Warum ist es im Sommer in Norden kalt und im Winter mild?

7 Antworten

Erst einmal gilt folgendes: Je näher man an den Äquator kommt, desto höher wird die Summe der Sonnenenergie, die über das ganze Jahr gerechnet auf diese Orte "einwirkt". Das bedeutet, die Jahresdurchschnittstemperatur steigt von Nord nach Süd, bzw. auf der Südhalbkugel von Süd nach Nord. Das hat mit dem Stand der Sonne zu tun. Je höher die Sonne am Horizont steht, desto mehr Energie erreicht die Erdoberfläche, da der Weg der Strahlen durch die Atmosphäre am kürzesten ist, und somit unterwegs weniger Energie "verloren" geht. Ganz einfach sieht man das im täglichen Leben: Mittags ist die Sonne am stärksten, da sie am höchsten steht. Genauso ist das bei uns im Sommer, die Sonne steht höher, deswegen ist es warm.

Nun ist aber nicht nur die Sonne einzig und allein relevant für das Klima sondern auch die Verteilung der Landmassen bzw. der Ozeane. Ozeane sind nämlich Wärmespeicher, die Energie langsamer aufnehmen bzw. abgeben als Landmassen. Dadurch sind in Europa die Winter milder und die Sommer kühler als z.B. in Sibirien.

Schau dir z.B. mal folgende Klimadiagramme auf Wikipedia an:

Dublin, Berlin, Minsk, Irkutsk. Diese Städte liegen alle auf einem ähnlichen Breitengrad (52°-53° nördliche Breite), das heißt, sie sind alle gleich weit weg vom Äquator und bekommen dabei dann ungefähr übers Jahr gesehen die gleiche Sonneneinstrahlung. Wenn du die Städte von West nach Ost verfolgst, wirst du einen deutlichen Trend feststellen :-). Und zwar ändert sich das Klima von Ozeanisch zu Kontinental, d.h. stärkere Schwankungen im Jahresverlauf.

Da Deutschland nicht so riesig ist, ist der Unterschied zwischen dem Norden (der näher am Meer liegt) und dem Süden nicht so groß wie z.B. in Russland.

Norddeutschland, und hier besonders der Nordwesten wird stärker vom Meer (Atlantik, Nordsee) beeinflusst. Und da sich das Meer im Sommer weniger erwärmt und sich im Winter auch weniger abkühlt als das Land, sind dort die Sommer (meistens) kühler und die Winter milder als in Süddeutschland. Ein Beispiel:

Oldenburg (Niedersachsen) Januar plus 0,7° / Juli +16,9°

Nürnberg (Bayern) Januar minus 0,8° / Juli +18,3°

Bei bestimmten Wetterlagen kann das aber auch mal umgekehrt sein (Föhn im Winter, Stauniederschläge am Alpennordrand im Sommer).

Ich würde das spontan auf das Meer zurückführen. Im Sommer kühlt das Meer, im Winter wärmt es. Ganz grundsätzlich weisen die Temperaturen im Innern eines Kontinents normalerweise extremere Schwankungen auf als an der Küste, weil eben kein wärmeregulierendes Meer vorhanden ist.

Liegt an Tiefdruck im Norden der vom Atlantik die ,,herbstlichen" Verhältnisse nach Nordeuropa bringt und Norddeutschland ist an dem ganzen Mist eben näher dran. Der Süden ist weiter vom Meer weg. In manchen Jahren kann sich das ganze aber auch umdrehen! Es kommt drauf an wie über Nordeuropa die Druckverhältnisse aussehen.....

Der Golfstrom bringt feuchtwarme Meeresluft in den Norden Deutschlands das ist stark wetter beeinflussend von dem Golfstrom bekommt man im Süden Deutschlands kaum was mit. Im Norden aber macht es sich bemerkbar.  

Was möchtest Du wissen?