warum ist die wortkombination "die wo" unbeliebt?

11 Antworten

Im süddeutschen Raum hört man dies öfters (z.B. in Schwaben, aber auch im Saarland oder in Bayern). In manchen Dialekten ist dieses "wo" ein "universelles" Relativpronomen, manchmal auch ohne "der/die/das"

der Film, wo gestern im Kino kam
die Frau, wo unten im Erdgeschoss wohnt
das Motorrad, wo ich mir gekauft habe

Natürlich hört man auch "der Film, der wo..." usw.

Vorteil ist unter anderem: ich muss mir um die korrekte Form des Relativpronomens (und im Hochdeutschen gibt es zahlreiche, je nach Genus und nach Numerus und nach Kasus!) keine Gedanken machen. Und das "wo" ist das Signalwort für den Relativsatz.

Und es wird vermieden z.B. "die, die" (Doppelung)
Statt: "Das ist die, die unten im Erdgeschoss wohnt."
"Das ist die, wo unten im Erdgeschoss wohnt."

Im Hochdeutschen ist dies natürlich nicht korrekt. Klar.

(Erinnert mich persönlich an das schwedische "som", welches ebenfalls einen Relativsatz einleitet, egal welches Genus usw. gemeint ist - gewissermaßen eine sprachliche "Allzweckwaffe")

Beispiel? Ich kann mir gar keinen Satz vorstellen, in dem das gut klingen würde. 

Meinst du so etwas wie: "Da kommt die Bahn. Das ist die, wo ich gestern drin gesessen habe?" In so einem Beispiel klingt es einfach besser zu sagen: "Das ist ist die, in der ich gestern gesessen habe".

Immer dann halt, wenn Wowoismus plump und falsch eingesetzt wird, dann ist es unbeliebt, und dies passiert gar nicht mal so selten.

In Verbindung mit Dialekt finde ich es am besten:
"Weesch, die wo da obbe so rumhippe, die gefalle mer nit!"
Saarländer Dialekt :-)

Die wu do unnä herkumme', wisse' B'scheid.

So eingesetzt gefällt es mir nicht mehr wirklich:

Leute die wo viele Fehler machen sollten mehr lernen
Leute die viele Fehler machen sollten mehr lernen.

Ob "Othello" nun ein Stück ist, "wo" es um einen eifersüchtigen Mohren
geht oder "in dem" es um einen solchen geht, bleibt dem Sprachgefühl des
Einzelnen überlassen. Ob aber Othello derjenige ist, "der wo" seine
Frau Desdemona am Ende erdrosselt, ist relativ unstrittig. In einigen
süddeutschen Sprachvarianten dient das "wo" der Verstärkung der
Relativpronomen "der", "die" und "das" und macht zum Beispiel aus der
Oper, die wir letztens gesehen haben, die Oper, die wo wir letztens
gesehen haben.

"Wo" hat sich wohl als ne Art Unsiversalpronomen etabliert, oftmals jedoch fern jeglicher Rechtschreibregeln. 

Kommentare, die wo nicht so schön sind.
Kommentare, die nicht so schön sind.

In deinen Dialekt-Beispielen klingt das doch ganz nett!

Ich find es eh immer blöd, wenn jemand über einen anderen Dialekt lästert aber selbst einen "saumäßigen" Slang draufhat.

Es heißt ja immer so schön, dass wir aus Bayern doof wären.

@Panazee: Dein Beispiel mit Aldi ist auch gut! Ich kenn es so: Ich geh nach Aldi hin.

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@tanztrainer1

In deinen Dialekt-Beispielen klingt das doch ganz nett!

Ja genau! So wollte ich dies eigentlich auch aussagen, sprich, dass es mir in Verbindung mit Dialekt ganz gut gefällt bzw. eher wenig stört.

Es heißt ja immer so schön, dass wir aus Bayern doof wären. 

Ach, so lange die Bayern gut zahlen......  ;-)

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@tanztrainer1

Wer "nach" Aldi geht, behauptet damit, dass der Laden vor ihm wegläuft....

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Weil sie grammatikalisch falsch ist. Korrekterweise sagt man nicht "die, wo", sondern "diejenige, welche". Zeugt halt von niedriger Bildung, aber ich frag noch mal meine homies, wenn ich mal wieder Aldi geh.

Weil diese Wortkombination in den allermeisten Fälle falsch ist. Sie wird zwar regionalsprachlich gebraucht, aber das macht sie grammatisch nicht richtig.

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