Warum ist "Edward mit den Scherenhänden" als Wesen so schwer definierbar?

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Kurz und knapp geht es darum:
Der Schlossherr ist ein Erfinder. Er versucht hilfreiche Maschinen für den Alltag zu entwickeln.
Doch ist er sehr einsam. Aus diesem Grund hat er Edward erschaffen und da er ihn wie einen Sohn behandelt.
Wie die menschlichen Gefühle zustande kommen, ist schwer zu erklären.

Wenn er seine Hände erhalten hätte, hätte er ein "relativ" normales Leben führen können und er hätte die Dinge erlernen können, die das soziale Leben mit sich bringen.
Er lernte aber nur seinen "Vater" kennen und ist selbst in Einsamkeit aufgewachsen.

Burton ist bekannt für seine skurrilen Werke. Er ist ein Künstler und war schon immer etwas anders. Die düstere Seite hatte er bereits als Kind und da er auch da zeitweise von Depressionen geplagt war, ist sein Verhalten sogar nachvollziehbar.
Er war einfach noch nie ein Stereotyp.

Ich selbst bin ein großer Fan, habe fast alle Filme mehrfach gesehen.

Die Altersbeschränkung ist für mich persönlich auch nicht nachvollziehen, aber es gibt eben keine körperliche Gewalt. Aber der Kopf muss schon relativ weit sein, damit man die Skurrilität verarbeiten kann.

Es gibt keine Gewalt? Das stimmt nicht. Zum Schluss rammt Edward dem einen Widersacher seine Scherenhand in den Bauch, worauf dieser vom Dach stürzt. Ich habe die Szene mit 10 Jahren gesehen und tagelang Alpträume davon geschoben.

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Eine Szene, die für dich prägend war...und wahrscheinlich die einzige Szene, die dort mit körperlicher Gewalt behaftet war. Fast jedes Märchen enthält schlimmere Gewalttaten...und die haben keine Altetsbeschränkung! Es war mein erster Burton-Film, auch ich habe ihn in sehr jungen Jahren gesehen und kein Trauma aufzuarbeiten. Aber wie gesagt, wenn es nach mir gehen würde, würde ich die Grenze auch weiter oben ansetzen.

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"Ich schaue jetzt sporadisch immer mal angeekelt durch Burtons Werk"

Dann lass es ! Wenn du es angeekelt tust, ist das weder gut für dich noch für die Filme. Die haben das nicht verdient.

"und wundere mich, dass er seine grotesken Figuren oftmals nicht richtig erklärt oder mit einer nachvollziehbaren Hintergrundgeschichte austattet."

Das sind Geschichten ! Die müssen nicht immer wie ein Wikipedia artikel alles erklären und logisch stimmig haben. Das sind Fantasie Geschichten. Ich mag Leute wie dich nicht, bei denen immer alles logisch und erklärt sein muss und jeder Fatz im Film muss nachvollziehbar sein. Offene enden müssen furchtbar für dich sein ;-)

Stimmt nicht. Offensichtlich kennst Du mich zu wenig und schätzt mich gerade auch nicht so ein, wie ich mich selbst verstehe. Einige meiner Lieblingsregisseure sind David Lynch, Todd Solondz, Ingmar Bergman oder Tom DiCillo, die innerhalb ihrer Filme weitaus mehr Fragen stellen, als Antworten zu geben. Und offene Enden liebe ich! Noch tagelang im Kopf nacharbeiten und reflektieren ist mir das wichtigste am Medium Film. Als ich neulich die Miniserie "KindKind" sah, habe ich schon vorab gesagt, dass ich enttäuscht wäre, wenn sie kein offenes Ende aufweist und alles beantwortet. Da sie das aber hatte, ist sie dadurch sogar im meine Top Five gekrochen. Ich finde Tim Burton visuell und erzählerisch eklig, aber ich wusste das vorab. Nur weil sie in mir eine Form von Abscheu wecken, werde ich nicht abbrechen. Nein, ich erkenne darin sogar die Kunst Burtons, dieses Gefühl bei mir zu wecken, wie es kein anderer kann. Denn ich muss nicht wegschauen, wie etwa bei einem echtem Horrorfilm, der mich auch ekelt, aber ich das was mich ekelt gar nicht sehe. Ich habe mir jetzt alle seine Filme gekauft, weil ich sein Werk zumindest vollständig kennen und nochmal auffrischen will, soweit ich es gesehen habe.

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"Offensichtlich kennst Du mich zu wenig"

Das ist richtig. Ich kann nur nach dem gehen was ich hier lese. Über viele Antworten von dir freue ich mich hier, bei manchen Antworten und Fragen bin ich förmlich entsetzt, dass sie von dir kommen.

"und schätzt mich gerade auch nicht so ein, wie ich mich selbst verstehe."

Niemand schätzt dich so ein, wie du dich selbst verstehst. Das ist dein Privileg ;-)

"Einige meiner Lieblingsregisseure sind David Lynch, Todd Solondz, Ingmar Bergman oder Tom DiCillo, die innerhalb ihrer Filme weitaus mehr Fragen stellen, als Antworten zu geben. Und offene Enden liebe ich!"

Klang jetzt nicht so.

"Noch tagelang im Kopf nacharbeiten und reflektieren ist mir das wichtigste am Medium Film."

Übertreiben muss es man es allerdings auch nicht. Ich muss doch nicht immer Tage und Wochen reflektieren...

naja, jedem so, wie er es braucht. Wenn du sein Werk so brauchst, dann bitte. Dann aber auch nicht beschweren ;-)

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Das Entsetzen über manche Fragen und Antworten liegt vielleicht daran, dass Du meinen Humor vielleicht manchmal nicht einschätzen kannst? ;)

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Das mag sein. Um im schriftlichen sowas einschätzen zu können, hat der online Gott Smileys erschaffen ;-)

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Es ist ein "Kunstfilm", bei dem die Interpretation jedem selbst überlassen wird. Ich fand den Film gesellschaftskritisch. Die Fsk hätte man höher setzen können, da stimme ich zu.

Für einen Arthaus-Film ist für meinen Geschmack zu wenig Meta-Ebene vorhanden. Gesellschaftskritik ist zwar durchaus bezogen auf die Bewohner des Ortes und ihre Oberflächlichkeit zu erkennen, aber bezogen auf Edward selbst sehe ich zu konventionell zu viele Lücken, die sich nicht mit Interpretation auf der metaphysischen Ebene für mich interpretieren lassen. Und ich bin bei anderen Filmen gut darin.

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