdrängt. Damit ist deine Objektivität gegen Null.

Liest Du hier eine Frage, stehst Du weit außen vor dem Problem, und kannst frei aus der Seele Reden( Schreiben).

Dazu kommt noch, das der Mensch dazu neigt, sich selber für die NR1 zu halten, und nicht merkt, das er in die Irre rennt. Das geht aber nur solange gut, bis es Kracht. 

Dann wird es Schwierig, wenn z.B. dein Arbeitgeber das mal anders sieht, und Weg vom Fenster. Dann kommen die Arbeitsämter und ziehen dich noch weiter runter. Usw. Ende vom Lied, Depri.

Wenn dann nix mehr läuft, hilft doch immer noch die klare Meinung einer Person, die einen überhaut nicht kennt und im ersten Satz schon weiß, was abgeht.

Kommentar von DinoMath
05.10.2016, 06:24

Der Punkt ist ja der, das man die eigenen Probleme und Fehler automatisch verdrängt. Damit ist deine Objektivität gegen Null.

Liest Du hier eine Frage, stehst Du weit außen vor dem Problem, und kannst frei aus der Seele Reden( Schreiben).

Das stimmt zwar, aber glaube das allein ist es nicht, sonst wäre der Effekt nicht so krass.

Was den Rest angeht: sehe ich irgendwie nicht so.
Vor allem ich Stufe andere tendentiell eher höher ein als mich selbst, also als die NR1 würde ich mich nu echt nicht halten.
Möglicherweise fehlt die Objektivität aber dennoch, nur aus anderem Grunde.

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Es ist - vermutlich - eines der schwersten Dinge die einem im Leben begegnen - die Begegnung mit sich selbst. Die meisten setzen sich nicht damit auseinander - das ist durchaus jetzt kein Fehler - solange man gut damit lebt warum sollte man. Aber WENN man damit anfängt gibt es schlichtweg nur selten ein zurück.
Ich denke nichts auf der Welt ist so schwierig wie sich selbst kennen zu lernen. Weil man vieles merkt, was man gut verdrängen konnte.
Fehler, die man immer an Anderen gehasst hat sind zb. Dinge, die man an sich selbst nicht wahrnehmen will oder kann. Dinge, die man früher verurteilte werden zu Dingen, die menschlich werden. Man erkennt die eigenen Fehler - kurioserweise wird man aber genau dadurch auch stärker und milder gegen sich selbst. Man lernt zu verzeihen. Erst wer sich selbst verzeiht kann auch den Anderen verzeihen. Man merkt wie verletzlich man ist - und dass man auch das gut verdrängt hat. Man muss deswegen lernen sich zu schützen - auch das ist schwierig in einer Welt wo viele herumlaufen, die absolut übergriffig sind. Es kommt ein Jahrelanger Weg zu sich selbst auf einen zu. Man "spürt" was der Satz  bedeutet "du kannst den Anderen nicht ändern sondern nur dich selbst". Man labert nicht nur davon man spürt diese Dinge dann. Man weiß plötzlich wovon Esoteriker reden, obwohl man selbst null esoterisch ist. Man erkennt - voll oder im Ansatz - dass alles zusammenhängt - dass jeder Mensch dem du begegnest einen gewissen Sinn hatte. Das ALLES was du machst Bedeutung hat oder hatte. Es ist - wie ein leiser Marathon zum Ende der Milchstraße und wieder zurück. Wie Faust meinte: Vom Himmel durch die Welt zur Hölle. Man findet auf diesem Weg alles davon in sich.
Im Gegensatz dazu ist es ein Spaziergang von hier zum Nachbarn, wenn man die Probleme Anderer sieht und erkennt bzw. helfen kann.

Kommentar von DinoMath
05.10.2016, 06:51

ich glaube was du meinst ist mich sich selbst vollkommen eins zu sein.

Das meinte ich aber nicht, sondern alleine schon sich selbst mal genauso oberflächlich zu betrachten wie man andere betrachtet bzw in nem ganz anderen Beispiel: eine Wissenschaftliche oder sonstwie objektive Fragestellung zu behandeln, je nachdem ob man selbst danach fragt oder andere danach fragen.

Danke für deine Antwort, ist viel Wahrheit drin, auch wenn ich finde dass sie meine Frage kaum beantwortet.

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Um sich selbst helfen zu können erfordert es an Reflexion. Die wenigsten Menschen sind dazu in der Lage

Kommentar von DinoMath
05.10.2016, 06:35

kannst du das irgendwie näher erläutern?

Versteh das noch nicht.

Was bedeutet Reflexion in der Hinsicht, warum braucht es diese und wieso können Menschen das so selten?

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Eigene Fehler erkennt man oftmals nicht, weil man manches Verhalten zuvor als "richtig" eingestuft hat, obwohl es die Notwendigkeit verursacht hat, daß Abhilfe nötig ist.

Fehler anderer erkennt man dagegen oft sehr leicht, sofern man diese  nicht ebenfalls in sich hat, weil sie in der Gesamtabwägung von Gegebenheiten nicht zum eigenen Chema passen.

Anders ist es bei Hilfen, bei denen nicht irgend welche Denkfehler die Ursache für ein Problem sind, sondern exterene Umstände. Da ist man - wenn man entsprechend tickt - ehrlich bemüht zu helfen, aber unter dem Strich ist die Hilfe oftmals nur wenig brauchbar, weil man gegen Symptome kämpft anstatt gegen Ursachen.

Moin,

bei einem selbst sind meist immer emotionale Themen mit dabei und das machst, meiner Meinung nach, so kompliziert. Damit setzt sich niemand gerne auseinander, weils echt weh tun kann.

Bei anderen hast du einen neutralen Blick auf die Sache und erkennst wo das Problem liegt. Da fehlt dann die emotionelle Komponente und daher ist es als Außenstehender deutlich leichter, das Thema zu durchleuchten. Da dem Außenstehenden die belastenden oder treibenden Emotionen fehlen. 

Viele Grüße


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