warum ist es gesellschaftlich in Ordnung, dass Kühe künstlich befruchtet werden und ihre Kälber ihnen entrissen werden?

13 Antworten

Der Aufreger ist eigentlich immer eine unzulässig verallgemeinerte Projektion auf die eigene Spezie und verdammt viele logische Fehlschlüsse.

Ideologie-Veganer verstehen nicht, dass...

... aus "Können" nicht unbedingt "Müssen" folgt. Man kann auch ohne Fleisch auskommen. Aber warum sollte man komplett ohne auskommen?

... das Leid-Argument kein allgemeingültiges Argument ist, sondern nur ein Emotionsappell, dem man persönlich folgen, aber anderen bei Nichtbeachtung nicht vorwerfen darf. Tiere zu töten und ihr Fleisch zu essen ist also moralisch nicht relevant.

... die Abkehr vom Speziesismus ein inkonsistentes und teilweise auch asoziales Weltbild erzeugt. Ideologie-Veganer sind verkappte Menschenhasser, auch wenn sie es nicht erkennen wollen oder können, weil sie die Möglichkeit offen lassen, ein Tier einem Menschen in bestimmten Situationen vorzuziehen.

... der Vergleich von Speziesismus mit Rassismus oder Sexismus ein Falschvergleich, also ein logischer Fehlschluss ist, weil Sexismus und Rassismus eine Aussage über die Spezie Mensch macht, während Speziesismus Aussagen über Spezies in der Natur macht. Strukturell sind die "Diskriminierungen" identisch, aber eben nicht inhaltlich.

... es ein Unterschied ist zu sagen: "Menschen sind generell mehr wert als andere Spezies", was ich nicht behaupte, und "Menschen sind für Menschen mehr wert als andere Spezies", was ich total unterschreibe.

Wir als Menschen müssen aber aus folgenden Gründen unser Verhalten gegenüber anderen Spezies berücksichtigen:

  1. Wir beeinflussen unsere eigene Existenzgrundlage massiv mit unserem Verhalten, weil wir mittlerweile sehr viele Menschen sind und wir Ansprüche haben.
  2. Wir beeinflussen den emotionalen Zustand anderer Menschen, die unzulässigerweise allgemeingültig das Leid von anderen Spezies auf die menschliche Spezie projezieren.

Ich will auch nicht, dass Küken geschreddert werden. Das ist Ressourcenverschwendung und es triggert unnötig die Projektion auf die eigene Spezie. Wir sollten mit Augeenmaß und mit Verstand an die Sache rangehen und die wirklichen Gründe identifizieren, warum wir uns wie verhalten sollten und nicht am Ende asozialen Hirngespinnsten hinterherlaufen.

Das ist eine der besten Antworten, die ich hier jemals zu diesem Thema gelesen habe.

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Zu Punkt 1:
Man *soll* schon mal Garnichts, aber man kann den Tieren zu liebe drauf verzichten. meine Familie lebt auch nicht vegan und ich habe ein ganz neutrale Meinung dazu. jeder hat seine Gründe. Wenn jemand aber auf Fleisch verzichtet finde ich es gut, weil es meiner Meinung nach nicht Richtig ist einem Tier die Entscheidung über sein Leben zu nehmen.

Punkt 2:
es ist sehr egoistisch zu denken das Leidargument nur an seiner Außenwirkung gegenüber der Gesellschaft zu messen. Es geht nicht immer nur um uns. Das Tier leidet, das ist ein Fakt und ob es auf emotionaler Ebene jemanden berührt oder nicht ist in diesem Fall irrelevant. Das Tier stirbt eines unnatürlichen grausamen Todes nur weil wir auf den Genuss von Fleisch nicht verzichten wollen. Aber uns dann wundern wenn wir mit 70 unzählige Krankheiten haben die mitunter durch Antibiotika die in das Tier gepumpt worden sind, enstanden sind.

Punkt 3:
„Menschenhasser?“ das sind leere Behauptungen die auf keinen Tatsachen beruhen. Ich liebe Menschen, ich arbeite für einen Gemeinnützigen Verband und würde niemals ein Tier einem Menschen vorziehen, wieso auch? Das ist einfach die Falsche Ansichtsweise. Es geht nicht darum jemanden nicht zu mögen oder zu hassen, sondern viel mehr eine Spezies eben wertzuschätzen und sie zu schützen. Positives mindset nicht negativ.

Punkt 4:
Zitat:  *Wir beeinflussen unsere eigene Existenzgrundlage massiv mit unserem Verhalten, weil wir mittlerweile sehr viele Menschen sind und wir Ansprüche haben*
Warum sollten wir nur etwas ändern wenn es explizit uns betrifft, das ist der Falsche Ansatz. Warum geht es überhaupt immer nur um uns WIR WIR WIR. Hauptsache uns geht es gut, Hauptsache wir haben die Chance zu leben und bitte auch unser golden Retriever der bei uns im Garten spielt. Weil der ist ja süß. Diese Welt ist so verdreht.

Zu Smilkie:  Nur weil eine Antwort mit möglichst ungebräuchlichen und nicht notwendigen Fachbegriffen vollgestopft ist sie noch lange nicht eine der besten Antworten.
 

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@Yellowstaar

"aber man kann den Tieren zu liebe drauf verzichten"

Warum sollte ich?

" jeder hat seine Gründe (vegan zu leben?)"

Dagegen sage ich nichts. Aber es ist eben persönliche Gründe, aber eben keine Gründe, die für alle gelten müssen.

"Wenn jemand aber auf Fleisch verzichtet finde ich es gut"

Ok.

"weil es meiner Meinung nach nicht Richtig ist einem Tier die Entscheidung über sein Leben zu nehmen."

Du bist aber zum Glück nicht der Maßstab.

"es ist sehr egoistisch zu denken das Leidargument nur an seiner Außenwirkung gegenüber der Gesellschaft zu messen."

Es ist der einzig logisch nachvollziehbare Grund. Alles andere sind nur Emotionsapelle, und genügen eben als Verwendung als Argument nicht, zumindest nicht, wenn man intellektuell ehrlich sein will.

"Ich liebe Menschen, ich arbeite für einen Gemeinnützigen Verband und würde niemals ein Tier einem Menschen vorziehen, wieso auch?"

Doch, tust du. Deine Aussage "weil es meiner Meinung nach nicht Richtig ist einem Tier die Entscheidung über sein Leben zu nehmen" steht dagegen. Wenn ein Mensch sich dazu entscheidet Fleisch zu essen, müsstest du konsequenterweise dem Menschen mit seiner Entscheidung den Vorzug geben.

"Warum geht es überhaupt immer nur um uns WIR WIR WIR"

Als Menschen geht es uns in erster Linie um Menschen und um nichts Anderes. Wer was anderes behauptet und so lebt ist asozial.

"Hauptsache uns geht es gut, Hauptsache wir haben die Chance zu leben und bitte auch unser golden Retriever der bei uns im Garten spielt. Weil der ist ja süß."

Absolut korrekt.

"Diese Welt ist so verdreht"

Nein. Die Welt ist nicht so verdreht. DIE WELT IST EINFACH.

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Ich bin vollkommen deiner Meinung, und lebe deshalb inzwischen auch schon seit längerem vegan. Dafür gibt es schließlich sehr viele gute Gründe. Das fängt damit an, dass die Tiere die in unserer Gesellschaft getötet und gegessen werden, auf genau die gleiche Weise empfindungsfähig wie wir. Das, was wir ihnen antun, nehmen sie sicher genau so wahr, wie wir es an ihrer Stelle tun würden. Sie mögen nicht unseren Intellekt haben, aber um zu Leiden braucht man keinen Intellekt. Dabei gibt es in den Industrienationen der ersten Welt heute keine Notwendigkeit mehr Tiere zu essen oder als Rohstoffquelle auszubeuten. Kein Tier will ausgebeutet werden, kein Tier will eingesperrt sein, und kein Tier will sterben.

Hinzu kommt, dass viel zu viele Menschen viel mehr Fleisch essen, als überhaupt ökologisch verträglich produziert werden kann. Die moderne Nutztierhaltung ist einer der größten Einzelposten des menschengemachten Klimawandels. Allein die Mengen an Treibhausgasen welche die Tiere selbst produzieren machen 15 % am Gesamtvolumen aus, und da sind die CO2 Emissionen für Haltung, Schlachtung, Verarbeitung, Lagerung und Transport noch gar nicht eingerechnet. Hinzu kommt der große Zusatzaufwand an Energie, Wasser und Nutzflächen. Dazu kommt der exorbitante Ressourcenverbrauch. Es müssen durchschnittlich sieben und in manchen Fällen bis zu 33 Kalorien pflanzliche Nahrung aufgewendet werden, um eine Kalorie Fleisch zu produzieren. Die moderne Nutztierhaltung vernichtet tatsächlich mehr Nahrungsmittel, als sie produziert.

In Deutschland werden 40 % der Ackerflächen für den Anbau von Tierfutter in Beschlag genommen. Auf vielen dieser Flächen könnte auch Nahrung direkt für den Menschen angebaut werden. Trotzdem müssen noch ca zwei Drittel der Eiweißfuttermittel für Nutztiere in Deutschland aus dem Ausland importiert werden. 2016 waren das 2,37 Millionen (!) Tonnen. Diese stammen hauptsächlich aus Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern, wo für den Anbau der Regenwald brandgerodet wird.

Die Entsorgung der Fäkalien verseucht das Grundwasser mit Nitrat, und die Ammoniak-Ausdünstungen sind die größte Feinstaubquelle im Land. So lange das alles so ist, ist jeder, der bereit ist kein Fleisch mehr zu essen, ein Segen für Mensch und Umwelt. Für die Tiere sowieso.

Außerdem gibt es mittlerweile viele Daten die zeigen, wie sich das Risiko von Zivilisationskrankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen mit dem Anteil an Fleisch und weiteren tierischen Nahrungsmitteln in der Ernährung erhöht.

Das kann ich in allen Hinsichten unterschreiben. Das hast du sehr schön gesagt :)

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Da meine Eltern Menschen sind, halte ich es für unwahrscheinlich, dass ich ein Tier hätte werden können.

Ich persönlich finde, die Kuh ist mit ihrem Schicksal im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen relativ gut bedient. Die werden nämlich in den ersten 24 Monaten ihres Lebens geschlachtet.

Man muss Nutztierhaltung nicht gut finden. Wenn du Veganer(in) werden willst, rede nicht drüber, sondern tu es. Du gebrauchst nicht die Zustimmung der User in einem Internetforum. Nur bitte, akzeptiere, dass es Menschen gibt, die anderer Meinung sind. Veganer sind deshalb so unbeliebt, weil sie meinen, den Rest der Welt missionieren zu müssen.

Ich habe nie um Zustimmung gebeten. Sorry aber ich glaub du hast den gesamten Threat falsch verstanden :D Bist komplett am Thema vorbei

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@Yellowstaar

Vielleicht hast du dich dann nicht klar genug ausgedrückt. Dein moralisches Dilemma kann ich nicht auflösen.

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Wieso wird man als Veganer gesellschaftlich ausgeschlossen?

Hey! Ich habe mich vor kurzem entschieden vegan zu leben. Ich dachte eigentlich nicht, dass jemand was dagegen hätte. Ich habe mich dazu entschieden, weil ich generell wenig Fleisch gegessen habe und Eier nicht soooo gerne mochte. Milch habe ich geliebt, aber es fällt mir nicht schwer darauf zu verzichten. Nun habe ich mich gestern mit meinen ganzen Freunden getroffen und wir haben Kuchen gegessen und als ich meinte ich kann den nicht essen, da ich vegan bin, da ging es auch schon los. Sie haben mich dann immer gefragt, was ich denn nun esse, weil ja nichts mehr übrig bleibt. Die Leute denken dann immer sofort man knabbert nur noch an rohen karotten oder sowas. Sie haben mich einfach nur schief angeschaut, dabei hab ich an dem Abend auf nichts verzichtet, außer auf den Kuchen. Wir haben getrunken, Chips gegessen und weiteres Knabberzeug und dann haben wir noch selbst Pizza gemacht, wo ich nichts anders gemacht habe, außer den Käse wegzulassen. Trotzdem kommen dann immer Sprüche wie ' wie kann man nur den Käse weglassen, das ist doch das beste' etc.

Ich meine vegane Ernährung ist doch nicht langweilig, man kann immer noch alles mögliche essen ( und damit schließe ich auch die Fleischersatzprodukte aus). Ich kann immer noch Pizza, Pasta, Eis, ganz viele Süßigkeiten aus dem normalen Supermarkt, Kuchen etc essen. Ich verzichte nicht zwangsweise auf Sachen und besonders quäle ich mich (zumindest zurzeit) nicht damit! Alle denken immer das wäre eine Qual und man MÜSSTE es machen, aber wieso sollte ich mich selber quälen, niemand zwingt mich dazu vegan zu sein. Ich verstehe nur nicht wieso alle einen so schief angucken und meinen das wäre nicht gesellschaftlich,immerhin finde ich in jedem Restaurant noch was Veganes.

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