Warum ist einentlich Napoleon so hoch angesehen, obwohl er ganz Europa mit Krieg überzogen hat?

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7 Antworten

Hallo BotMod

Napoleons Ansehen hat wohl eher mit der Rechtsverkehr zu tun. Klar, berechtigte Frage, was hat das mit Napoleon zu tun? Als Zeichen gegen die bestehenden Machtsystemen (Königshäuser und Papsttum) und der damit verbundenen Denkweisen, führte Napoleon den Rechtsverkehr ein. Zuvor war von "Gottesgnaden" Linksverkehr, da sich die Reiter besser das Eisen um den Kopf schlagen konnten. (Linksverkehr hat nur sekundär mit viel später entwickelten Pferdekutschen zu tun. PS. Der Handschlag oder das Händeschütteln ist noch ein gesellschaftliches Überbleibsel aus mittelalterlicher Zeit.)
Napoleons Code Civil sprach dem einfachen Volke erweiterte Freiheiten, Rechte und Pflichten zu. Einfache Gesellen und Knechte waren nach dem Code Civil keine Leibeigenen mehr. Dass war die grosse Veränderung die durch Napoleon Einzug hielt. Die bürgerlichen Freiheiten die wir zurzeit geniessen, gehen auf die Französische Revolution zurück, welche Napoleon geschickt zu nutzen wusste. In der Folge von sinnlosen Schlachten opferte er diese Gleichgesinnten seinen egozentrischen Zielen.
Um in Europa Geld für seine Schlachten zu beschaffen, verkaufte Napoleon Louisiana(entspach ca. 1/4 der USA heute) an die Vereinigten Staaten, die sich der britischen Herrschaft überdrüssig waren und so neues Menschenmaterial und Land für ihren Unabhängigkeitskampf erhielten.
Die folgenden Herrschaftssysteme wagten es nicht mehr, den Völkern ihre Bürgerrechte abzusprechen, weil sie um eine Trennung ihres Kopfes vom Rumpfe fürchteten.

Auch "Schnäuzelchen" und seine Karriere waren eigentlich nur möglich, durch diese Bürgerrechte. Vielen ist nicht bewusst, wie sehr technische Errungenschaften aus 1. und 2. WK unser Leben im Heute beeinflussen. Jedoch muss man das Rundumm industrielle Schlachten von Menschen verachten. Zudem wurde mit den Ariern ein darwinistisches Zuchtprogramm verfolgt. Die Ableitung des Zuchtprogrammes würde mich ausschliessen, und dich mit grösser Wahrscheindlichkeit auch.
Noch eine Bitte an die Leser; Die meisten Lehrer haben die Gedanken und Ideologien, die sie verbreiten, nicht zu Ende gedacht.

Und dann kam die Eurpäische Union.
"Der Rest ist Schweigen."

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Kommentar von BotMod
22.01.2017, 18:38

Danke für deine Antwort, aber waren der Am.Unabhängigkeitskrieg und die Unabhängikeitserklärung nicht vor der Fr. Revolution?

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Kommentar von abcdefger54
22.01.2017, 20:06

Ich glaub es kam aber 1812 zu noch einem Kampf zwischen der USA und dem britischen Kanada

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Also erstmal ist Napoleon ein Novum. Er war nicht adelig oder so, lediglich Artillerieoffizier und hat es zum Kaiser gebracht. Er war ein brillianter Stratege und hat die Überlegenheit des modernen Bürgerheeres demonstriert. Zu seiner Zeit war Krieg auch noch nicht schlimm, sondern lediglich die Weiterführung der Politik mit anderen Mitteln. So gesehen, war er also Politiker. Diese Ansicht hat sich erst mit den fürchterlichen Verheerungen des ersten Weltkrieges (den die Franzosen heute noch "den großen Krieg" nennen) gewandelt hin zu dem Verbrechen, als das Krieg heute angesehen wird. Weiterhin hatte Napoleon keine rassischen Verbrechen begangen.

Seine mir nach einzigen Fehler waren erstens, inkompetente Familienmitglieder in hohe Positionen zu setzen (man denke an König Jerôme) und sich zweitens nur mit Idioten im Stab zu umgeben, die seine Fehleentscheidungen, so er sie mal traf nicht auffangen zu können.

Weiterhin wird die Geschichte vom Sieger diktiert. Die Westmächte mussten Hitlers Monstrosität überdeutlich darstellen, um ihre eigenen Verfehlungen rechtfertigen zu können (man denke an den (präzise geplanten) Feuersturm von Dresden). Politisch gesehen macht es keinen Sinn mehr, Napoleon schlecht darzustellen (die Deutschen hat er geeinigt, die Franzosen zur Größe geführt, die Engländer haben ihn besiegt - besiegte Gegner stellt man gerne mächtiger dar, als sie waren, die Russen haben ihn zurückgeschlagen, ...)

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Weil das schon eine ganze Weile her ist und die Gräuel in Napoleons Kriegen aus der zeitlichen Entfernung bereits viel unwirklicher und theoretischer erscheinen, als das im Rückblick auf neuere Kriege der Fall ist, wo es z.B. noch lebende Augenzeugen gibt.

Außerdem haben Napoleons Eroberungen und die französische Besatzungszeit letztlich in vielen Fällen gutes bewirkt. Viele europäische Staaten wurden dadurch modernisiert und haben, auch wenn die Besatzer natürlich nicht beliebt waren, am Ende profitiert.

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Weil nicht alle Kriege von Napoleon ausgegeangen sind. Gerade in der Anfangszeit war Frankreich von den Monarchien der alten Ordnung verhasst. Jeder hatte Angst, dass eine Revolution die Grenzen überwinden könnte. Napoleon hat in diesem Fall zwar angriffe geführt, aber eher als Teil seiner Verteidigungsstrategie.

Weiterer Sympathipunkt für ihn: Kriege geführt haben viele Herrscher in seiner Zeit, doch Napoleon brachte viele positive Neuerungen (Stichwort CC). Ich glaube man neigt in der Geschichte dazu sich auf die seite des Underdogs bzw dem Revolutionärs zu schlagen. Und das war Napoleon zumindest am Anfang eindeutig.

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Mit etwas (zeitlichem) Abstand fällt der Dreck ab und der Glanz bleibt oder wird sogar überbewertet und verehrt. Die Todesopfer Napoleons und die Grausamkeiten werden einfach vergessen.
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Auch der Alte Fritz war ein ziemlich schlimmer Finger und scheute nicht zurück, Nachbarn mit blutigen Kriegen zu überziehen oder sein "Personal" wie Sklaven zu halten und zu misshandeln. Juden waren gerade mal noch so als Menschen akzeptiert, wenn sie ihm nützten.  Damen mochte er nicht, bei Herren dominieren Gerüchte und mit seinen Hunden schlief er. Ja, nun polieren wir seine Denkmäler und legen Blumen und Kartoffeln auf sein Grab.

Irgendwann hat auch Hitler die Chance in die Liste der Ruhmreichen aufgenommen zu werden. Rechte Kreise bemühen sich ja jetzt schon fleißig darum, wenigstens erst mal seine Verbrechen zu verharmlosen und angebliche Heldentaten aufzumotzen.

In Russland hat der Verbrecher Lenin überall tausendfach Denkmäler. Bevor sein Nachfolger Stalin noch grausamer mordete, hatten schon 13 Mio. Menschen ihr Leben für das menschenbeglückende Experiment des Kommunismus verloren. Stalin gewinnt auch wieder zusehends an Ansehen.  Selbst von Putin kann man inzwischen schon Ikonen kaufen.  Verrückte Welt.


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Unter anderem, weil er im Gegensatz zu Hitler ein militärisches Genie war.

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Kommentar von steefi
22.01.2017, 16:15

"militärisches Genie" wenn ich sowas hörte sträuben sich meine Nackenhaare. Zig-tausend normale Menschen kamen auf beiden Seiten bei seinen Feldzügen ums Leben. Und wie wird so einer dann bestraft? Er wird mal kurz nach Elba verbannt ---

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Napoleon war ein revulutionär und ein genialer stratege. Ich denke daher

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